Cover Wir haben keine Antimemetik Abteilung von Sam Hughes
Horror Lesetipp Sci-Fi

Wir haben keine Antimemetik Abteilung

Rezension zu „Wir haben keine Antimemetik Abteilung“ von Sam Hughes

Meine Bewertung:
4 1/2 Sterne von 5

Details:
Titel: Wir haben keine Antimemetik Abteilung
Originaltitel: There Is No Antimemetics Division
Autor: Sam Hughes
Übersetzung: Urban Hofstetter
Verlag: Heyne
Seiten: 320
Kauflink: Amazon
Preis: 20,00 € (D) Gebunden; 5,99 € (D) E-Book

Klappentext:

Willkommen in der Antimemetik-Abteilung!
Ein Antimeme ist eine Idee, die sich selbst zensiert – ein Gedanke, der von Natur aus verhindert, dass Menschen ihn mit anderen teilen wollen oder können. Passwörter zum Beispiel fallen ebenso darunter wie schmutzige Geheimnisse, komplexe mathematische Gleichungen, langweilige Geschichten, zufällige Zahlenkombinationen oder der Inhalt Ihrer Träume. Das sind normale Antimemes.
Anomale Antimemes hingegen sind eine ganze andere Sache. Wie behält man etwas unter Kontrolle, von dem man keine Aufzeichnungen erstellen und an das man sich nicht erinnern kann? Wie kämpft man gegen einen Feind, der sich so perfekt tarnt, dass man nicht einmal mitbekommt, dass man sich im Krieg befindet?
Um das herauszufinden, haben wir die Abteilung für Antimemetik.
Nein, das ist nicht Ihr erster Arbeitstag hier.

Klappentext Wir haben keine Antimemetik Abteilung
Meine Meinung:

Normalerweise würde ich eine Rezension mit einem kurzen inhaltlichen Ausblick beginnen. Bei diesem Buch ist dies jedoch schwer bis unmöglich, da die ganze Prämisse so anders und verrückt ist und jeder Versuch, sie ordentlich zusammenzufassen in Spoilern enden würde. Ich verweise daher auf den Klappentext und alles weitere sollte hier selbst erlebt werden.

„Wir haben keine Antimemetik Abteilung“ kommt aus dem SCP Foundation Project, einem kollaborativen Schreibprojekt, in welchem Autor*innen gemeinsam Kurzgeschichten beisteuern, um die Welt weiterzuentwickeln. Eine Auswahl dieser Geschichten von dem Autor wurden so zusammengestellt und zu diesem Buch zusammengefasst. Dadurch ergibt sich hier nicht ein langer Roman, sondern Fragmente in einer Welt, die zusammengesetzt eine Geschichte ergeben, bei der man einige Lücken selbst füllen muss. Zentral ist die Leiterin der Antimemetik Abteilung Marie Quinn. Sie dient als verbindendes Element aller Geschichten.

Dieses Buch schwankte zwischen Science-fiction und Horror, wobei gerade zweiteres oft auch subtil zwischen den Zeilen mitschwang. Auch wenn es die ein oder andere wirklich unangenehme oder gruselige Szene gab, empfand ich in erster Linie die Implikationen der Welt als Horror. Beide Genres kommen hier gut zur Geltung.

Wenn ich etwas kritisieren würde, dann ist es, dass die Handlung sehr schnell zwischen den einzelnen Geschichten eskaliert und insbesondere die letzte Geschichte ein extremer Sprung ist, in dem was passiert. Ich fand es generell nicht schlimm, hier mehrere Kurzgeschichten, statt einer kontinuierlichen Handlung, zu haben, dennoch hätte es meiner Meinung nach dem Worldbuilding und den Charakteren gut getan, vor der letzten Geschichte noch etwas mehr Inhalt zu haben. Ich kann mir vorstellen, dass ich das anders sehen würde, wenn ich die Geschichte im Rahmen des genannten Schreibprojekts gelesen hätte, aber so wie sie veröffentlicht wurde, hätte ich mir hier mehr gewünscht.

Abgesehen davon war dies aber eine wirklich ausgezeichnete Geschichte, die mich immer wieder überrascht, geschockt und begeistert hat. Dazu ist sie noch vergleichsweise kurz und kann schnell gelesen werden. Wobei ich persönlich auch sagen muss, dass es bei mir dennoch lange gedauert hat, einfach weil ich für so eine seltsame Geschichte doch in der richtigen Stimmung sein musste.

Fazit:

„Wir haben keine Antimemetik Abteilung“ ist ein spannender Mix aus Sci-fi und Horror, der sehr gelungen und fesselnd ist. Auch wenn ich mir zwischen den Kurzgeschichten noch etwas mehr Substanz gewünscht hätte, ist dies insgesamt ein Buch, das mich mit seiner Besonderheit voll und ganz überzeugen konnte.

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