Rezension zu „Winters zerbrechlicher Fluch“ von Julia Adrian
Meine Bewertung:

Details:
Titel: Winters zerbrechlicher Fluch
Autorin: Julia Adrian
Verlag: Drachenmond Verlag
Seiten: 745
Kauflink: Amazon; Drachenmond Verlag
Preis: 19,90 € (D) Taschenbuch; 4,99 € (D) E-Book (pro Teil)
Worum geht es?
„Als Cinderella auf den Ball gerauscht kommt und des Prinzen Herz stiehlt, steht Mary vor den Scherben ihres Lebens. Schließlich sollte sie selbst Duncan heiraten und Königin von Maywater werden. Doch das Schicksal gewährt ihr eine zweite Chance. Denn am Ende der Nacht ist die schöne Fremde im Himmelskleid verschwunden und als einziger Beweis ihrer Existenz verbleibt ein gläserner Schuh.
Doch wer hätte gedacht, dass ein Schuh aus Glas so schwer zu zerstören ist?“

Zitat:
„Da ist ein Palast im Wald, hatten die Kinder stets geflüstert und schaurige Geschichten über ein vergessenes Königreich gewispert, in dem jeder, der es betrat, seine Gestalt verlor und fortan als Vogel sein Dasein fristen musste. Sie hatten sich Kränze aus Federn geflochten und waren im Schlosshof umhergerannt, während einer von ihnen die Hexe spielte, die sie einfingt und zu Stein erstarren ließ.“
Meine Meinung:
Die Geschichte:
Das Buch ist in drei Abschnitte gegliedert, die alle ursprünglich als eigenes Buch veröffentlicht wurden. In E-Book Form kann man diese noch einzeln erhalten, gedruckt jedoch gibt es nur den Sammelband. Die Übergänge sind jedoch fließend, wodurch es keine starken Trennungen der Teile voneinander gibt. Meine Rezension bezieht sich daher auch auf den Sammelband als Ganzes, auch wenn ich zuvor geplant hatte, die Teile einzeln zu rezensieren.
Das Buch handelt von Prinzessin Mary, der einzigen Prinzessin der sechs Königreiche. Sie ist Kronprinz Duncan versprochen und die Verlobung soll auf einem großen Ball verkündet werden. Doch Cinderella kommt zu diesem Ball und Duncan verliebt sich so sehr in diese, dass er ihr stattdessen einen Heiratsantrag macht. Als Cinderella, wie im Märchen, um Mitternacht den Ball fluchtartig verlässt, lässt sie ihren gläsernen Schuh zurück. Mary beschließt, diesen zu zerstören, damit Duncan die Außerwählte nicht mehr finden kann. Doch das Geheimnis um Cinderellas Herkunft ist größer, als Mary ahnt.
Es fiel mir schwer, am Anfang ins Buch hineinzufinden. Die Geschichte ist komplex und verschachtelt aufgebaut. Zu Beginn weiß man nur, was man nicht weiß und das ist eine Menge. Es werden so viele Fragen und Rätsel aufgeworfen, dass man sehr konzentriert lesen muss, um mitzukommen. Erst im zweiten Teil des Buches werden einige Rätsel gelüftet, doch jedes davon wirft zwei neue auf. Und dennoch hat es mich immer mehr und mehr ins Buch gezogen. Ab dem zweiten Teil fiel es mir schwer, dieses noch wegzulegen, so spannend ist es und das, obwohl es beinahe keine wirklichen Actionszenen gibt.
Für zartbesaitete Leser ist dieses Buch trotzdem nichts. Es ist blutig und brutal, auf eine grausame, ruhige Weise. Magie funktioniert in dieser Welt durch den Einsatz von Blut, oder Organen, wie Herzen und Haut. Doch selbst mit diesem Wissen ist es schwer zu erahnen, welche Art von Brutalität dieses Buch beinhaltet. Diese ist jedoch nie nur da, um zu schocken, wodurch sie, meiner Meinung nach, die Geschichte nur stärker gemacht hat.
Insgesamt war die Geschichte von „Winters zerbrechlicher Fluch“ absolut überzeugend, gut aufgebaut und spannend. Es hat zwar stellenweise große Aufmerksamkeit erfordert, alles zu verstehen, doch dafür wird man mit einem echten Meisterwerk belohnt. Das Einzige, was ich schade fand war, dass bis zum Ende ein paar der doch sehr vielen Fragen des Buches offen blieben.

Der Schreibstil:
Das Buch ist etwa zur Hälfte aus der Perspektive von Mary geschrieben. Ihre Absätze sind durch ihren Namen gekennzeichnet und in Ich-Form geschrieben. Die restlichen Kapitel geben die Sicht von verschiedenen Nebencharakteren wieder. Zu Beginn des Kapitels steht in diesen Fällen eine Bezeichnung für den Charakter, wie etwa „Die Fürstin“, auch wenn man bereits den Namen des Charakters kennt. Diese Bezeichnungen sorgen manchmal für (oft vermutlich gewollte) Verwirrung, wenn es etwa zwei Charaktere gibt, auf die die Bezeichnung zutreffen kann. In der Regel merkt man hier jedoch schnell, um wen es jeweils geht. Diese Kapitel sind in der Er/Sie-Form geschrieben.
Der gesamte Schreibstil ist märchenhaft und ebenso verschlungen und verschnörkelt, wie die Geschichte selbst. Die Sätze des Buches haben beinahe etwas kunstvolles an sich, was mir wirklich sehr gut gefallen hat!
Die Charaktere:
Im Buch gibt es recht viele Charaktere, jedoch fokussiert es sich auf eine gute Anzahl dieser. Im Anhang des Buches findet sich jedoch auch ein Personenverzeichnis, falls man doch einmal den Überblick verliert.
Ich hatte oft das Gefühl, dass die Charaktere immer etwas unnahbar blieben. Bis zuletzt konnte ich selbst bei Mary nicht immer einschätzen, wie sie sich in bestimmten Situationen verhalten würde. Dadurch war nicht immer klar, wieso Charaktere bestimmte Dinge taten. Allerdings habe ich das in der gesamten mystischen, märchenhaften Atmosphäre des Buches oft sogar als passend empfunden. Es hat jedenfalls dazu beingetragen, ein gewisses Lesegefühl bei mir zu erschaffen.

Fazit:
Es ist zwar erst Januar und doch habe ich bereits mein erstes Jahreshighlight gefunden! „Winters zerbrechlicher Fluch“ besticht durch eine märchenhaft düstere und rätselhafte Atmosphäre, die durch jeden einzelnen Aspekt im Buch aufrecht erhalten und unterstützt wird. Dies ist ein Buch, das ich jedem Fan von Märchen-Fantasy unbedingt ans Herz legen möchte!



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