Rezension zu „When Women were Dragons“ von Kelly Barnhill
Meine Bewertung:

Details:
Titel: When Women were Dragons
Originaltitel: When Women Were Dragons
Autorin: Kelly Barnhill
Übersetzung: Isabelle Gore
Verlag: Cross Cult
Seiten: 448
Kauflink: Amazon
Preis: 26,00 € (D) Gebunden; 18,00 € (D) Taschenbuch; 12,99 € (D) E-Book
Klappentext:
Alex Green ist ein junges Mädchen in einer Welt, die der unseren sehr ähnlich ist, mit Ausnahme eines bahnbrechenden Ereignisses: der Massenverwandlung von 1955, als Hunderttausende von gewöhnlichen Frauen und Müttern Flügel, Schuppen und Krallen entwickelten, eine Spur der feurigen Zerstörung hinterließen und sich in die Lüfte erhoben. War das ihre Entscheidung? Was wird aus denen, die zurückbleiben? Warum hat sich Alex’ geliebte Tante Marla verwandelt, ihre Mutter aber nicht? Alex weiß es nicht. Es ist tabu, darüber zu sprechen. Zum Schweigen gezwungen, muss sich Alex dennoch mit den Folgen dieses erstaunlichen Ereignisses auseinandersetzen: eine Mutter, die sie mehr denn je beschützt, ein abwesender Vater, die beunruhigende Behauptung, dass ihre Tante nie existiert hat, und die Beobachtung, dass ihre geliebte Cousine Bea auf gefährliche Weise von dem Verbotenen besessen ist.
Dieser zeitgemäße und zeitlose Roman der preisgekrönten Autorin Kelly Barnhill entlarvt eine Welt, die Mädchen und Frauen klein halten will – ihr Leben und ihre Perspektiven – und erforscht, was passiert, wenn sie sich dennoch erheben – massenhaft – und den Raum einnehmen, der ihnen zusteht. Kirkus Reviews nannte „When Women Were Dragons“ eines der besten Science-Fiction- und Fantasy-Bücher des Jahres 2022.

Meine Meinung:
In einer Welt, die unserer sehr ähnlich ist, verwandeln sich Frauen manchmal in Drachen. Meist geschieht dies vereinzelt, aber 1955 kam es zu einer Massenverwandlung, in der hunderttausende Frauen an einem einzelnen Tag zu Drachen wurden, eine Spur der Vernichtung hinterließen und verschwanden. Eine dieser Frauen war Marla, die Tante der jungen Alex. Diese versucht nun zu verstehen, was geschehen ist und warum ihre geliebte Tante sie verlassen hat – und auch warum ihre Mutter sich nicht verwandelt hat. Doch sie trifft nur auf eine Wand des Schweigens, denn niemand möchte darüber sprechen, was geschehen ist und was wieder geschehen könnte.
Auch wenn es im ersten Moment so scheint, ist dies kein Fantasyroman. Zwar sind die Drachen als fantastisches Element vorhanden, ich würde das Buch jedoch eher als feministischen Roman mit magical realism-Elementen einordnen. Die Geschichte spielt in einer alternativen Geschichte in den 50er/60er-Jahren, in denen generell beinahe alles so ist, wie es in unserer Welt war, bis auf die Tatsache, dass sich Frauen manchmal plötzlich in Drachen verwandeln.
Die Geschichte ist ganz leise erzählt – es geht um das Aufwachsen als Frau in dieser Zeit. Um die Wahrheit hinter der verklärten Darstellung der „traditionellen Familie“, um die Wut der Frauen, die alleine gelassen wurden. Um den Versuch, die Wahrheit zu vertuschen, um einen Status Quo aufrecht zu erhalten, der eigentlich für einen großen Teil der Bevölkerung untragbar ist. Um Liebe und Verlust. Zum Teil ist es auch eine Coming of Age Story, in der es darum geht, die eigene Identität zu finden.
Was mich besonders berührt hat war der Umgang mit der Thematik, was unterbewusst von Frauen erwartet wird und wie sie wahrgenommen werden, wenn sie sich dieser Verantwortung entziehen. Wenn Frauen ihre Kinder verlassen, wird darüber anders gesprochen, als wenn Männer dies tun. Auch dies wurde, mal direkt, mal unterschwellig immer wieder in der Geschichte behandelt.
Für mich gab es eigentlich nur einen größeren Kritikpunkt an dem Buch – die Drachen funktionierten meiner Meinung nach zwar sehr gut als Allegorie, aber so gar nicht als Charaktere. An einem bestimmten Punkt nahm die Geschichte daher einen völlig anderen Ton an und verlor für mich vieles von den vorherigen tollen Überlegungen. Mehr kann ich leider dazu nicht sagen, ohne vieles zu spoilern.
Insgesamt ist dies dennoch eine wundervolle Geschichte über die Geschichte von Frauen in einer Zeit, welche heutzutage gern verklärt wird.

Fazit:
„When Women were Dragons“ ist eine feministische Geschichte in einer alternativen Welt, welche von der Wut von Frauen und dem Aufwachsen in Stille erzählt. Ich kann es nur weiterempfehlen!


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