Rezension zu „We’ll Prescribe You a Cat” von Syou Ishida
Meine Bewertung:

Details:
Titel: We’ll Prescribe You a Cat
Originaltitel: 猫を処方いたします。
Reihe: We’ll Prescribe You a Cat; Band 1
Autorin: Syou Ishida
Übersetzung: E. Madison Shimoda
Verlag: Doubleday
Seiten: 252
Kauflink: Amazon
Preis: 9,99 € (D) Gebunden; 9,49 € (D) E-Book
Klappentext:
On the top floor of an old building at the end of a cobbled alley in Kyoto lies the Kokoro Clinic for the Soul. Only a select few – those who feel genuine emotional pain – can find it.
The mysterious centre offers a unique treatment for its troubled patients: it prescribes cats as medication.
Get ready to fall in love:
– Bee, an eight-year-old female, mixed breed helps a disheartened businessman as he finds unexpected joy in physical labour;
– Margot, muscly like a lightweight boxer, helps a middle-aged callcentre worker stay relevant;
– Koyuki, an exquisite white cat brings closure to a mother troubled by the memory of the rescue kitten she was forced to abandon;
– Tank and Tangerine bring peace to a hardened fashion designer, as she learns to be kinder to herself;
– Mimita, the Scottish Fold kitten helps a broken-hearted Geisha to stop blaming herself for the cat she once lost.
Meine Meinung:
In einer versteckten Gasse in Kyoto ist die Kokoro Klinik für die Seele. Nur Menschen, die diese wirklich brauchen, finden den Weg dorthin. Der Arzt verschreibt jeder Person eine Katze und auch wenn niemand wirklich daran glaub, schaffen es die neuen tierischen Mitbewohner, das Leben ihrer Menschen gehörig umzukrempeln.
Ich hatte mich bei diesem Buch ins Cover verliebt und wollte den aktuell sehr beliebten, ostasiatischen Slice of Life-Geschichten nochmal eine Chance geben. Die meisten davon klingen so schön und es sind oft interessante Prämissen darin – wie etwa hier, dass Katzen als Medikation verschrieben werden. Aus diesem Grund habe ich es mit diesem Buch probiert.
Leider muss ich sagen, dass die Geschichte für mich einfach nicht funktionierte. Hier werden fünf Kurzgeschichten miteinander verflochten, wobei die Verbindung insgesamt eher dünn ist und mich am Ende bei der Auflösung auch nur bedingt überraschte. In jeder der Kurzgeschichten hat eine Person ein Problem in ihrem Leben und erhält eine Katze verschrieben, die direkt oder indirekt dafür sorgt, dass das Problem verschwindet. So hilft die Katze Bee in der ersten Geschichte etwa einem Angestellten dabei, dass dieser in seinem Job komplett unglücklich ist.
Mein großes Problem war, dass diese Geschichten komplett passiv abliefen und den menschlichen Charakteren alles einfach nur passierte. Die Katzen standen jedoch auch nicht wirklich im Fokus. Diese taten ab und zu etwas, meist existierten sie aber eher im Hintergrund. Insbesondere in der zweiten Geschichte hat mich dies gestört – der Protagonist in dieser findet eine Frau an seiner Arbeit unausstehlich. Nachdem er seine Katze erhält, ändert er von einem Tag auf den anderen seine Sichtweise, ohne, dass dies verdient wäre oder etwas spezifisches geschehen wäre. Aber auch in den anderen Geschichten hatte ich oft das Gefühl, dass die Problemlösungen zu einfach und zu nebenbei abliefen. Ich war am Ende der jeweiligen Kurzgeschichten nie interessiert an einem einzigen Charakter, inklusive der Katzen.
Der einzige Charakter, zu dem ich gerne mehr gewusst hätte, war die Krankenschwester in der Klinik. Diese war wirklich interessant dargestellt – leider fand ich die Auslösung am Ende des Buches dann eher enttäuschend.
Normalerweise hätte ich diesem Buch tendenziell eher drei Sterne gegeben – trotz aller Kritik stand hinter den Geschichten eine interessante Idee und ich kann sehen, warum es viele sehr positive Rezensionen erhalten hat, auch wenn ich anderer Meinung bin. Was für mich aber hier gar nicht in Ordnung war, war die sehr positive Darstellung von Scottish Fold Katzen. Diese Rasse ist eine Qualzucht. Im Buch werden generell wenig Katzen explizit als Rassen genannt, die Scottish Fold wird dabei aber einmal sehr positiv hervorgehoben und kommt dann am Ende sogar als Katze vor, ohne auf die extremen Probleme aufmerksam zu machen. Dies war für mich ein Grund, hier einen weiteren Stern abzuziehen.
Fazit:
„We’ll Prescribe You a Cat“ ist eine interessante Geschichte mit spannender Prämisse, die mich leider durch die Passivität der Charaktere und der Handlung nicht wirklich überzeugen konnte.

