Rezension zu „Welch grausame Gnade“ von Chloe Gong
Meine Bewertung

Details:
Titel: Welch grausame Gnade
Originaltitel: These Violent Delights
Reihe: These Violent Delights Band 1
Autorin: Chloe Gong
Übersetzung: Carolin Moser
Verlag: Lago Verlag
Seiten: 464
Kauflink: Amazon
Preis: 20,00 € (D) Taschenbuch; 15,99 € (D) E-Book
Klappentext:
Eine Blutfehde zwischen zwei Banden färbt die Straßen rot und lässt die Stadt hilflos im Chaos versinken. Im Zentrum des Geschehens steht die achtzehnjährige Juliette Cai, eine emanzipierte junge Frau, die die stolze Nachfolgerin an der Spitze der kriminellen Scarlet Gang werden will. Ihre einzigen Rivalen an der Macht sind die White Flowers, die die Scarlets seit Generationen bekämpfen. Jeder Schritt der White Flowers wird von Roma Montagov geplant, Juliettes erster Liebe … und ihrem ersten Verrat.
Doch als Gerüchte über eine Krankheit umgehen, die in den Wahnsinn treibt, und sich die Todesfälle häufen, müssen Juliette und Roma ihre Waffen – und ihren Groll – beiseitelegen und zusammenarbeiten. Denn wenn sie dieses tödliche Chaos nicht aufhalten, wird es keine Stadt mehr geben, die sie regieren können.

Meine Meinung:
Nach zwei Jahren im Exil im Westen, kehrt die Erbin der kriminellen Scarlet Gang, Juliette Cai, nach Shanghai zurück. Doch die Macht ihrer Familie hat nachgelassen, seit immer mehr westliche Mächte in das Land eindringen. Zudem gibt es die rivalisierende Gang White Flowers, mit deren Erbe, Roma Montagov, sie noch eine Rechnung offen hat. Doch als eine mysteriöse, tödliche Krankheit in den Straßen Shanghais zu wüten beginnt, müssen Juliette und Roma ihre Fehde beenden und zusammenarbeiten, um ihre Stadt zu retten.
„Welch grausame Gnade“ ist ein Buch, welches so ganz anders war, als ich es erwartet hatte. Die Geschichte wird oft beschrieben als Romeo und Julia im Shanghai der 20er Jahre, wodurch ich deutlich mehr Romantik erwartet hatte, als es tatsächlich der Fall war. Ich kenne aber auch das Original nur bedingt, weshalb ich keine wirklichen Vergleiche ziehen kann, wie treffend der Vergleich ist.
Ich würde die Geschichte am ehesten als eine Mischung aus Horror, historischem Roman und Fantasy, oder zumindest Paranormalem, beschreiben, wobei die Horror-Elemente weniger gruselig und eher ekelig sind. Ich persönlich weiß nicht, ob ich das Buch gelesen hätte, wenn ich gewusst hätte, was genau darin vorkommt, denn mit einigen Elementen hatte ich doch so meine Probleme. Dadurch wäre mir aber auch eine großartige Geschichte entgangen.
Diese ist nämlich unglaublich interessant und voller unerwarteter Wendungen. Auf der Suche nach dem Grund und einem Heilmittel für die Krankheit gibt es viele Intrigen und Verrat in den Gangs. Und dazwischen wurden auch Themen wie etwa Kolonialismus und Klassismus behandelt. Leider geschah dies sehr unterschiedlich gut. Der Kolonialismus durchzog diese Geschichte unterschwellig von Anfang bis Ende und auch wenn nur an wenigen Stellen offen darüber geredet wurde, war die Auseinandersetzung damit wirklich sehr gelungen. Anders sah es leider beim Klassismus aus. Dies fing schon damit an, dass die Kommunisten in diesem Buch einfach die Bösen waren, ohne dass es dafür eine andere Erklärung gab, als dass sie eben bessere Bedingungen für Arbeiter forderten. Natürlich sehen wir diese Gruppe durch die Augen der reichen und privilegierten Juliette, wodurch diese Ansichten plausibel sind, allerdings wird den Lesenden immer wieder suggeriert, dass sich Juliette sehr wohl um ihre Bediensteten kümmert und möchte, dass es diesen möglichst gut geht (wobei es hier auch einen starken Widerspruch zwischen dem was gesagt und gezeigt wird gibt). Dies hätte ein interessanter Spannungspunkt für das Buch sein können, leider wird darauf nie weiter eingegangen, weshalb ich diese Auseinandersetzung mit dem Thema nicht wirklich gelungen nennen kann.
Was mir wiederum gut gefallen hat, war der Schreibstil. Ich habe das Buch in der deutschen Übersetzung gelesen und kann nicht beurteilen, wie dieser im Original ist, aber mir gefiel der Stil, den ich gelesen habe, wirklich sehr gut!

Fazit:
Trotz kleinerer Kritikpunkte und einiger Horror-Elemente, welche mir persönlich das Lesen erschwert haben, konnte mich „Welch grausame Gnade“ definitiv überzeugen. Es ist eine Geschichte voller Intrigen, Verrat und Spannung und ich freue mich bereits auf den zweiten Band.


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