Cover Warrior Girl Unearthed
Jugendthriller Lesetipp Thriller Zeitgenössisch

Warrior Girl Unearthed

Rezension zu „Warrior Girl Unearthed“ von Angeline Boulley

Meine Bewertung:
4 Sterne von 5

Details:
Titel: Warrior Girl Unearthed
Originaltitel: Warrior Girl Unearthed
Autorin: Angeline Boulley
Übersetzung: Petra Bös
Verlag: cbj
Seiten: 450
Kauflink: Amazon
Preis: 20,00 € (D) Gebunden; 12,99 € E-Book

Klappentext:

Perry Firekeeper-Birch weiß ganz genau, wer sie ist: der entspanntere Zwilling, die Unruhestifterin, die beste Anglerin auf Sugar Island. Ihre Pläne führen sie nie zu weit weg von ihrem Zuhause und sie würde es nicht anders haben wollen. Aber dann verschwinden plötzlich indigene Frauen aus Perrys Umfeld. Ihre eigene Familie wird in die Ermittlungen zu einem Mord hineingezogen und gierige Grabräuber versuchen aus Artefakten, die rechtmäßig Perrys Anishinaabe Tribe gehören, Profit zu schlagen. Und Perry beginnt, alles infrage zu stellen. Kurzerhand beschließt sie, die Dinge selbst in die Hand zu nehmen. Doch bei ihrem Plan gerät Perry ins Kreuzfeuer alter Rivalitäten und Geheimnisse und sie ist sich nicht sicher, ob sie die Wahrheit herausfinden kann, bevor ihre Vorfahren und die verschwundenen Frauen für immer verloren sind …

Klappentext Warrior Girl Unearthed
Meine Meinung:

„Warrior Girl Unearthed“ wurde mir freundlicherweise vom cbj Verlag als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt. Auf meine Meinung hat dies keine Auswirkungen.

Perry wollte eigentlich den ganzen Sommer mit Angeln verbringen. Doch als sie einen Unfall hat, muss sie einen Job annehmen, um genug Geld zu verdienen. Sie beginnt, im Museum des Tribes zu arbeiten und erfährt dort, wie viele Vorfahren und Artefakte, die rechtmäßig Perrys Tribe gehören, in Universitäten und Privatsammlungen liegen. Damit konfrontiert, beschließt sie, alles zu tun, um diese zurückzuholen, auch wenn die Mittel nicht immer legal sind. Doch dann verschwinden junge indigene Frauen in der Umgebung und Perry wird in die Ermittlungen hineingezogen.

Dies ist das zweite Buch der Autorin, welches ich lese und in beiden merkt man einfach ihre Liebe zu ihrer Kultur. Auch dieses Buch ist wieder zentriert um den Ojibwe Tribe und erzählt von vielen Problemen, mit denen Native Americans zu kämpfen haben. Darunter sind einige ziemlich schreckliche, wie etwa, dass viele Gewalttaten gegen indigene Frauen niemals zur Rechenschaft gezogen werden. Zentral geht es hier aber darum, dass seit Jahrhunderten Gräber durch Weiße geplündert wurden und Knochen und Grabbeigaben immer noch in den verschiedensten Institutionen gelagert werden. Diese Ungerechtigkeit sollte das Gesetz NAGPRA beheben, doch auch hier gibt es zu viele Schlupflöcher, so dass diese Rückgaben bereits seit Jahrzehnten verzögert werden. Ich konnte Perrys Wut darüber sehr gut nachvollziehen und habe durch das Lesen selbst so einiges gelernt.

Besonders gut hat mir in dem kulturellen Zusammenhang auch gefallen, dass immer wieder Ojibwe-Worte im Text verwendet werden. Manchmal gibt es dazu eine Übersetzung, vieles kann aber aus dem Kontext erschlossen werden. Für mich hat dies die Sprache der Charaktere einfach viel echter scheinen lassen.

Nicht ganz so gut fand ich allerdings die deutsche Übersetzung, in der regelmäßig das rassistisch konnotierte I-Wort reproduziert wird. Es wäre gerade bei einem solchen Buch wünschenswert, wenn Übersetzer*innen gewählt würden, welche sich mit den entsprechenden Begriffen auskennen – oder sich das Wissen darüber aneignen.

Neben der Thematik der verzögerten Rückgaben kommen noch weitere Plots hinzu. Insbesondere die vermissten Frauen nehmen gegen Ende des Buches immer mehr Raum ein und es gibt zudem auch eine kleine Liebesgeschichte. Alle diese Plots für sich genommen fand ich interessant und ich war bis zum Ende des Buches hochgespannt, was geschehen würde.

Ich muss leider aber sagen, dass meiner Meinung nach, die Zusammenführung der verschiedenen Handlungsstränge nicht besonders gut geglückt ist. Gerade gegen Ende franste die Geschichte etwas aus, viele Thematiken wurden zwischendurch fallengelassen oder nur noch halbherzig behandelt. Insbesondere, ob wirklich jedes Mittel recht ist, um die Vorfahren zurückzuholen, war zu Beginn durchaus eine präsente Thematik, wurde dann aber kaum noch behandelt, um eher unbefriedigend aufgelöst zu werden. Auch die Motivation des Gegenspielenden war in meinen Augen ein wenig weit hergeholt. Ich glaube, aus dem Ende hätte hier einfach mehr herausgeholt werden können.

Trotz dieser Kritik empfinde ich dieses Buch als gutes und vor allem als unglaublich wichtiges Jugendbuch, welches ich sehr gerne weiterempfehlen möchte. Wobei meine Empfehlung wäre, mit „Firekeeper’s Daughter“ zu starten. Auch wenn dies streng genommen keine Reihe ist, gibt es hier ein paar Spoiler zu dem vorherigen Buch der Autorin.

Widmung im Buch Warrior Girl Unearthed
Fazit:

„Warrior Girl Unearthed“ erzählt eine unglaublich wichtige Geschichte über kulturelle Ausbeutung und Ungerechtigkeiten. Dazu ist das Buch sehr spannend. Nicht ganz optimal gelöst habe ich zwar das Ende empfunden, aber dennoch möchte ich die Geschichte unbedingt weiterempfehlen!

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