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Von Gier und Verlust

Rezension zu „Von Gier und Verlust“ von Susan Kaye Quinn

Dies ist der zweite Band einer Reihe. Meine Rezension enthält leichte Spoiler zum ersten Teil.
Hier geht es zur Rezension zu „Im Strom der Macht“ (Band 1).

Meine Bewertung:
4 1/2 Sterne von 5

Details:
Titel: Von Gier und Verlust
Originaltitel: You Knew the Price
Reihe: Zukunftsschimmer-Reihe Band 2 von 4
Autorin: Susan Kaye Quinn
Übersetzung: Michael Drecker
Verlag:
Seiten: 
Kauflink: Amazon
Preis: 9,99 € (D) Taschenbuch; 2,99 € (D) E-Book

Klappentext:

In einer Welt, in der klimagetriebene Pandemien die Menschheit plagen, hilft Regionaldirektorin Zuri Hill-Gray mit ihrem Stromnetzmanagement dabei, die Klimakrise mit sauberer Energie in Schach zu halten.
Zuri hat das perfekte Leben – ein wunderschönes Heim in einer Hügelsiedlung, eine liebevolle Familie und eine einflussreiche Position, um den Großraum L.A. mit Strom zu versorgen. Wenn sie nur nicht ständig den Geist ihrer toten Zwillingsschwester im Spiegel sehen würde. Ihr Verlust belastet sämtliche ihrer Beziehungen – zu ihrem Ehemann, ihren Tanten, und selbst zu ihrer Mutter, die ihre Tochter nicht ansehen kann, ohne die Hälfte zu sehen, die fehlt. Und Zuri selbst schafft es kaum noch, der kleinen Tochter ihrer Schwester gegenüberzutreten – für Ruby ist Zuri der Geist.
Weswegen sie am Todestag ihrer Zwillingsschwester einmal mehr auf die Arbeit flüchtet.
Doch dort taucht eine Energietechnikerin in ihrem Büro auf und behauptet, dass jemand Strom von Power Island Eins stehlen würde – und versucht hat, sie umzubringen, um das zu vertuschen. Obwohl Zuri anfangs nichts davon glaubt, muss sie sich irgendwann eingestehen, dass irgendwer einen riesigen Aufwand betreibt, um direkt vor ihrer Nase ein gigantisches Geheimprojekt zu verbergen. Was sie zweifellos ihren Job kosten könnte.
Zuri hat bereits ihre bessere Hälfte verloren – sie kann nicht zulassen, dass sie das auch noch verliert.

Meine Meinung:

„Von Gier und Verlust“ wurde mir freundlicherweise vom Übersetzer, Michael Drecker, als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt. Auf meine Meinung hat dies keine Auswirkungen.

Zuris Job als Regionaldirektorin ist es, dafür zu sorgen, dass das Stromnetz ordentlich läuft und alle mit sauberer Energie versorgt sind. Doch im letzten Jahr lief sie dabei eher auf Autopilot, seit ihre Zwillingsschwester gestorben ist. Ihre zweite Hälfte scheint zu fehlen und der Verlust belastet auch ihre Beziehung zu ihrer Familie. Als sie sich am Todestag ihrer Schwester in die Arbeit flüchtet, taucht dort eine Energietechnikerin auf und behauptet, dass jemand Strom von den Menschen stehlen würde. Zuri fällt es schwer, dies zu glauben, doch mehr und mehr wird sie in einen rätselhaften Komplott hineingezogen.

Der zweite Band dieser Reihe hat eine neue Protagonistin, handelt jedoch von der gleichen Geschichte und es gibt ein Wiedersehen mit Charakteren aus dem letzten Band. Auch wenn Zuri hier das Ruder übernimmt, kommt Lucía trotzdem als Nebencharakter vor. Mir hat dies gut gefallen, denn so fühlte es sich wie ein nahtloser Übergang an, trotz neuer Protagonistin und es hat mir die Möglichkeit gegeben, Lucía durch die Augen von anderen kennenzulernen.

Zuri als Protagonistin mochte ich sehr. Sie hat eigentlich alles, was man sich wünschen könnte, aber durch die Trauer um ihre Zwillingsschwester fühlt sie sich nicht mehr ganz. Ein Teil von ihr scheint zu fehlen und auch nach einem Jahr ist dieses Gefühl nicht besser geworden. Darunter muss vor allem Zuris Familie leiden. Zuris charakterliche Entwicklung über das Buch hinweg fand ich sehr gelungen. Trotz der Kürze des Textes hatte ich das Gefühl, dass dies sehr natürlich geschah. Dass sie in die Verschwörung hineingezogen wurde, bot ihr die Möglichkeit, eine neue Perspektive einzunehmen und zu bedenken, was ihre Schwester wollte und was sie selbst will. Diese Entwicklung war großartig umgesetzt.

Auch das große Rätsel, in welches wir im ersten Band eingeführt wurden, nahm hier Gestalt an. Dieser Aspekt gefiel mir bereits dort und auch hier war es spannend mitzuerleben, wie die Charaktere versuchen, aufzudecken, wer hinter dem Stromdiebstahl steht und was das Motiv ist. Ein kleiner Kritikpunkt war für mich allerdings, dass ich es gegen Ende nicht ganz realistisch fand, dass die Charaktere nicht stärker versuchen würden, sich an Einrichtungen wie die Polizei zu wenden. Dies wird zwar versucht zu erklären, allerdings war ich hier nicht ganz überzeugt. Ich würde es allerdings nicht als Logikfehler bezeichnen oder als besonders störend für das gesamte Buch.

Für mich hat dieser zweite Band noch einmal eine Schippe draufgelegt und hat mich nun vollständig von dieser Reihe überzeugt! Ich freue mich bereits auf die beiden kommenden Bände!

Fazit:

„Von Gier und Verlust“ ist ein überzeugender zweiter Band, der die Reihe noch einmal auf ein neues Level katapultiert. Neben einem weiterhin spannenden Rätsel gibt es hier eine starke Protagonistin mit überzeugender Charakterentwicklung, der ich sehr gerne gefolgt bin.

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