Rezension zu „Urban Fantasy Going Mental“ von Aşkın-Hayat Doğan und Jade S. Kye
Meine Bewertung:

Details:
Titel: Urban Fantasy Going Mental
Herausgebende: Aşkın-Hayat Doğan & Jade S. Kye
Verlag: Verlag ohneohren
Seiten: 258
Kauflink: Amazon
Preis: 14,99 € (D) Taschenbuch; 3,99 € (D) E-Book
Klappentext:
Tief unter der Stadt brodelt es. Wie ein Schienennetz kreuzen sich die Wege von Urban Fantasy, Mental Health und Neurodivergenz. Auf der Suche nach Abenteuern, beim Ergründen von Geheimnissen, auf dem Weg zu magischen Orten – oder einfach nur im täglichen Kampf mit einer Welt, die nicht für sie gemacht scheint, durchstreifen Held*innen die Stadt. Bei ihren Entdeckungsreisen in Häuserschluchten und zwischen zahllosen Wesenheiten finden sie Antworten auf ihre Fragen und manchmal auch sich selbst. In 22 Kurzgeschichten von Own-Voices zu den Themen Mental Health und Neurodivergenz geht es um Protagonist*innen, die mehr als nur eine praktische Inspiration für Nichtbetroffene sind. Und eine laute Stimme gegen Stigmatisierung!
Meine Meinung:
„Urban Fantasy Going Mental“ wurde mir freundlicherweise vom Verlag ohneohren als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt. Auf meine Meinung hat dies keine Auswirkungen.
Diese Anthologie versammelt 22 Kurzgeschichten von verschiedenen Autor*innen. Alle Geschichten spielen in unserer Welt, alle sind auf die ein oder andere Weise phantastisch und alle behandeln Mental Health und Neurodivergenz. Das Spektrum geht dann aber von einer Vampirjagd, bis hin zu beinahe meditativen Texten, die sich vor allem auf das Verhältnis des Charakters zu einer Welt, die nicht für ihn oder sie gemacht zu sein scheint, beziehen. Jede Geschichte beginnt mit einer kurzen Vita der Autor*innen und einer Liste an Inhaltswarnungen.
Bei 22 Kurzgeschichten ist es ja eigentlich kaum vermeidbar, dass einem einzelne nicht so gut gefallen, wie andere und das ist auch oft mein Problem, wenn ich mich auf Anthologien einlasse. Hier gab es aber tatsächlich nur eine einzige Geschichte, die mir persönlich einfach nicht gefallen hat. Alle anderen Geschichten konnten mich abholen und oftmals richtig begeistern.
Insbesondere die Mischung fand ich hier sehr gut gelungen. Ich hatte das Gefühl, so viele Facetten eines Themas zu sehen. Manche Geschichten sollten Mut machen, manche vielleicht sogar ein wenig darüber informieren, wie es ist mit Neurodivergenz zu leben – und manche Geschichten waren in erster Linie unterhaltend. Jede Geschichte hatte ihren Platz in dieser Anthologie und so konnte auch ein großes Spektrum an Erfahrungen abgedeckt werden.
Natürlich gab es auch einige Geschichten, die mich persönlich ganz besonders begeistern konnten. Darunter waren etwa „Wo die Wut sich schlafen legt“ von Iva Moor, „Vertraut“ von Melanie Vogltanz und „Zerschleimung“ von Claus R. Kullak.
Mein einziger Kritikpunkt war, dass ich überdurchschnittlich oft das Gefühl hatte, dass hier Ideen für Novellen oder teils sogar Romane in Kurzgeschichtenform gepresst worden waren. Die Umsetzung war dennoch sehr gut, aber mir passierte es einfach zu oft, dass ich das Gefühl hatte, es fehlte einfach etwas und die Geschichte wäre noch besser gewesen, wenn sie etwas mehr Raum gehabt hätte.
Fazit:
„Urban Fantasy Going Mental“ ist eine überzeugende Anthologie, welche einen in viele verschiedene Geschichten entführt, die alle sehr gut zusammenpassen und ein stimmiges Gesamtbild ergeben. Auch wenn ich oft das Gefühl hatte, den einzelnen Geschichten hätte noch mehr Raum gutgetan, war die Umsetzung doch jedes Mal sehr gut und der thematische Schwerpunkt schön umgesetzt.

