Rezension zu „Unser letzter Tag“ von Stefan Suchanka
Meine Bewertung:

Details:
Titel: Unser letzter Tag
Autor: Stefan Suchanka
Verlag: Kirschbuch Verlag
Seiten: 242
Kauflink: Amazon
Preis: 12,00 € (D) Taschenbuch; 7,99 € (D) E-Book
Klappentext:
„Würdest du heute dein Leben ändern, wenn es kein Morgen mehr gäbe? Sieben sehr verschiedene Menschen müssen sich dieser Frage stellen. Jeder für sich, und doch gemeinsam. Denn sie sind miteinander verbunden – ob sie es wollen, oder nicht. Durch einen gemeinsamen Freund. Eine persönliche Entscheidung. Einen letzten Tag.“

Zitat:
„Er schloss sein Leben hier, in diesem Appartement, in diesem Wohnblock, dieser Stadt, genauso ab, wie der Asteroid, der nun unaufhaltsam auf seiner Zielgeraden war, das Leben der knapp acht Milliarden Menschen auf dem Planeten Erde abschließen würde.“
Meine Meinung:
Ein Komet rast auf die Erde zu und kann nicht aufgehalten werden. In wenigen Stunden wird somit die Erde zerstört und die Menschheit vernichtet werden. Sieben sehr unterschiedliche Menschen stehen vor der Frage, wie sie ihren letzten Tag gestalten wollen. Alle sind miteinander verbunden, mindestens durch ihren gemeinsamen Freund Ludwig, der sie alle noch einmal besuchen möchte.
Die Kapitel sind in die sieben Todsünden aufgeteilt – Hochmut, Habgier, Wollust, Neid, Maßlosigkeit, Wut und Trägheit – und in jedem Kapitel erleben wir die Sichtweise eines Charakters, der sich diese Eigenschaft angeeignet oder sie abgelegt hat. In jedem Kapitel trifft der entsprechende Charakter auf Ludwig, der oft nochmal ziemlich gemein und kalt ist und auf Kaczmarek, der oft ein paar kluge Worte übrig hat.
In „Unser letzter Tag“ werden mehrere sehr interessante Gedankengänge aufgeworfen und an vielen Stellen gibt es durchaus Stoff zum drüber nachdenken. Manchmal sind Handlungen satirisch überspitzt, um dies zu erreichen, was dem Text ab und zu auch eine Prise Humor verleiht. Besonders spannend war hier vor allem zu sehen, welche der Charaktere ihren Prinzipien treu bleiben und welche nicht. Einigen davon fühlt man sich vielleicht selber verbunden und fragt sich dann, was man selbst tun würde.

Ein Problem, welches ich mit dem Text hatte, war, dass oft einfach nicht klar wurde, wohin die Reise gehen sollte. Natürlich, da sind die Charaktere, die alle ihre letzten Stunden verleben, aber man bekommt jeweils nur einen sehr kurzen Einblick in ihre Gedankenwelt. Das hat dazu geführt, dass ich am Ende des Buches keinen davon so wirklich kennen gelernt habe. Ich hätte mir hier doch etwas mehr Charakterentwicklung gewünscht. Die vorhandene war mir doch oft einfach zu plötzlich und dadurch auch teils unglaubwürdig.
Besonders Ludwig und Kaczmarek, die Auslöser für viele Entwicklungen, fand ich schwer greifbar. Ich hätte mir mehr Einsichten in ihre Motivation gewünscht. Gegen Ende gibt es hier zwar eine Art Auflösung, jedoch fand ich auch diese eher knapp und rätselhaft. Für mich persönlich hätte es hier gerne mehr Kontext geben können.
Letztendlich denke ich, dass es bei diesem Buch darauf ankommt, mit welcher Erwartung man herangeht. Erwartet man einen klassischen Roman, in dem es hauptsächlich um die Charaktere und ihre Entwicklung geht, so wird man hier eher enttäuscht werden. Sucht man dagegen nach einem Buch, welches einen auf neue Gedanken bringen kann, dann könnte „Unser letzter Tag“ genau das richtige sein.
Fazit:
„Unser letzter Tag“ hat es auf jeden Fall geschafft, mich zum Nachdenken anzuregen. Allerdings hat mir persönlich doch etwas die Charakterentwicklung und Handlung gefehlt.

