“Haben Sie das eigentlich zu allen gesagt?“ Ich wies mit dem Kopf auf die anderen Mädchen.
Selection, Kiera Cass
„Ja, und es schien allen zu gefallen.“
„Und genau aus diesem Grund gefällt es mir nicht.“
Erklärung:
Dieser Trope findet sich vor allem in der YA-Literatur und bezeichnet die Dynamik, dass die Protagonistin als anders als andere Mädchen/Frauen dargestellt wird. Sie sagt dies entweder von sich selbst, oder bekommt es von einem männlichen Charakter (meist einem mit romantischen Interesse) gesagt. Während dies bis vor einigen Jahren noch sehr direkt geschrieben wurde, ist dieser Trope mittlerweile eher zwischen den Zeilen versteckt. Statt direkt zu sagen „Ich bin nicht, wie andere Frauen“ finden sich eher Stellen wie „Hoffentlich keine blonden Barbies mit hüftlangen Extensions, falschen Wimpern und aufgespritzten Lippen […]. Auf solche Tussen hatte ich überhaupt keine Lust. Überhaupt hatte ich die Erfahrung gemacht, dass sich andere Mädchen mit mir eher schwertaten. Irgendwie… schreckte ich sie ab.“ (Stolen, Emily Bold).
Das Ziel dieses Tropes ist es, dass sich jugendliche Leserinnen mit der Protagonistin stärker identifizieren können.
Warum ist das problematisch?
Dieser Trope zeigt jungen Mädchen, dass alles, was typischerweise mit Weiblichkeit assoziiert wird, grundlegend schlecht ist. Statt zu akzeptieren, dass einige Frauen sich etwa schminken wollen und andere eben nicht, wird diesen Dingen ein Wert beigemessen. Eine Frau, die nicht „cool“ ist und männliche Attribute annimmt (dabei aber natürlich sexy ist, ohne es zu wissen!), wird als weniger wert gesehen.
Spätestens, wenn das Verhalten von Mädchen als schlimmer beschrieben wird, als das von komasaufenden, drogennehmenden Jungs, bloß weil sie Make-up tragen und hohe Stimmen haben, muss man wohl keine Feministin sein, um zu erkennen, dass das kein gesundes Frauenbild sein kann! („Die Mädchen waren noch schlimmer. Fünf Schichten Make-up, bis ihre Gesichter orange glänzten, und bitchige, schrille Stimmen, die sie aus den amerikanischen Teenie-Serien übernommen hatten.“ – Ferryman, Claire McFall)
Kann der Trope auch gut dargestellt werden?
Es gibt mehrere Möglichkeiten, diesen Trope so zu verwenden, dass er nicht problematisch ist. Das Buch „Meine dunkle Vanessa“ von Kate Elizabeth Russell ist ein gutes Beispiel dafür. Die Protagonistin Vanessa sieht sich als Außenseiterin, mit anderen Hobbies, als andere Mädchen in ihrem Alter. Ihr Englischlehrer nutzt dies aus und bestärkt sie in diesen Gedanken, um sie vulnerabler für seine Zwecke zu machen.
Weitere Möglichkeiten, für eine gute Verwendung, wäre etwa ein Charakter, der diese Gedanken hat, über die Geschichte hinweg aber merkt, dass dies gar nicht stimmt. Auch in Geschichten mit Zeitreisen, oder Alienrassen gibt es Situationen, in denen dieser Trope sinnvoll genutzt werden kann.
Weiterführende Literatur:
TV-Tropes: Not like other girls
“YA Protagonists Still Aren’t Like Other Girls” auf Ashia Monet


[…] Charakter. Zu einen, weil sie keine Charakterzüge habe und zum anderen weil sie ein typisches „not like other girls“-girl sei. In zweiterem stimme ich leider auch absolut zu und dies war auch aus heutiger Sicht […]
[…] selbst ist der Inbegriff von „not like other girls“. Sie betont immer und immer wieder, dass andere Mädchen ja nur blonde Barbies seien, die völlig […]
[…] selbst erfüllt leider das Klischee, dass sie „nicht wie andere (Frauen)“ ist. Fairerweise bezieht sich dies in ihrem Fall nicht nur auf Frauen, sondern auf alles und […]
[…] fand, war, wie nebenbei einfach andere Frauen niedergemacht wurden. Die Tatsache, dass sie eben nicht wie andere „typische“ Frauen ist, wird immer wieder wiederholt und dabei kommt es so rüber, als ob „gestylte Püppchen oder das […]
[…] Charaktere konnten es für mich auch nicht retten. Rune war, wie auch im ersten Teil schon, „nicht wie andere Frauen“, was auch sehr deutlich gesagt wird. Mehrfach betont Adam, dass sie nicht in die Welt gehört, […]
[…] sind Clarys „not like other girls”-Tendenzen deutlich geringer als im ersten Band. Tatsächlich habe ich nur eine Stelle gefunden, […]
[…] Oft ist dies damit gekoppelt, dass die Protagonistin möglichst wenig eigene Charaktereigenschaften hat, damit sich jeder mit ihr identifizieren kann. Zudem ist sie in vielen Fällen „not like other girls“. […]
[…] von Frauen war meiner Meinung nach grenzwertig. Es fängt damit an, dass Melek natürlich nicht wie andere Frauen ist. Das alleine wäre schon nervig genug für mich, denn den Trope kann ich einfach nicht mehr […]
[…] ist völlig passiv und ihr innerer Monolog ist leider alles andere als spannend. Sie ist natürlich nicht wie andere Frauen und interessiert sich, nachdem sie Edward kennengelernt hat, nur noch für ihn, während sie ihre […]
[…] sich bewusst von anderen Frauen abgrenzen wollen, um von Männern positiver wahrgenommen zu werden. Nicht wie andere Frauen zu sein, soll dazu führen, dass sie eher von Männern als „Eine von den Guten“ und damit als […]