Cover "Torn into Pieces"
Gothic Horror Horror

Torn into Pieces

Rezension zu „Torn into Pieces“ von Mo Schneyder

Meine Bewertung:
4 Sterne von 5

Details:
Titel: Torn into Pieces
Autorin: Mo Schneyder
Seiten: 536
Kauflink: Amazon
Preis: 0,99 € (D) E-Book

Klappentext:

„Gerade noch mittellos und ohne Job, da winkt das Schicksal mit dem Zaunpfahl: Lailani bekommt die Chance, als Nanny in einem Herrenhaus in der Provence anzufangen, noch dazu für den attraktiven Comte Élian de Syrah.
Doch warum steht das herrschaftliche Gebäude seit über zwanzig Jahren leer? Welche Geheimnisse hütet es? Dunkle Ahnungen beschleichen Lailani, als sie es zum ersten Mal betritt und von unheimlichen Visionen heimgesucht wird. Nachts erwachen die Figuren in dem verwilderten Park zu neuem Leben.
Wenig später liegen tote Hühner vor der Haustür. Irgendetwas hat ihnen bei lebendigem Leib die inneren Organe ausgesaugt…
Lailani begibt sich auf die Suche nach dem Täter, nicht ahnend, dass das Geheimnis ihre schlimmsten Albträume übertrifft. Denn im Château de Syrah ist nichts so, wie es scheint.“

Zitat:

„Die Frau, die den Parkettboden geschrubbt hatte. Ihre fast schwarzen Augen gingen mir nicht mehr aus dem Kopf. Wie scheu sie geschaut hatte. Und gleichzeitig so forschend, als würde sie auf den Grund meiner Seele blicken.“

Meine Meinung:

„Torn into Pieces“ wurde mir freundlicherweise von der Autorin als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt. Auf meine Meinung hat dies keinen Einfluss.

Lailani hat ihre Familie auf den Philippinen verlassen, um in Frankreich Arbeit zu finden. Mittellos und ohne gültige Aufenthaltsgenehmigung schlägt sie sich durch, als sie plötzlich eine Anstellung als Nanny bei Comte Élian de Syrah in einem verfallenen Herrenhaus erhält. Die Bewohner des Ortes erzählen Schauergeschichten über das Haus und auch Lailani merkt bald, dass etwas nicht mit rechten Dingen zugeht.

„Torn into Pieces“ hat etwas von einem Labyrinth. Die Geschichte ist verwinkelt und verschachtelt und es ist beinahe unmöglich alleine alle Handlungsstränge zu entschlüsseln. Dieses Buch ist ein Fest für alle, die gerne miträtseln. Durch die wechselnden Perspektiven erhält man immer wieder neue Hinweise, allerdings nie zu offensichtlich. Es gibt Momente, in denen man, wenn man denn gut aufgepasst hat, einige Zusammenhänge erahnen kann, aber zumindest mir war es bis zum Schluss nicht möglich, den Irrgarten alleine zu entwirren.

Die Verbindung von realem Horror und übernatürlichen Elementen gelingt wirklich gut. Dass hier philippinische Mythen aufgegriffen werden, macht die Geschichte noch einmal zu etwas ganz Besonderem. Auch wenn einige Charaktere für meinen Geschmack ein wenig schnell akzeptiert haben, dass das Übernatürliche scheinbar existiert, glaube ich andersherum nicht, dass es der Geschichte gutgetan hätte, daraus ein großes Thema zu machen.

Die Charaktere im Buch konnten mich definitiv überzeugen. Interessant war hier, die verschiedenen Facetten kennen zu lernen. Man sieht einen Charakter immer wieder durch die Augen verschiedener anderer Personen und damit auch, wie diese sie sehen. Besonders deutlich wurde dies etwa bei Èlians Frau. Durch diese Sichtwechsel war es nur noch schwerer herauszufinden, wie alles zusammenhing. Die Autorin hat es hier erfolgreich geschafft, ein Spinnennetz zu kreieren. Allerdings muss ich sagen, dass bei einigen Charakteren die Hintergrundgeschichte etwas zu ausführlich wurde. Gegen Ende gab es hier einiges an Exposition und manches war einfach nicht relevant für die Geschichte. Es fühlte sich an, als ob hier nur noch weitere Schockmomente hinzugefügt werden sollten.

Ein weiterer Kritikpunkt waren für mich die Dialoge. Diese fühlten sich selten so wirklich natürlich an. Besonders wenn es darum ging, Informationen zu geben, kam es mir manchmal so vor, als würden die Charaktere aus einem Lexikonartikel zitieren.

Was mir dagegen sehr gut gefallen hat, waren die vielen relevanten Themen, die hier feinfühlig verarbeitet wurden. Besonders Klassenunterschiede und dadurch entstandene Privilegien werden sehr gut behandelt und haben mir viel zum Nachdenken gegeben. Es geht hier um Menschen, die oft genug übersehen werden und die doch immer auch eine Geschichte zu erzählen haben. Die Autorin gibt ihnen in diesem Buch eine Stimme.

Fazit:

Wer rätselhafte Horrorgeschichten mit einigen übernatürlichen Elementen sucht, dem kann ich „Torn into Pieces“ definitiv weiterempfehlen. Die philippinische Mythologie und die Klassen-Thematik machen das Buch noch einmal zu etwas Besonderem!

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