Rezension zu „Thron aus Sturm und Sternen – Seelendonner“ von Annie Waye
Meine Bewertung:

Details:
Titel: Thron aus Sturm und Sternen – Seelendonner
Reihe: Thron aus Sturm und Sternen Band 1
Autorin: Annie Waye
Verlag: Loomlight
Seiten: 390
Kauflink: Amazon
Preis: 3,99 € (D) E-Book
Worum geht es?
„Als ein Krieg um den Thron ausbricht, gerät Kauna aus dem längst vergessenen Stamm der Crae unfreiwillig zwischen die Fronten: auf der einen Seite der Königssohn Malik, dem sie ihr Leben zu verdanken hat. Auf der anderen ihre große Liebe Gil, dessen Vater die Macht an sich zu reißen und ihren Stamm zu unterwerfen droht. Als Kauna dem Ruf ihres Herzens folgt, verliert sie alles, was ihr je etwas bedeutet hat – und begibt sich gemeinsam mit ihrem Seelentier Hana auf eine Reise, von deren Ausgang schon bald nicht nur das Überleben ihrer Familie abhängt, sondern das Schicksal des ganzen Königreichs.“

Zitat:
„Wir waren umgeben von einem Meer aus Tod. Und genau das war es, was Krieg brachte. Den Tod. Das Verderben. Egal, welche Seite gewann – die Opfer, die dafür gebracht worden waren, wogen mehr als jeder Triumph.“
Meine Meinung:
„Thron aus Sturm und Sternen – Seelendonner“ wurde mir freundlicherweise als Rezensionsexemplar von NetGalley und dem Thienemann-Esslinger Verlag zur Verfügung gestellt. Auf meine Meinung zum Buch hat dies jedoch keinen Einfluss.
Im Vorfeld habe ich auch ein Interview mit der Autorin geführt. Dieses kann hier gelesen werden.
Die Crae sind ein friedlicher Stamm mitten im Königreich Tara’Unn. Sie besitzen Seelentiere, mit denen sie kommunizieren können und die ihnen gewisse Kräfte leihen. Kauna gehört zum Volk der Crae und lebt verborgen vor der Welt in einem Sperrgebiet. Im Königreich kommt es jedoch zu Konflikten und zwei gegensätzliche Seiten wenden sich an die Crae. Kauna sieht sich plötzlich gefangen in einem Konflikt, in dem sie bald um ihr Leben und das ihrer Liebsten kämpfen muss.
Das Worldbuilding des Buches ist fantastisch und hat mich von Anfang an überzeugt. Tara’Unn basiert auf dem osmanischen Reich im frühen 19. Jahrhundert. Es gibt somit eine gespaltene Welt auf dem Weg in die Moderne, ein nahöstliches Setting, Schusswaffen und doch auch magisches, wie etwa die Seelentiere der Crae.
Die Geschichte in diesem Setting ist absolut mitreißend. Wir lernen Kauna kennen, die nichts mehr will, als mit ihrer großen Liebe Gil zusammen zu leben und erleben mit, wie ihr dieser Traum genommen wird. Ihre Reise durch die Konfliktzone ist tragisch und spannend zugleich. Die Autorin lässt keinen Zweifel daran, dass jeder Fehler tödlich sein kann, was dafür sorgt, dass man als Leser erst recht mitfiebert. Ab einem gewissen Punkt war es wirklich schwer, das Buch wegzulegen.
Ab und zu hatte ich das Gefühl, dass für meinen Geschmack etwas zu viel über die Welt erzählt wurde, was vielleicht besser hätte gezeigt werden können. Andererseits muss man dazu sagen, dass es in den betroffenen Szenen um Dinge geht, die den meisten westlichen Lesern vielleicht nicht sofort einleuchten werden. So haben die Crae einige sehr strikte und archaisch anmutende Regeln. Für den Leser ist es hier vermutlich einfacher, Kaunas Gefühle in Bezug auf diese nachzuvollziehen, wenn hier eben recht genau erklärt wird, was geschieht.
Insgesamt hat mir die Charakterdarstellung sehr gut gefallen. Das Buch ist aus Kaunas Perspektive beschrieben, was sehr gute Einblicke in ihre eigene Gedankenwelt und Entwicklung gibt. Andere Charaktere werden meistens gut genug beschrieben, um ihren Charakter zu verstehen, außer in Fällen, in denen Kauna selbst nicht versteht, wieso eine Person entsprechend handelt.
Besonders mochte ich, dass nicht jeder Charakter beim Lesen sofort sympathisch ist. So wirkt Deema, einer von Kaunas Freunden, zu Beginn eher nervig. Über das Buch hinweg lernt man ihn jedoch immer mehr kennen und kann die Personen besser verstehen.
Auch der Schreibstil ist angenehm flüssig zu lesen, allerdings gibt es einige Konversationen, die meiner Meinung nach doch sehr gestelzt klingen. Dies betrifft hauptsächlich Gespräche mit feindlich gesinnten Personen und es hielt sich auch in Grenzen, allerdings hat mich dieser Umstand doch manchmal etwas aus dem Lesefluss gerissen.
Fazit:
Bei „Thron aus Sturm und Sternen – Seelendonner“ kann man eigentlich nur auf hohem Niveau meckern. Das Buch hat ein überzeugendes Worldbuilding, gut geschriebene Charaktere, eine spannende Handlung und ist dazu sehr innovativ. Von mir gibt es eine definitive Empfehlung.


[…] Spoiler zu Teil 1.Die Rezension zu Teil 1, „Thron aus Sturm und Sternen – Seelendonner“ kann hier gelesen […]