Cover "The Red Scholar's Wake"
Englisches Buch Romance Sci-Fi

The Red Scholar’s Wake

Rezension zu „The Red Scholar’s Wake“ von Aliette de Bodard

„The Red Scholar’s Wake“ ist derzeit nicht in einer deutschen Übersetzung erhältlich. Sollte sich dies ändern, werde ich meine Rezension entsprechend anpassen.

Meine Bewertung:
3 Sterne von 5

Details:
Titel: The Red Scholar’s Wake
Autorin: Aliette de Bodard
Verlag: Gollancz
Seiten: 332
Kauflink: Amazon
Preis: 21,99 € Gebunden; 12,15 € Taschenbuch; 11,99 € E-Book
Die hier abgebildete Ausgabe ist eine Sonderedition der Illumicrate und so nicht mehr im Handel erhältlich.

Klappentext:

Xích Si: bot maker, data analyst, mother, scavenger. But those days are over now-her ship has just been captured by the Red Banner pirate fleet, famous for their double-dealing and cruelty. Xích Si expects to be tortured to death-only for the pirates’ enigmatic leader, Rice Fish, to arrive with a different and shocking proposition: an arranged marriage between Xích Si and herself.
Rice Fish: sentient ship, leader of the infamous Red Banner pirate fleet, wife of the Red Scholar. Or at least, she was the latter before her wife died under suspicious circumstances. Now isolated and alone, Rice Fish wants Xích Si’s help to find out who struck against them and why. Marrying Xích Si means Rice Fish can offer Xích Si protection, in exchange for Xích Si’s technical fluency: a business arrangement with nothing more to it.
But as the investigation goes on, Rice Fish and Xích Si find themselves falling for each other. As the interstellar war against piracy intensifies and the five fleets start fighting each other, they will have to make a stand-and to decide what kind of future they have together…

Klappentext "The Red Scholar's Wake"
Meine Meinung:

Xích Si wurde von Piraten der „Red Banner“ Flotte gefangen genommen. Sie glaubt, sterben zu müssen, doch da bietet ihr Rice Fish, das empfindungsfähige Schiff der Piratenflotte, einen Deal an: Sie wird Xích Si beschützen, dafür soll diese herausfinden, wer die vorherige Anführerin der Piraten verraten und getötet hat. Dafür müssen die beiden jedoch heiraten. Doch obwohl Xích Si sich einredet, dass dies nur eine geschäftliche Beziehung ist, kann sie die Gefühle, die Rice Fish in ihr auslöst nicht leugnen.

„The Red Scholar’s Wake“ ist ein Buch, das ich eigentlich lieben wollte! Die Geschichte beinhaltet so viele Elemente und Tropes, die ich sehr mag, weshalb ich mir sicher war, dass dieses Buch es einfach bei mir haben würde. Leider war ich von der Umsetzung einfach nur enttäuscht. Und auch wenn ich das Buch durch die vielen Elemente, die ich einfach liebe, nicht schlecht fand, hatte ich mir doch so viel mehr erhofft.

Ombre Farbschnitt der Illumicrate Edition

Mein größter Kritikpunkt ist, dass die einzigartigen Elemente des Worldbuildings nicht ausreichend beschrieben wurden. Die Geschichte spielt im Weltall, in einem Universum, in dem Vietnam und China die größten Mächte sind. Diese kulturelle Prägung hat mir sehr gefallen, aber gerade die futuristischen Elemente wurden einfach nicht ausreichend erläutert. Dies fing für mich bei den Bots an, welche scheinbar verschiedene Formen und Verwendungszwecke hatten und zu denen die Nutzer*innen oft auch eine emotionale Bindung aufbauten. Dennoch wusste ich bis zum Schluss nicht, wie ich mir diese Bots vorstellen sollte. Ebenfalls gab es überall Overlays und für mich wurde nicht deutlich, wie diese funktionieren sollten. So blieb die Welt irgendwie sehr blass für mich.

Dieses Problem bezog sich auch auf die politischen Dimensionen der Welt. Es gab zwei Großreiche, die gegeneinander kämpften und die Piraten waren eine Art dritte Partei. Es gab auch immer mal wieder Andeutungen, wie diese Reichen funktionierten und welche Werte sie vertraten, aber für die Relevanz, die sie in der Geschichte hatten, fehlten mir hier doch einige Informationen.

Ich denke, dieses Problem kann damit erklärt werden, dass „The Red Scholar’s Wake“ zwar nicht Teil einer Reihe, sehr wohl aber Teil eines Universums voller Geschichten dieser Art ist. Diese sind zwar alle unabhängig voneinander lesbar, aber ich kann mir vorstellen, dass in diesem Buch entsprechende Elemente nicht erneut beschrieben wurden, weil Lesende der anderen Bücher bereits wissen, was sie erwarten können.

Illustration der  Vorsatzpapiere der Illumicrate-Edition

Die Charaktere fand ich persönlich sehr interessant. Besonders Rice Fish, die eine Art künstliche Intelligenz war, hat mir generell gut gefallen. Was ich dagegen nicht mochte, war die Beziehung der beiden Protagonistinnen zueinander. Erwartet hatte ich eine sich nach und nach entwickelnde Beziehung. Tatsächlich hatten die beiden jedoch bereits nach wenigen Seiten Gefühle füreinander, woraufhin sich über hundert Seiten lang nichts mehr entwickelte, nur damit die beiden mit einem großen Sprung den nächsten Schritt in ihrer Beziehung taten.

Größtenteils positiv hervorheben möchte ich allerdings die Diversität in diesem Buch. Es gibt eine große Vielzahl an queeren Charakteren und die meisten wurden gut beschrieben. Nur was die beiden Charaktere anging, die im aroace Spektrum waren, hätte ich mir hier eine weniger problematische Darstellung gewünscht. Während der eine Charakter dieses Spektrums ein beinahe cartoonhafter Bösewicht war, sorgte der andere Charakter für eine traumatische Erfahrung bei einer der Protagonistinnen und dies wurde in Bezug dazu gesetzt, dass dieser Charakter aromantisch war. Für die Geschichte hätte dies wirklich nicht sein müssen.

Foliertes Design auf dem Hardcover
Fazit:

Trotz einiger sehr positiver Elemente, wie etwa viel Queerness und zwei tollen Protagonistinnen, schaffte es „The Red Scholar’s Wake“ nicht, mich zu überzeugen. Die Welt blieb für mich bis zuletzt eher blass und die Beziehung der Protagonistinnen war nicht überzeugend geschrieben.

Für dich vielleicht ebenfalls interessant …

1 Kommentar

  1. […] The Red Scholar’s Wake […]

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert