Cover "The Power": Das Cover ist rot mit einer stilisierten Frau darauf, über der der Titel in großen, comicartigen Buchstaben steht und mit Blitzen verziert ist
Dystopie Englisches Buch Feministisch Lesetipp Politisch Sci-Fi Top 10 2023 Zeitgenössisch

The Power

Rezension zu „The Power“ von Naomi Alderman

“The Power” ist derzeit nicht in deutscher Übersetzung erhältlich. Sollte sich dies ändern werde ich die Rezension entsprechend anpassen.

Meine Bewertung:
5 Sterne von 5

Details:
Titel: The Power
Autorin: Naomi Alderman
Verlag: Penguin Books
Seiten: 342
Kauflink: Amazon
Preis: 10,15 € Gebunden; 9,69 € Taschenbuch; 8,99 € E-Book

Klappentext:

In The Power the world is a recognizable place: There’s a rich Nigerian boy who lounges around the family pool; a foster kid whose religious parents hide their true nature; an ambitious American politician; and a tough London girl from a tricky family. But then a vital new force takes root and flourishes, causing their lives to converge with devastating effect. Teenage girls now have immense physical power: They can cause agonizing pain and even death. With this small twist of nature, the world drastically resets.

Rückseite von "The Power"
Meine Meinung:

Frauen haben plötzlich eine neue Kraft: Sie können Elektrizität produzieren. Waren zuvor noch Männer das „starke Geschlecht“ haben sich die Verhältnisse nun gedreht. „The Power“ zeigt die Entwicklung, welche danach über die Jahre durch die Gesellschaft geht anhand von vier Perspektiven: Roxy, eine britische Halbwaise, die aus einer Verbrecherfamilie kommt, Allie, die in Pflegefamilien missbraucht wurde und einen Weg findet, sich selbst zur Prophetin zu stilisieren, Margot, eine amerikanische Bürgermeisterin, die mehr Macht möchte und schließlich Tunde, ein nigerianischer Journalist, der durch seine direkte Berichterstattung Bekanntheit erlangt.

„The Power“ stellt die Frage, was Frauen tun würden, wenn sich die Machtverhältnisse zu ihren Gunsten drehen würde. Während in anderen Werken gern angenommen wird, dass sich daraus eine gerechtere Gesellschaft entwickeln würde, stellt die Autorin hier eine andere Vision vor. Das Buch zeigt zudem sehr gut auf, wie unser Verständnis von Gender von Geschichte geprägt ist und auf welche Weise diese verfälscht werden kann und auch wurde. In dieser Hinsicht muss ich hier das Ende des Buches loben, denn nachdem ich bereits durchweg von der Geschichte begeistert war, war dieses das Sahnehäubchen, welches so viele Gedanken, die wir heute auch über Gender haben, in Perspektive gerückt hat.

Die Geschichte selbst spielt größtenteils in zwei Teilen der Welt: In einem Land, in welchem Frauen zuvor systematisch durch Menschenhandel verschleppt und misshandelt wurden und in eher westlichen Teilen der Welt, in welchen Unterdrückung von Frauen heutzutage meist eher subtil geschieht. In beiden vollzieht sich die Veränderung der Gesellschaft auf völlig unterschiedliche Weise.

In dem einen Teil der Welt geschieht dies gewalttätig und blutig. Dies fand ich glaubhaft dargestellt, auch wenn es teils sehr schwierig zu lesen war. Hier konnte ich jedoch auch über eigene, unterschwellige Vorurteile nachdenken – fand ich es besonders grausam, weil es eben grausam war, oder spezifisch, weil die Gewalt von Frauen verübt und gegen Männer gerichtet war. Heutzutage sind wir ja eher an Geschichte gewöhnt, die die Machtverhältnisse hier andersherum darstellen.

Auf der anderen Seite vollzog sich der Machtwechsel in den anderen Teilen der Welt eher subtil. Hier muss ich sagen, fand ich einiges nicht ganz realistisch. Ich glaube nicht, dass sich ein so schneller Wechsel darin einstellen würde, wie Männer und Frauen sich gegenseitig sehen würden. Ohne hier spoilern zu wollen, ging mir der Wechsel hier in fundamentalen Ansichten viel zu schnell vonstatten. Ich verstehe jedoch, dass dies für die Geschichte nötig war und zu störend war es nicht.

Mich hat „The Power“ jedenfalls sehr zum Nachdenken angeregt, zugleich war es teilweise unglaublich spannend und hat mich selbst nach dem Lesen nicht mehr losgelassen. Dies war definitiv ein Jahreshighlight für mich!

Illustration in "The Power"
Fazit:

„The Power“ zeigt auf, was geschehen könnte, wenn die Machtverhältnisse zwischen Männern und Frauen ausgeglichen werden würden. Dabei ist es teils brutal und regt stark zum Nachdenken an und dazu, die eigenen unterbewussten Vorurteile zu reflektieren.

Für dich vielleicht ebenfalls interessant …

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert