Rezension zu „The Poison Season“ von Mara Rutherford
“The Poison Season” ist derzeit nicht in deutscher Übersetzung erhältlich. Sollte sich dies ändern werde ich die Rezension entsprechend anpassen.
Meine Bewertung:

Details:
Titel: The Poison Season
Autorin: Mara Rutherford
Verlag: Inkyard Press
Seiten: 400
Kauflink: Amazon
Preis: 9,99 € Gebunden; 5,33 € E-Book
Die auf den Bildern gezeigte Ausgabe ist eine exklusive Version der Owlcrate Buchbox. Sie ist so nicht mehr im Handel erhältlich.
Klappentext:
Outsiders are always given a choice: the Forest or the lake. Either way, they’re never heard from again.
Leelo has spent her entire life on Endla, coexisting with the bloodthirsty Forest and respecting the poisonous lake that protects her island from outsiders who seek to destroy it. But as much as Leelo cares for her community, she struggles to accept that her younger brother will be exiled by his next birthday, unless he gains the magic of enchanted song so vital to Endla.
When Leelo sees a young outsider on the verge of drowning in the lake, she knows exactly what she’s supposed to do. But in a moment that will change everything, Leelo betrays her family, her best friend, and Endla by making an unthinkable choice.
Discovery could lead to devastating consequences for both Leelo and the outsider, Jaren, but as they grow closer, Leelo realizes that not all danger comes from beyond the lake—and they can only survive if Leelo is willing to question the very fabric of her society, her people, and herself.

Meine Meinung:
Leelo lebt auf der abgeschiedenen Insel Endla. Diese ist umgeben von einem giftigen See, der alles tötet, was ihn berührt. Auf der Insel selbst befindet sich der letzte der wandernden Wälder – ein blutrünstiger Wald, welcher Fremde sofort tötet. Wenn es Außenseiter dennoch auf die Insel schaffen können sie wählen, ob sie den Weg in den Wald, oder in den See wählen. Doch eines Nachts findet Leelo einen jungen Außenseiter, der es über den See geschafft hat und sie bringt es nicht über sich, ihn zu töten. Dieser Verrat an ihrer Familie und an Endla selbst könnte sie alles kosten, doch durch den Außenseiter Jaren lernt sie auch, dass nicht alles stimmt, was sie geglaubt hat.
„The Poison Season“ konnte mich sofort mit absolut großartigem Worldbuilding überzeugen. Ich habe den blutrünstigen Wald geliebt, welchem die Dorfbewohner immer wieder Tiere opfern mussten und die Atmosphäre innerhalb der Gemeinschaft hat mich sehr an einen Kult erinnert. Die Abgeschiedenheit, die Angst vor der Außenwelt und die Mechanismen, die sich dadurch entwickelten, haben mich sehr fasziniert. Für mich war dies der beste Teil des Buches.

Trotz meiner generellen Begeisterung für das Worldbuilding war ich nicht ganz glücklich mit den vielen kleinen Logikfehlern, welche damit einhergingen. Diese waren oft nicht groß genug, um die Geschichte zu beeinflussen, aber sie haben mich dennoch gestört.
Leelo als Protagonistin mochte ich sehr. Sie war das Produkt dieser Erziehung, doch sie hat auch Probleme damit, sich wirklich zugehörig zu fühlen. Sie selbst kommt etwa nicht damit klar, Tiere zu töten, was aber wichtig für die Kultur auf der Insel ist. Leelo hat für mich einen großen Teil des Buches getragen.
Mit dem anderen Protagonisten, Jaren, wurde ich dagegen leider nicht wirklich warm. Er wurde meiner Meinung nach anders beschrieben, als er sich dann wirklich verhalten hat – von einem verträumten Jungen, der sich in Geschichten und Gedanken verliert, habe ich später im Buch nicht viel gemerkt. Auch die Beziehung zwischen den beiden konnte mich so gar nicht überzeugen. Diese entwickelte sich völlig aus dem Nichts und nahm ab der zweiten Hälfte des Buches viel zu viel Raum ein, dafür, dass es so wenig Chemie zwischen den gab.
Was mich an Jaren leider auch gestört hat war, dass er zu Beginn einige leicht degradierende Kommentare gegenüber Frauen machte und ihre normalen Gefühle als völlig unverständlich für Männer erklärte (außer Mama – die war natürlich immer rational…). Ich dachte in dem Moment, dass er in dieser Hinsicht eine Entwicklung durchmachen würde, aber tatsächlich wurde das Thema nicht weiter angesprochen. Entsprechende Kommentare kamen im weiteren Verlauf des Buches auch nicht weiter vor.
Ein weiteres Thema, von welchem ich gerne mehr im Buch gehabt hätte, war, dass nicht jede Frau zwingend heiraten und Kinder kriegen muss. Dies wurde im ersten Drittel des Buches mehrfach aufgebracht und ich fand dies sehr gut. Leider kam dies danach nicht weiter vor. Stattdessen ging es doch immer wieder um traditionelle Familien, in die alle entweder reingepresst werden, oder die sich die Charaktere plötzlich doch wünschen, trotz ihrer vorherigen Aversion dagegen. Dies fühlte sich sehr gegenläufig an, zu der Nachricht, die am Anfang des Buches gesendet wurde.
Das Ende hat mich leider sehr enttäuscht. Das gesamte Buch schien auf gewisse Dinge hinauszulaufen – insbesondere darauf, dass einige Geheimnisse aufgedeckt wurden. Diese haben mich letztlich aber ziemlich enttäuscht und auch das Finale war eher plötzlich und kurz. Die Erzählung von dem, was danach kam, hätte dafür dann nicht so lang sein müssen.
Trotz all dieser Kritik muss ich sagen, dass sich das Buch sehr angenehm flüssig und zügig lesen ließ. Der Schreibstil ist eher einfach gehalten und auch wenn mir ein etwas atmosphärischerer Schreibstil besser gefallen hätte, hat dies doch dafür gesorgt, dass ich das Buch insgesamt doch gerne und schnell gelesen habe.

Fazit:
„The Poison Season“ konnte mich generell mit einem tollen Setting, einer kultmäßigen Gemeinschaft und einer interessanten Protagonistin überzeugen. Der Schreibstil sorgte dafür, dass ich trotz meiner Kritikpunkte – schwache Liebesgeschichte, Logikfehler u.ä. – nur so durch die Seiten geflogen bin.


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