Rezension zu „The Knight and the Moth” von Rachel Gillig
Meine Bewertung:

Details:
Titel: The Knight and the Moth
Originaltitel: The Knight and the Moth
Reihe: Stonewater Kingdom; Band 1
Autorin: Rachel Gillig
Übersetzung: Sabrina Železný
Verlag: Lyx
Seiten: 496
Kauflink: Amazon
Preis: 24,00 € (D) Gebunden; 14,99 € (D) E-Book
Die auf den Bildern gezeigte Version ist eine Exklusivausgabe aus der Fairyloot Adult Buchbox. Sie ist in dieser Form nicht mehr im Handel erhältlich.
Klappentext:
Schon seit neun Jahren dient Sybil Delling zusammen mit ihren Schwestern in der Kathedrale von Aisling als Weissagerin. Doch als eines Tages der geheimnisvolle Ritter Rodrick Myndacious nach Aisling kommt, ändert sich ihr Leben schlagartig. Obwohl der attraktive Rory ihr bei jeder Begegnung zeigt, dass er nicht an Sybils Visionen glaubt, sagt sie auch sein Schicksal vorher – und sieht dort ein mysteriöses Omen, das sie nicht zu deuten weiß. Sybils düstere Vorahnung scheint sich zu bewahrheiten, als ihre Schwestern nach und nach verschwinden. In ihrer Verzweiflung kann sie sich nur an Rory wenden, denn Sybil spürt, dass sie allein mithilfe dieses unverschämten Ketzers die Götter herausfordern kann, die ihr eigenes Schicksal so lange bestimmt haben.

Meine Meinung:
Sybil, genannt Sechs, dient seit beinahe zehn Jahren in der Kathedrale von Aisling als Wahrsagerin. Tag für Tag lässt sie sich dort in das Wasser eintauchen und deutet die Omen. Sie und ihre fünf Schwestern träumen davon, dass ihr Dienst vorbei ist, denn nach zehn Jahren dürfen sie endlich die Welt sehen. Doch dann kommt der neue König vorbei und Sybil sagt ihm nur schlechte Omen voraus und als sie danach seinem ketzerischen Ritter Rory die Zukunft deuten will, sieht sie nur ein mysteriöses Omen, das sie sich nicht erklären kann.
Als ihre Schwestern plötzlich eine nach der anderen verschwinden, wendet sich Sybil an Rory und den König, in der Hoffnung, ihr Schicksal selbst bestimmen zu können und ihre Schwestern wiederzufinden.
Der Beginn dieses Buches war vielversprechend! Ich mochte die Welt, ich mochte Sybil und ich war sehr neugierig darauf, mehr zu erfahren. Es gab recht früh schon Elemente, die mich störten – so etwa der flapsige Stil der Geschichte – aber diese hielten sich soweit in Grenzen, dass ich insgesamt mit einem sehr positiven Gefühl ins Buch gegangen bin.

Leider ging es schnell bergab damit. Dies lag bereits daran, dass die Charaktere auf Dauer eher anstrengend waren. Sybil etwa wird uns als gläubigste und bravste von allen Schwestern beschrieben, trotzdem beschließt sie nach nur einem frechen Kommentar eines Ritters, den sie gar nicht kennt, alle Regeln zu brechen. Auch als ihr später Leute, die sie erst seit ein paar Tagen kennt, Dinge offenbaren, die ihre Religion in Frage stellen, akzeptiert sie dies sofort ohne mit der Wimper zu zucken. Ich fand dies nicht gut durchdacht und unausgereift.
Die Beziehung zwischen ihr und Rory war ebenfalls unglaubwürdig. Diese sollte Enemies to Lovers sein, was hier hieß, dass sie sich edgy Sätze an den Kopf warfen und auf einmal Gefühle füreinander hatten.
In vielen Rezensionen wurde immer wieder der Gargoyle gelobt, welcher Sybil begleitete. Für mich war dieser einer der nervigsten Aspekte des Buches. Er war einfach nur der „lustige“ Sidekick der Protagonistin, der in den unpassendsten Momenten die Situation auflockern sollte. Ich kann verstehen, dass viele das süß finden, ich konnte hier aber nicht aufhören, die Augen zu verdrehen. Und der Twist zu ihm gegen Ende war für meinen Geschmack zu offensichtlich.

Dazu kamen noch Kleinigkeiten, wie, dass das Worldbuilding oft nicht gut durchdacht war. Die Aspekte, die ich hier kritisieren würde, waren wirklich klein (z.B. war die Geographie in diesem winzigen Land wirklich extrem unterschiedlich, was schwer möglich ist und es wurden Namenssysteme verschiedener Länder vermischt, wodurch ein Land, dessen Sprache dem Deutschen entlehnt war, plötzlich englische Namen hatte) und ich hätte mich für sich genommen nie daran gestört, aber in Kombination mit einer so unausgereiften Geschichte, war dies leider einfach das i-Tüpfelchen. Es wirkte einfach, als ob kein Aspekt dieses Buches wirklich gut durchdacht wurde.
Trotz aller Kritik muss ich doch sagen, dass es ein paar interessante Ideen gab und immer wieder Szenen, die mir richtig gut gefallen haben. Immer wenn ich kurz davor war, das Buch nur noch quer zu lesen oder sogar abzubrechen, gab es doch irgendeinen Aspekt, der mich doch wieder dazu gebracht hat, weiterlesen zu wollen. Ich verstehe schon, warum das Buch auch viele Fans hat, leider gehöre ich absolut nicht dazu.

Fazit:
„The Knight and the Moth“ konnte mich trotz schöner und interessanter Ideen nicht überzeugen. Zu vieles wirkte nicht ganz durchdacht und insbesondere die Charaktere entwickelten sich nicht wirklich glaubhaft. Leider war dies einfach nicht meine Geschichte.

