Cover "The Importance of Being Earnest and other Plays"
Booktalk Buchbesprechung Klassiker Theaterstück

The Importance of Being Earnest

Eule und Klassiker: Über „The Importance of Being Earnest” von Oscar Wilde

Details:
Titel:
The Importance of Being Earnest
Autor: Oscar Wilde
Erscheinungsjahr: 1895

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Handlung:

Achtung: Dieser Abschnitt enthält Spoiler für das gesamte Buch.

„The Importance of Being Earnest“ ist ein Theaterstück in drei Akten. Jeder Akt spielt an einem anderen Ort.

Der erste Akt spielt in der Wohnung von Algernon Moncrieff. Dieser empfängt seinen guten Freund Jack Worthing, den er unter dem Namen Ernst kennt. Jack/Ernst möchte Algernons Cousine heiraten, was dieser jedoch verbietet. Er hat einen Zigarettenkasten von seinem Freund gefunden, in welchem eingraviert ist „From little Cecily, with her fondest love to her dear uncle Jack“ („Von der kleinen Cecily, mit aller Liebe für ihren lieben Onkel Jack“) und möchte nun wissen, warum Ernst scheinbar Besitztümer von einem Jack dabei hat. Ernst beichtet, dass er eigentlich Jack heißt, aber seiner Verwandtschaft auf dem Land erzählt hat, er habe einen Bruder namens Ernst in der Stadt, welchen er oft besuchen müsse. In der Stadt nimmt er dann die Identität dieses Bruders an. Algernon erzählt, dass er eine ganz ähnliche Täuschung aufrecht erhält: Er tut so als müsse er regelmäßig einen schwer kranken Freund auf dem Land namens Bunbury besuchen. Algernon möchte wissen, wo Jack auf dem Land lebt, jedoch möchte Jack nicht, dass sein Freund seine Nichte Cecily trifft und verrät dies nicht.

Algernons Tante, Lady Bracknell und ihre Tochter, Gwendolen, betreten das Haus. Algernon geht mit seiner Tante ins Nebenzimmer und sie ruft ihre Tochter mit sich, diese bleibt jedoch bei Jack/Ernst. Jack macht ihr einen Antrag und sie nimmt ihn an, jedoch betont sie dabei, dass sie ihn vor allem liebt, weil sein Name Ernst ist und sie immer einen Ernst heiraten wollte. Lady Bracknell kommt ins Zimmer und beendet die Verlobung. Sie schickt ihre Tochter hinaus und stellt Jack mehrere Fragen. Zunächst ist sie zufrieden mit seinen Antworten, aber als sie erfährt, dass er ein Findelkind ist und in einer Reisetasche gefunden wurde, verbietet sie ihm, ihre Tochter zu heiraten. Gwendolen verspricht ihm dennoch ihre unendliche Liebe und fragt ihn, was seine Adresse auf dem Land ist. Jack gibt ihr diese und Algernon notiert sie sich ebenfalls heimlich.

Der zweite Akt spielt im Garten von Jacks Landsitz, wo Cecily mit ihrer Gouvernante, Miss Prism, deutsch lernt. Als der Pfarrer, Dr. Chasuble, dazukommt, bringt Cecily ihn dazu, mit Miss Prism spazieren zu gehen, was diese dankend annimmt, da sie gern mehr Zeit mit ihm verbringen möchte. Algernon betritt die Szene und gibt vor, Jacks Bruder Ernst zu sein. Nach kurzer Zeit macht er ihr einen Heiratsantrag, nach dem sie ihm gesteht, dass die beiden schon sehr lange verlobt seien. Als sie hörte, dass Jack einen Bruder namens Ernst hatte, verfiel sie ihm aufgrund des Namens so sehr, dass sie sich selbst Liebesbriefe in seinem Namen schrieb und durch diese auch eine Verlobung einleitete. Algernon beschließt, sich neu taufen zu lassen, um tatsächlich Ernst zu sein.

Jack trifft auf seinem Landgut ein und trägt Trauerkleidung. Er behauptet, sein Bruder Ernst sei gestorben, trifft jedoch kurze Zeit später auf Algernon, welcher sich als Ernst ausgibt. Er verlangt, dass dieser sofort wieder abreist, da jedoch zu viele Menschen zuhören, kann er ihn nicht dazu zwingen.

Während die beiden Männer miteinander sprechen, erscheint Gwendolen im Garten und trifft dort auf Cecily. Die beiden verstehen sich scheinbar gut, bis ihnen klar wird, dass sie beide Ernst heiraten wollen. Als Jack und Algernon die Szene betreten können sie das Missverständnis aufklären, dabei fliegt jedoch auch der Betrug rund um den Namen Ernst auf und beide Frauen gehen wütend ins Haus.

Die dritte Szene spielt im Morgenzimmer von Jacks Landsitz. Dort trifft Lady Bracknell ein. Als sie von Cecilys und Algernons Verlobung erfährt, ist sie zunächst entsetzt, bis sie erfährt, dass Cecily eine reiche Mitgift mitbringt. Jack verbietet jedoch die Heirat, da er ihr Vormund ist – sie dürfe erst selbst entscheiden, wenn sie Volljährig sei, was noch sehr lange dauern würde. Er selbst wolle erst zustimmen, wenn Lady Bracknell seiner Verlobung mit Gwendolen zustimmen würde.

Miss Prism betritt das Zimmer und Lady Bracknell erkennt sie als die frühere Amme der Familie. Sie fragt sie wütend, wo das Baby sei. Miss Prism erklärt, sie habe das Baby versehentlich in einer Tasche an einem Bahnhof vergessen. Jack holt die Tasche, in welcher er gefunden wurde und fragt, ob dies die Tasche sei, was Lady Prism bejaht. Er glaubt, sie sei seine Mutter, doch Lady Bracknell klärt das Missverständnis auf: Jack ist das Kind ihrer Schwester und damit Algernons älterer Bruder. Lady Bracknell stimmt daraufhin einer Ehe mit Gwendolen zu, doch diese sagt, sie könne nur einen Mann mit dem Namen Ernst heiraten. Lady Bracknell erklärt daraufhin, dass Jack, als der älteste Sohn, den Namen seines Vaters bekommen hätte, welcher Ernst war. Alle Pärchen – Jack/Ernst und Gwendolen, Algernon und Cecily und Miss Prism und Dr. Chasuble – fallen sich in die Arme.

Klappentext The Importance of Being Earnest and other Plays
Entstehungsgeschichte:

„The Importance of Being Earnest“ war Oscar Wildes letztes Werk. Nachdem er mit den Theaterstücken “ Lady Windermere’s Fan”, “An Ideal Husband“ und „A Woman of No Importance“ großen Erfolg hatte, wandte er sich diesem Vorhaben zu. 1894 schrieb er die erste Version in der Stadt Worthing und nutzte den Arbeitstitel „Lady Lancing“, um Spekulationen entgegenzuwirken. Wilde überarbeitete seinen Text rigoros und strich dabei etwa einen gesamten Akt. Ursprünglich war geplant, dass das Stück vier Akte haben sollte. In dem gestrichenen Akt hätte ein Mr. Gribsby, welcher ebenfalls Mr. Parker war, versucht, Algernon festzunehmen, weil Jack unter dem Namen Ernst Schulden gemacht hatte.

Das Stück wurde am 14.02.1895 im St. James’s Theater in London uraufgeführt und markierte den Höhepunkt von Wildes Karriere. Zur Aufführung wollte der Marquess von Queensburry, mit dessen Sohn, Lord Alfred Douglas, Wilde eine Affäre hatte, dem Autor einen Strauß aus verrottetem Gemüse schenken, um diesen bloßzustellen. Wilde erfuhr jedoch im Vorfeld von dem Plan und dem Marquess wurde der Einlass verwehrt.

Wirkung:

Die Kritiken der damaligen Zeit fielen gemischt, jedoch generell eher positiv aus. Die meisten Kritiker waren sich darin einig, dass das Stück humorvoll und clever sei, jedoch kritisierten viele, dass ihm Bedeutung fehle. Das Stück wurde jedoch nach nur 86 Aufführungen abgesetzt. Der Marquess von Queensburry beleidigte Wilde als „Somdomite [sic!]“, weshalb dieser klagte. Bei der anschließenden Gerichtsverhandlung war es jedoch Wilde, der aufgrund seiner Homosexualität zu zwei Jahren Zuchthaus verurteilt wurde. Infolgedessen wurde das Stück nicht weiter aufgeführt. Auch in Amerika kam es zu nur 16 Aufführungen. Nur in Australien änderte Wildes Verurteilung nichts am Erfolg des Stücks.

Nachdem Wilde aus dem Gefängnis freigelassen wurde, zog er nach Frankreich und brachte dort „The Importance of Being Earnest“ neu heraus. Er starb wenige Jahre später an den Folgen seiner Zeit im Zuchthaus.

Bis heute ist „The Importance of Being Earnest” eins der beliebtesten und bekanntesten Stücke des Autors. Es wird bis in die heutige Zeit immer wieder neu aufgeführt und wurde mehrfach verfilmt. Darunter waren zahlreiche TV-Adaptionen, jedoch auch mindestens drei Kinofilme, etwa die Version von 1952 von Anthony Asquith (große Empfehlung meinerseits!). 2002 brachte Oliver Parker einen moderneren Film heraus, welcher ebenfalls auf dem Stück basiert.

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