Cover The Grace Year von Kim Liggett
Dystopie Feministisch

The Grace Year

Rezension zu „The Grace Year“ von Kim Liggett

Meine Bewertung:
4 Sterne von 5

Details:
Titel: The Grace Year
Originaltitel: The Grace Year
Autorin: Kim Liggett
Übersetzung: Birgit Salzmann
Verlag: Dressler
Seiten: 416
Kauflink: Amazon
Preis: 19,97 € (D) Gebunden; 12,00 € (D) Taschenbuch; 9,99 € (D) E-Book

Klappentext:

In Garner County heißt es, junge Frauen hätten die Macht, Ehemänner aus ihren Betten zu locken und Jungen in den Wahnsinn zu treiben. Um ihnen diese Kräfte auszutreiben, werden sie für ein Jahr aus ihrem Dorf verbannt. Wer zurückkommt, wird verheiratet oder landet im Arbeitshaus. Doch es kommen nie alle lebend zurück. Und so ist Tierney nur in ihren Träumen frei, umgeben von Rebellinnen. Als ihr eigenes Gnadenjahr beginnt, spürt sie, wie tief der Hass verwurzelt ist. Ihr wird klar, dass nicht die brutalen Wilderer, die ihnen auflauern, die größte Gefahr darstellen. Es sind die Mädchen, die mit ihr im Lager sind.

Klappentext The Grace Year
Meine Meinung:

Tierney lebt in Garner County und hat von klein auf gelernt, dass Frauen Magie besitzen, mit denen sie Männer in den Wahnsinn treiben können. Um diese Magie auszutreiben, müssen alle Frauen mit 16 für ein Jahr in einem Lager im Wald leben – danach werden sie verheiratet. Tierney möchte frei sein, doch auch sie wird in das Lager im Wald gezwungen. Und neben der Furcht vor brutalen Wilderern, die junge Frauen ermorden, sind es am Ende doch die anderen Frauen, die sie fürchten muss.

„The Grace Year“ beginnt langsam und intensiv. Nach und nach bekommt man Informationen über Garner County. Die Atmosphäre ist dabei dicht – man merkt, dass etwas nicht stimmt, doch es dauert, bis man alles erfährt. Die Zeit in Garner County, der Weg zu Lager im Wald und die erste Zeit dort – das alles hat mich wirklich begeistern können.

Tierney und die anderen jungen Frauen waren gut ausgearbeitete Charaktere. Sie alle waren junge Teenager, die in einer religiösen und unterdrückenden Situation aufwuchsen. Mir ihrer eigenen Unterdrückung gingen sie sehr unterschiedlich um und hier wurde sehr gut aufgezeigt, wie das Patriarchat eben auch durch Frauen aufrechterhalten wird, obwohl es eigentlich zu ihrem Nachteil ist.

Wo das Buch dann für mich abnahm, war ab dem Mittelteil. Zunächst wurde es sehr spannend und fast wie ein Fiebertraum, nur um dann in eine eher unnötige Liebesgeschichte abzudriften. Diese nahm für meinen Geschmack dann doch wieder zu viel Raum ein, ohne dass sie der Botschaft des Buches zuträglich war. Im Gegenteil brachte diese doch wieder eine Zentrierung von Männern mit sich und natürlich die Rettung durch einen Mann.

Trotz dieser Kritik war dies doch ein Buch, welches mir gefallen hat und welches ich sehr gerne vor allem für Jugendliche weiterempfehlen würde. Hier geht es nicht nur um Patriarchat und Misogynie, sondern auch um den leisen und sanften Zusammenhalt von Frauen, selbst in den schlimmsten Situationen. Dies sind wichtige Botschaften, die hier größtenteils sehr schön umgesetzt wurden.

Fazit:

„The Grace Year“ überzeugt durch starke Botschaften, die größtenteils sehr gut umgesetzt wurden. Trotz einer unnötigen Liebesgeschichte im Mittelteil glänzt dieses Buch mit starken Frauenfiguren und einer spannenden und atmosphärischen Geschichte.

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