Rezension zu „The Depths“ von Nicole Lesperance
“The Depths” ist derzeit nicht in deutscher Übersetzung erhältlich. Sollte sich dies ändern werde ich die Rezension entsprechend anpassen.
Meine Bewertung:

Details:
Titel: The Depths
Autorin: Nicole Lesperance
Verlag: Razorbill
Seiten: 360
Kauflink: Amazon
Preis: 18,50 € Gebunden; 13,46 € Taschenbuch; 6,50 € E-Book
Die auf den Bildern dargestellte Version ist eine exklusive Edition der Owlcrate. Sie ist in dieser Form nicht mehr im Handel erhältlich.
Klappentext:
Eulalie Island should be a paradise, but to Addie Spencer, it’s more like a prison.
Forced to tag along to the remote island on her mother’s honeymoon, Addie isn’t thrilled about being trapped there for two weeks. The island is stunning, with its secluded beaches and forests full of white flowers. But there’s something eerie and unsettling about the place.
After Addie meets an enigmatic boy on the beach, all the flowers start turning pink. The island loves you, he tells her. But she can’t stop sleepwalking at night, the birds keep calling her name, and there’s a strange little girl in the woods who wants to play hide-and-seek. When Addie learns about two sisters who died on the island centuries ago, she wonders if there’s more to this place, things only she can see.
Beneath its gorgeous surface, Eulalie Island is hiding dark, tangled secrets. And if Addie doesn’t unravel them soon, the island might never let her go.

Meine Meinung:
Addie versucht als Apnoetaucherin Rekorde aufzustellen. Sie ist eine der vielversprechendsten jungen Taucherinnen, bis sie unvorsichtig ist und einen Unfall erleidet, bei dem sie fast stirbt. Damit sie mit dem Heilungsprozess nicht alleine ist, nimmt ihre Mutter sie mit in ihre Flitterwochen auf die tropische Insel Eulalie Island. Auch wenn die Insel wunderschön ist, will Addie nicht dort sein und als die Blumen für sie die Farben wechseln und die Vögel ihren Namen zu singen scheinen, beginnt sie zu merken, dass etwas nicht stimmt. Ihre Begegnung mit dem Geist eines jungen Mädchens und einem rätselhaften Jungen sorgen jedoch dafür, dass Addie die Rätsel dieses Ortes ergründen möchte.
„The Depths“ ist eine Gothic Horror-Geschichte, die jedoch nicht, wie sonst für das Genre typisch ist, in einem alten verfallenen Herrenhaus spielt, sondern auf einer farbenfrohen tropischen Insel. Diese ist jedoch nicht weniger gruselig als ein entsprechendes Haus. Neben bluttrinkenden Pflanzen, farbenändernden Blumen und einem engen Höhlensystem gibt es hier auch Geister verschiedener Art.

Der Schreibstil ist wunderschön und hat eine dichte Atmosphäre geschaffen, die zugleich farbenfroh und gruselig war. Ich habe es geliebt, mich hier in den Worten der Autorin zu verlieren und weiß jetzt schon, dass ich noch weitere Bücher von ihr lesen werde.
Addie als Protagonistin hat mir sehr gut gefallen. Sie ist mutig, aber nicht dumm. Durch ihre Nahtoderfahrung ist sie traumatisiert und ist seitdem auf morbide Weise davon fasziniert, was es heißt zu sterben. Mich hat Addie im Gegenzug selbst fasziniert und ich fand ihre Entwicklung sehr glaubhaft und überzeugend dargestellt. Besonders spannend fand ich, dass sie Apnoetaucherin war und wie natürlich dieser Umstand in die Geschichte einfloss.
Auch die anderen Charaktere und ihre Beziehung zueinander waren spannend und gut geschrieben. Besonders mochte ich, wie die Autorin in diesem Bereich Plotttwists im Vorfeld bereits andeutete. Es war fast immer möglich, von selbst auf diese zu kommen, aber nur, wenn man beim Lesen gut aufpasste.
Mein einziger Kritikpunkt an dieser ansonsten sehr guten Geschichte war leider das Ende. Dieses ging mir zu schnell und ich persönlich fand, dass hier einfach zu wenig erklärt wurde, wodurch ich einiges, was geschah als eher unbefriedigend empfunden habe. Ich glaube, wenn das Ende noch ein wenig besser gestaltet worden wäre, dann wäre dieses Buch absolut perfekt gewesen!

Fazit:
„The Depths“ konnte mich mit dichter Atmosphäre, einem besonderen Ort, einer tollen Protagonistin und einer interessanten Geschichte überzeugen. Auch wenn ich mir vom Ende mehr versprochen hatte, habe ich das Buch insgesamt doch sehr geliebt und empfehle es sehr gerne weiter!



[…] Die Owlcrate hatte in der Zeit, in der ich sie abonniert habe, öfter auch eher unbekannte Bücher in der Box. Bücher, von denen ich sonst nirgendwo gehört hatte. Auch teils zu Themen oder Tropes, die aktuell nicht wirklich im Trend waren. So habe ich hier eine große Auswahl gehabt und mich manchmal einfach auf was völlig Neues eingelassen – teilweise hat es mir gefallen, teilweise so gar nicht. So habe ich auch eine Autorin gefunden, von der ich jetzt alles kaufe, was sie rausbringt, die ich sonst nie gefunden hätte (Nicole Lesperance mit „The Depths“) […]