Rezension zu „Tagebuch eines Killerbots“ von Martha Wells
Meine Bewertung:

Details:
Titel: Tagebuch eines Killerbots
Originaltitel: The Murderbot Diaries (All Systems Red, Artificial Condition, Rogue Protocol, Exit Strategy)
Reihe: The Murderbot Diaries Band 1 (1-4)
Autorin: Martha Wells
Übersetzung: Frank Böhmert
Verlag: Heyne
Seiten: 576
Kauflink: Amazon
Preis: 15,99 € (D) Taschenbuch; 12,99 € (D) E-Book
Klappentext:
In der fernen Zukunft hat sich die Menschheit in der gesamten Galaxis ausgebreitet. Interstellare Megakonzerne haben mithilfe von seelenlosen Kampfrobotern alles unter ihre Kontrolle gebracht. Einer dieser Bots wurde nun ausgemustert und soll ein Team von Wissenschaftlern auf ihren gefährlichen Missionen beschützen. Also ein denkbar schlechter Zeitpunkt für den Bot, um ein eigenes Bewusstsein zu erlangen und über die eigene Rolle im Universum nachzudenken …

Zitat:
„Zugegeben, ich mochte die imaginären Leute im Entertainmentfeed deutlich lieber als echte, aber du kannst die einen nicht ohne die anderen haben.“
Meine Meinung:
In einer dystopischen Welt, in der Megakonzerne die Herrschaft über die, in der Galaxie verteilte, Menschheit haben, entwickelt ein Kampfroboter ein Bewusstsein und hackt sein Kontrollmodul. Das Buch beinhaltet vier verschiedene Novellen, in denen der Bot Gefahren meistern und sich mit Menschen arrangieren muss, ohne, dass auffallen darf, dass er außer Kontrolle ist.
Lustig, spannend und mit erstaunlich tiefschürfenden Gedanken – so würde ich „Tagebuch eines Killerbots“ beschreiben. Es sind vier kurze Geschichten, in denen wir einem Bot (in diesem Fall einer Verschmelzung aus geklonten menschlichen und Maschinenteilen) dabei folgen, wie er eine Persönlichkeit entwickelt. Oder weiterentwickelt, ganz wie man es nimmt.
Der Bot, aus dessen Perspektive die gesamte Geschichte erzählt wird, hat eine interessante und oft für uns Menschen lustige Perspektive auf die Welt. Ich kann mich nicht erinnern, bei einem Sci-fi Buch jemals so viel gelacht zu haben und das, obwohl die Geschichte immer ernstzunehmend war. Trotz der jeweils kurzen Novellen hat es die Autorin geschafft, ihrem Bot mehr Persönlichkeit zu verleihen, als andere Protagonisten in ganzen Trilogien erhalten.
In jeder Geschichte traf man auf andere Begleiter. Diese waren immer sehr gut durchdacht und wirkten immer sehr real, trotz der Kürze des jeweiligen Textes. Für mich war Fifo ein riesiger Favorit und ich hoffe, man wird ihn in zukünftigen Teilen der Reihe erneut antreffen!
Dafür, dass die einzelnen Charaktere so gut ausgearbeitet waren, musste das Worldbuilding ein paar Einbußen in Kauf nehmen. Und auch wenn ich mir natürlich eher gewünscht hätte, hier vier lange Romane zu haben, mit einer Menge Worldbuilding, so war es meiner Meinung nach nicht schlimm, dass dieses verkürzt war. Der Erzähler des Buches ist nun mal ein Bot, der nicht dazu tendiert, unnötige Informationen zu geben. Im Text erhält man somit Informationen über die Welt nur, wenn der Bot diese selbst neu bekommt, oder zwischen den Zeilen. Auch wenn dies zu einigen weiterführenden Fragen führte, half es auch, den Charakter klarer darzustellen.
Die Handlung in jeder Geschichte war spannend und ich habe jedes Mal mitgefiebert. Am besten gefallen haben mir dabei die erste und die letzte Novelle. Diese würde ich, ohne dabei zu übertreiben, als beinahe perfekt beschreiben. Die zweite Geschichte war ebenfalls sehr gut, auch wenn hier zwei Handlungsstränge zu viel für eine kurze Novelle waren. Die dritte Geschichte fand ich persönlich etwas schwächer als die anderen, vor allem, weil ich einige Dinge gegen Ende unlogisch und andere verwirrend fand. Aber selbst die schwächste Geschichte der vier hat es noch immer geschafft, mich absolut zu begeistern.

Mein einziger wirklicher Wermutstropfen in diesem sonst unglaublich brillanten Buch, war die Übersetzung. Im Text wurde zum Teil mit Gender gespielt und hier hinkte die deutsche Übersetzung stark, selbst in Situationen, in denen es hier keine sprachlichen Probleme geben sollte. So wird der Bot im englischen als „it“ also „es“ bezeichnet, im deutschen dagegen als „sie“. So funktioniert es einfach nicht, wenn etwa ein Charakter dem anderen sagt, dass sich dieser den Bot (also „es“) als Person vorstellen soll. Auch diverse Ausdrücke und Formulierungen waren einfach seltsam gewählt. Dies ist einer der Fälle, in denen es sinnvoll gewesen wäre, die Übersetzung von einer Person machen zu lassen, die sich mit Genderthematik auskennt.
Fazit:
„Tagebuch eines Killerbots“ hat mich fasziniert, erheitert und unterhalten. Für mich ist es definitiv ein Jahreshighlight und ich kann es nicht erwarten, diese Reihe weiterzulesen – auch wenn ich hoffe, dass die Übersetzung in Folgebänden etwas besser gehandhabt wird.


[…] Hier geht es zu meiner Rezension. […]
[…] Dies ist der zweite Band einer Reihe. Meine Rezension enthält Spoiler zum ersten Teil.Hier geht es zur Rezension zu „Tagebuch eines Killerbots“ (Band 1). […]
[…] Dies ist der dritte Band in einer Reihe. Meine Rezension enthält minimale Spoiler zu den vorhergehenden Teilen.Hier geht es zu meiner Rezension zu “Tagebuch eines Killerbots” (Band 1). […]