Zu sehen ist die Schmuckausgabe von "Stolz und Vorurteil" vor einem verzierten Spiegel und gestapelten Büchern
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Stolz und Vorurteil

Eule und Klassiker: Über „Stolz und Vorurteil“ von Jane Austen

Details:
Titel: Stolz und Vorurteil
Originaltitel: Pride and Prejudice
Autorin: Jane Austen
Erscheinungsjahr: 1813

Verlag: Coppenrath Verlag
Kauflink: Amazon
Preis: 30,00€ (D) Hardcover Schmuckausgabe

Die Handlung:

Die Bennets gehören zum kleinen Adel. Die Eltern sind sich nicht besonders ähnlich und während der Vater sich gern Scherze erlaubt, sonst aber eher untätig ist, wird sie als geschwätzig und nicht besonders intelligent beschrieben. Sie haben fünf Töchter, von denen die zweitälteste, Elisabeth, die eigentliche Protagonistin ist.

In ein Anwesen in der direkten Nachbarschaft der Bennets zieht der vermögende Mr. Bingley. Dieser bringt seinen verschlossenen und arrogant wirkenden Freund Mr. Darcy und seine beiden Schwestern mit. Auf einem Ball finden sich Elisabeths ältere Schwester, Jane, und Mr. Bingley sofort anziehend, während Elisabeth mitanhört, wie Mr. Darcy sie selbst als nicht besonders attraktiv beschreibt.

Im Folgenden macht Elisabeths Cousin ihr einen Heiratsantrag, den sie jedoch ablehnt. Sie ist entsetzt, dass ihre beste Freundin ihn daraufhin heiratet. Sie selbst beginnt, sich dem jungen Offizier Mr. Wickham anzunähern. Dieser erzählt ihr, dass Mr. Darcy ihn um sein Erbe betrogen hat.

Mr. Bingley bricht eines Tages eilig nach London auf und plant, nicht zurückzukommen. Jane ist darüber sehr unglücklich. Als Elisabeth ihre beste Freundin besucht, erfährt sie dort durch Zufall, dass Mr. Darcy dahinter steckte und seinem Freund geraten hatte, sich nicht mit Jane zu verloben. Mr. Darcy taucht überraschend auf und macht Elisabeth einen Antrag, der jedoch sehr beleidigend formuliert ist. Sie lehnt ihn ab und konfrontiert ihn mit seinem Verhalten gegenüber Jane und Mr. Wickham. Mr. Darcy reist ab, lässt ihr jedoch einen langen Brief zukommen, in welchem er sein Verhalten erklärt und auch aufdeckt, dass es Mr. Wickham war, der ihn versucht hat zu betrügen. Elisabeth erkennt, dass ihre Ablehnung Mr. Darcy gegenüber vielleicht zu vorschnell war, jedoch bereut sie nicht, seinen Antrag zurückgewiesen zu haben.

Im Sommer reist sie mit ihrer Tante und ihrem Onkel in die Grafschaft, in welcher sich Mr. Darcys Herrensitz befindet. Die Tante will das Anwesen besichtigen und Elisabeth willigt ein, nachdem sie erfahren hat, dass Mr. Darcy erst am darauffolgenden Tag wieder anwesend sein würde. Sie lernen die Haushälterin kennen, die nur positives über ihren Herrn zu berichten hat. Elisabeth beginnt, ihr Bild von Mr. Darcy noch einmal zu überdenken. Plötzlich erscheint dieser auf dem Anwesen und beginnt, sehr freundlich und zuvorkommend mit Elisabeth und ihrer Familie zu reden. Die beiden nähern sich an, als Elisabeth die Nachricht erhält, dass ihre jüngere Schwester, Lydia, mit Mr. Wickham durchgebrannt ist, ohne dass er vorhat, sie zur Frau zu nehmen. Elisabeth erzählt Mr. Darcy alles, als dieser sie aufgebracht in ihrem Zimmer vorfindet. Sie reist danach überstürzt ab, denn dieser Skandal würde dem Ruf der Familie enormen Schaden zufügen. Eine Heirat mit Mr. Darcy scheint nun ausgeschlossen zu sein.

Mr. Darcy beschließt, der Familie zu helfen und macht Mr. Wickham und Lydia ausfindig. Er tilgt dessen Schulden und bringt ihn so dazu, Lydia zu heiraten. Seinen Einfluss auf die Geschichte versucht er zu vertuschen, allerdings erfährt Elisabeth es durch ihre Schwester. Ebenso wirkt Mr. Darcy auf seinen Freund, Mr. Bingley ein, damit dieser sich wieder Jane zuwendet. Die beiden verloben sich nur kurze Zeit später.

Ohne Vorwarnung erscheint Mr. Darcys Tante bei Elisabeth und erzählt dieser, es gäbe Gerüchte, dass sie sich bald mit Darcy verloben wolle und dass sie dies nicht dulden könne. Elisabeth sagt ihr, dass sie ihr nicht versprechen könne, sich nicht zu verloben, was die Tante dazu bringt, wütend abzureisen. Als Mr. Darcy davon erfährt, schöpft er neue Hoffnung und reist erneut zur Familie Bennet. Er und Elisabeth erklären sich ihre gegenseitige Zuneigung und kurze Zeit später heiraten die beiden älteren Bennet Schwestern. In einem kurzen Epilog wird erzählt, wie alle daraufhin leben.

Klappentext "Stolz und Vorurteil"
Entstehungsgeschichte:

Jane Austen begann den ersten Entwurf des Romans zwischen 1796 und 1797 mit 21 Jahren. Das Buch trug damals den Titel „First Impressions“. Austens Vater bot das Manuskript einem Verleger an, dieser lehnte jedoch ab. Zwischen 1812 und 1813 überarbeitete Austen große Teile ihres Buches. Da das originale Manuskript nicht mehr existiert ist nicht genau nachvollziehbar, wie die ursprüngliche Version ausgesehen hat, jedoch wird angenommen, dass es sich um einen Briefroman handeln sollte. Sie fand einen Verleger und nannte ihr Werk um in „Pride and Prejudice“. Der Grund hierfür ist unklar, da allerdings zwei weitere Werke kurz zuvor unter dem Titel „First Impressions“ herauskamen, ist anzunehmen, dass Verwirrung vermieden werden sollte.

Wirkung:

Das Buch wurde von Kritikern und Lesenden sehr positiv aufgenommen. Die erste Auflage von 1500 Exemplaren war innerhalb eines halben Jahres ausverkauft und noch im selben Jahr erschien die zweite Auflage. Nach neun Jahren erschien die erste Übersetzung ins Französische. Die spanische, deutsche und italienische Übersetzung folgten alle innerhalb der nächsten 10 Jahre.

Viele bekannte Autor*innen lobten das Werk seinerzeit, darunter etwa Lord Byron und Walter Scott. Kritik kam allerdings von Charlotte Brontë, die schrieb, dem Werk fehle es an offener Landschaft und frischer Luft.

Bis heute gehört „Stolz und Vorurteil“ zu den bekanntesten und beliebtesten Büchern der Welt. Über 20 Millionen Exemplare wurden verkauft und es gab mehrere Adaptionen für Film und Fernsehen. 2003 landete das Buch in einer Umfrage der BBC auf dem zweiten Platz der besten Bücher der englischen Sprache.

Zu sehen ist eine offene Seite des Buches Stolz und Vorurteil mit einer darauf liegenden Illustration der Mode der Zeit
Und wie hat es mir gefallen?

Ich war mir lange nicht sicher, ob „Stolz und Vorurteil“ wirklich ein Buch für mich ist. Grundsätzlich hatte ich die Sorge, dass mich ein derart langes Buch, in dem es um gesellschaftliche Etikette des frühen 19. Jahrhunderts gehen würde, nicht eher langweilen würde. Dem war allerdings absolut nicht so. Der Beginn war zwar etwas zäh, weil unglaublich viele Menschen vorgestellt wurden, aber ich habe vergleichsweise schnell ins Geschehen hineingefunden.

Besonders begeistert haben mich die vielen intelligenten Kommentare. Sehr oft steckt das, was die Autorin wirklich sagen möchte zwischen den Zeilen und es hat unglaublich viel Spaß gemacht, diese kleinen Spitzen zu lesen. Ich konnte diese auch immer gut verstehen, ohne besonders viel über die soziale Etikette der Zeit zu wissen. Die einzige Stelle, welche für einen Lesenden ohne Hintergrundwissen verwirrend sein kann, ist die Situation, in der Lydia und Mr. Wickham durchbrennen. Die weitreichenden Konsequenzen, die dies nach sich ziehen kann, machen das allgemeine Verhalten aller Beteiligten verständlich, das sonst etwas übertrieben erscheinen kann.

Ich persönlich kann diesen Klassiker definitiv weiterempfehlen. Er lässt sich leicht lesen und gibt Einblicke in die damalige Zeit, ohne dabei viel Vorwissen vorauszusetzen.

Zu sehen ist die erste Seite im Buch Stolz und Vorurteil. Sie ist schwarz  mit einem großen Druck verschiedener Blumen und Schmetterlinge
Gestaltung:

Ich möchte hier noch ein paar Worte zu der Schmuckausgabe verlieren, in welcher ich das Buch gelesen habe. Ich bin der Meinung, diese lohnt sich, ganz besonders, wenn man diese Geschichte liebt. Die vielen Illustrationen von Blumen auf den Seiten verschönern das Buch sehr und helfen dabei, eine gewisse Stimmung zu schaffen.

Zudem gibt es kleinere Beigaben, wie etwa einen Stammbaum der Familie Bennet oder Zeichnungen der Mode der Zeit. Dies alles hat mir sehr gut gefallen und ich freue mich, eine derart schöne Ausgabe zu dieser tollen Geschichte zu besitzen.

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