Rezension zu „Stadt der Sterne“ von Georgia Summers
Meine Bewertung:

Details:
Titel: Stadt der Sterne
Originaltitel: The City of Stardust
Autorin: Georgia Summers
Übersetzung: Urban Hofstetter
Verlag: Heyne
Seiten: 448
Kauflink: Amazon
Preis: 22,00 € (D) Gebunden; 14,99 € (D) E-Book
Die auf den Bildern gezeigte Version ist eine Exklusivausgabe aus der Fairyloot Adult Box. Sie ist in dieser Form nicht mehr im Handel erhältlich.
Klappentext:
Seit Jahrhunderten lastet ein Fluch auf der Familie Everly: Ihre schönsten und klügsten Kinder werden von der mysteriösen Penelope mitgenommen, als Sühne für ein Verbrechen, an das sich niemand mehr erinnern kann. Violet Everly war zehn, als ihre Mutter Marianne verschwand. Nicht einmal Penelope kann sie aufspüren, und so stellt sie Violet ein Ultimatum: Sie hat zehn Jahre Zeit, um Marianne zu finden. Schafft sie es nicht, holt sich Penelope stattdessen Violet. Ihre Suche führt Violet durch ganz Europa – und in eine andere, geheime, magische Welt voller Götter und Monster. Sie ist das Zuhause von Penelopes Assistenten Aleksandr, von dem Violet sich geradezu magisch angezogen fühlt. Doch kann sie ihm wirklich trauen? In ihrem Wettlauf gegen die Zeit bleibt Violet keine andere Wahl …
Meine Meinung:
Violet Everlys Familie ist verflucht: In jeder Generation holt sich Penelope ein Mitglied der Familie als Bezahlung für etwas, an das sich niemand mehr erinnern kann. Violets Mutter verschwand, als sie zehn war und niemand, nicht einmal Penelope, kann sie aufspüren. Nun soll Violet den Platz ihrer Mutter einnehmen – ihre einzige Chance: Diese innerhalb eines Jahres aufzuspüren. Auf ihrer Suche trifft Violet Gelehrte, Monster und Götter, doch niemand übt eine so große Anziehung auf sie aus, wie Penelopes Assistent Aleksandr. Und sie weiß genau, dass sie ihm eigentlich nicht trauen darf.

Wenig Bücher schaffen es, mich gleichzeitig so schnell zu begeistern und dann trotzdem so zu enttäuschen, wie dieses. Es hat einen unglaublich wunderschönen Schreibstil, von dem ich gar nicht genug bekommen konnte und zu Beginn gab es das Versprechen einer wundervollen, magischen Welt. Während des ersten Teils dieser Geschichte war ich mir sicher, hier eins der besten Bücher meines Jahres gefunden zu haben. Ich kann gar nicht genug betonen, wie gut das Buch bis zu diesem Punkt war. Leider kippte dies ziemlich direkt mit dem Beginn des zweiten Teils.
Mein größtes Problem mit dem Buch war, wie vieles einfach nie näher erläutert wurde. Das hätte zusammen mit dem magischen Schreibstil eine tolle Atmosphäre kreieren können, in der man ebenso wie die Protagonistin Violet in eine Welt geworfen wird, die man nur bruchstückhaft versteht, die aber umso magischer wirkt. Tatsächlich machte es auf mich aber immer mehr den Eindruck, als hätte die Autorin gar nicht weitergehend über ihr Worldbuilding und ihr Magiesystem nachgedacht. So vieles ergab wenig Sinn, je länger ich darüber nachdachte und insbesondere die angedeuteten gesellschaftskritischen Punkte gingen dadurch fast völlig unter.
Violet selbst schien die Welt auch erstaunlich gut zu verstehen, dafür, dass sie ihr Leben lang fast vollständig isoliert aufwuchs und ihr nichts über ihr magisches Erbe erzählt wurde. Sie verließ ihr Haus ganz alleine und kannte sich kurze Zeit später sehr gut in der geheimen Gesellschaft der Magier aus. Ich habe mich die gesamte Zeit gefragt, wie sie diese überhaupt gefunden hat. Wie sie ohne jegliches Wissen ihre Kreise infiltrieren konnte. Dies gehörte zu den Dingen, die nie wirklich erläutert wurden und eben wenig Sinn ergaben.
Violet als Protagonistin war dazu ziemlich langweilig und hatte recht wenig Eigenschaften, die sie besonders hervorgehoben hätten. Ich war wenig an ihr und ihrer Geschichte interessiert und ähnlich sah es bei Aleksandr aus, dessen Motive ich oft generell nur sehr bedingt verstehen konnte. Die Anziehung zwischen den beiden konnte ich auch nicht wirklich spüren oder auch nur verstehen.
Wer für mich dagegen einen Großteil der Geschichte trug war Penelope. Es ist für mich selten, dass ich eine Vorliebe für die Gegenspielenden eines Buches entwickle und es war auch nicht so, als ob ich Penelopes Motive so viel besser verstanden hätte – aber sie war ein großartiger Charakter, deren Handlungen wirkliche Emotionen bei mir hervorgerufen haben. Ohne Penelope hätte ich dieses Buch wohl tatsächlich nach etwa der Hälfte abgebrochen.

Fazit:
Trotz eines wunderschönen Schreibstils und einer Gegenspielerin, die die Geschichte auf ihrem Rücken trug, konnte mich „Stadt der Sterne“ insgesamt nicht so richtig überzeugen. Die Hauptcharaktere waren langweilig, die Welt teilweise unlogisch und mir wurde einfach zu vieles offen gelassen.

