Rezension zu „Silberne Geister“ von Silvia Moreno-Garcia
Meine Bewertung:

Details:
Titel: Silberne Geister
Originaltitel: Silver Nitrate
Autorin: Silvia Moreno-Garcia
Übersetzung: Frauke Meier
Verlag: Limes
Seiten: 496
Kauflink: Amazon
Preis: 18,00 € (D) Taschenbuch; 12,99 € (D) E-Book
Klappentext:
Die kluge Montserrat schlägt sich als Außenseiterin in einer Männerdomäne durch: im mexikanischen Filmbusiness. Der einzige Mensch, der ihr lieb und teuer ist, ist ihr Jugendfreund Tristán, der als Soap-Darsteller unter Auftragsarmut leidet. Als sie und Tristán das Angebot bekommen, einen nie produzierten legendären Horrorfilm zu vollenden, schlagen sie ein. Doch der Filmstreifen ist mit einem dunklen Fluch belegt, der alle ins Unglück stürzt, die an ihm arbeiten … Und das ist längst nicht alles! Der Geist eines teuflischen Okkultisten der Nazis steht an der Schwelle zum Reich der Lebenden, und Montserrat und Tristán müssen ihn und seine Anhänger um jeden Preis aufhalten.

Meine Meinung:
„Silberne Geister wurde mir freundlicherweise vom Limes Verlag als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt. Auf meine Meinung hat dies keine Auswirkungen.
Montserrat und Tristán sind seit ihrer Kindheit miteinander befreundet. Nun arbeiten sie beide in der Unterhaltungsindustrie – Montserrat erhält als eine der wenigen Frauen in der Männerdomäne des Soundeditings keine Aufträge und Tristán hat nach einem Unfall ebenfalls Probleme Rollen als Schauspieler zu bekommen. Durch Zufall lernen die beiden einen ehemals großen Horror-Regisseur kennen. Er macht ihnen das Angebot, einen nie produzierten Horrorfilm zu beenden. Doch der Film ist verflucht und schnell rutschen die beiden immer tiefer in ein Geflecht aus Magie, Nazi-Ideologie und Okkultismus.
Das gesamte Buch ist eher langsam erzählt. Das beginnt schon damit, dass es zunächst gute 200 Seiten dauert, in denen wir eigentlich nur die Charaktere kennenlernen, bevor es wirklich losgeht. Ich muss sagen, dass mich das zu diesem Zeitpunkt noch nicht wirklich gestört hat – Montserrat und Tristán sind spannende Charaktere mit Ecken und Kanten und auch die Dynamik zwischen den beiden hat einiges zu bieten. Da ich generell eine eher charakterzentrierte Leserin bin, hat mir dies sogar erst einmal gut gefallen.
Leider zog das Tempo dann aber auch später nicht an. Es gab ein paar gruselige Momente, diese waren jedoch eher spärlich und dazwischen vergingen wieder viele Szenen, in denen die Charaktere nur herumstanden und miteinander redeten. Ab einem gewissen Punkt habe ich dann angefangen, mich zu langweilen und das hörte leider auch nicht mehr auf. Nicht einmal das Finale entwickelte genug Spannung, um mich wieder mitzureißen.
Zum Teil lag dies sicher auch an den Charakteren selbst. Waren sie zu Beginn spannend, weil es viel an ihnen zu entdecken gab, so fand ich doch, dass die Charakterentwicklung im weiteren Verlauf des Buches nicht mehr wirklich ausreichend war. Dazu war die komplizierte Dynamik zwischen den beiden zu Beginn interessant, später habe ich diese aber eher als toxisch wahrgenommen.
Trotz allem hat mich die Thematik des Buches sehr begeistert. Hier wird die mexikanische Filmindustrie mit Okkultismus vermischt und das Ergebnis ist richtig spannend. Ich fand es auch insbesondere gut, wie behutsam die Autorin mit der gesamten Nazi-Thematik umgegangen ist.

Fazit:
„Silberne Geister“ bietet interessante Charaktere mit Ecken und Kanten und einige spannende Themen, die sehr gut aufgearbeitet wurden. Leider hat mich die Geschichte gegen Ende dadurch verloren, dass zu wenig geschah, sowohl auf einer Handlungs- als auch auf Charakterebene.


[…] der Woche habe ich „Silberne Geister“ beendet, das neue Buch von Silvia Moreno-Garcia. Letztendlich konnte es mich leider nicht so […]