Cover "Sieben Kapitulationen": Das Cover ist in blautönen gehalten. Zwei verhüllte Gestalten sehen auf ein Gebäude, welches wie ein Tempel oder altes Regierungsgebäude aussieht
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Sieben Kapitulationen

Rezension zu „Sieben Kapitulationen“ von Ada Palmer

Dies ist der zweite Teil einer Reihe. Meine Rezension enthält leichte Spoiler zum ersten Band.
Hier geht es zur Rezension zu „Dem Blitz zu nah“.

Meine Bewertung:
5 Sterne von 5

Details:
Titel: Sieben Kapitulationen
Originaltitel: Seven Surrenders
Reihe: Terra Ignota Band 2 von 4
Autorin: Ada Palmer
Übersetzung: Claudia Kern
Verlag: Panini
Seiten: 576
Kauflink: Amazon
Preis: 19,00 € (D) Taschenbuch; 14,99 € (D) E-Book

Klappentext:

In einer Zukunft, in der man fast augenblicklich um die ganze Welt reisen kann, in der alle Bedürfnisse problemlos gestillt werden und in der sich niemand mehr an einen echten Krieg erinnern kann, droht eine lange Ära der Stabilität zu einem abrupten Ende zu kommen. Nur wenige wissen, dass sich die Anführer der großen Hives schon längst darauf verständig haben, die Stabilität der Welt auf Kosten von etwas Blut zu gewährleisten. Ein paar mathematisch präzise geplante Morde sorgen dafür, dass keine Fraktion jemals die Oberhand gewinnen kann und das zerbrechliche Gleichgewicht erhalten bleibt. Doch genau dieses gerät nun ins Wanken. Mycroft Canner, der dazu verurteilt wurde, im Dienste aller Hives um den Globus zu wandern, weiß mehr über diese Verschwörung, als er je zugeben kann. 

Klappentext "Sieben Kapitulationen"
Meine Meinung:

„Sieben Kapitulationen“ wurde mir freundlicherweise vom Panini Verlag im Rahmen einer Leserunde auf Lovelybooks als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt. Auf meine Meinung hat dies keine Auswirkungen.

Im Jahr 2454 gibt es keine Nationalstaaten mehr. An ihre Stelle sind sogenannte Hives getreten. Diese Fraktionen regieren die Welt und vertreten verschiedene Grundsätze, denen man sich zugehörig fühlen kann. Lange Zeit scheint die Weltordnung perfekt zu sein, doch was viele nicht sehen wollen, ist dass das Machtgefüge brüchig ist. Viele Jahre lang schwelten Intrigen der Veränderung. Mycroft Canner, der größte Verbrecher seiner Zeit, beschreibt in diesem Buch die letzten drei Tage, welche alles verändern sollen.

Auflistung der Hives in der Terra Ignota Reihe

„Dem Blitz zu nah“ war für mich eines der anspruchsvollsten Bücher, die ich bisher jemals gelesen habe und auch „Sieben Kapitulationen“ steht seinem Vorgänger um nichts nach. Dennoch war es für mich leichter, den Einstieg ins Buch zu finden. Während ich mich im ersten Band erst an die geschlechtsneutrale Sprache mit Neopronomen gewöhnen und mich in dieser völlig anderen Welt einfinden musste, konnte ich mich hier direkt auf den Inhalt konzentrieren. Die größten Verschwörungen waren auch bereits bekannt, wodurch ich nicht so häufig das Gefühl hatte, den Subtext des Buches nicht greifen zu können.

Dennoch ist es noch immer eine Geschichte, die nicht einfach so nebenbei lesbar ist. Für dieses Buch muss man sich Zeit und Ruhe nehmen, denn es ist wirklich vollgestopft mit philosophischen, theologischen und sozialkritischen Gedanken. Die Themen und die entstehenden Ideen sind dabei so vielfältig, dass ich nicht glaube, dass die meisten Menschen, mich eingeschlossen, jede einzelne Facette dieses Buches verstehen können. Aber alleine der Versuch, sich darauf einzulassen, wird hier mit einer Explosion an neuen Ideen belohnt.

In der beschriebenen Gesellschaft der Zukunft gibt es eine relevante Gruppe, welche versucht, die Zeit der Aufklärung wieder aufleben zu lassen. Es ist unglaublich interessant zu sehen, wie sich dies durch das gesamte Buch zieht, bis hin zur Sprache des Erzählers. Dabei gibt es verschiedene Ebenen, da weder die Figuren des Buches noch wir Lesenden im 18. Jahrhundert leben und somit immer nur interpretieren können, wie die Personen wohl gehandelt und gesprochen hätten. Die Autorin selbst ist Historikerin und hat ihren reichen Schatz an Wissen auf spannende Weise in dieses Buch mit eingebracht.

"Dem Blitz zu nah" und "Sieben Kapitulationen" nebeneinander
Fazit:

„Sieben Kapitulationen“ ist ein Buch, das nur so vor philosophischen Gedanken strotzt. Sich darauf einzulassen, erfordert einiges an Konzentration, doch dafür wird man definitiv belohnt.

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