Rezension zu „Rauer Glanz – Die Schatten der Vorgänger“ von Vinachia Burke
Meine Bewertung:

Details:
Titel: Rauer Glanz – Die Schatten der Vorgänger
Reihe: Rauer Glanz
Autorin: Vinachia Burke
Seiten: 516
Kauflink: Amazon; Wunderzeilen Shop (signiert bestellbar)
Preis: 14,99 € (D) Taschenbuch; 2,99 € (D) E-Book
Klappentext:
Ronland im Jahre 301 nach Reichsgründung. Seit zwei Jahren herrscht ein provisorischer Frieden mit dem Nachbarreich Matrienna. Als der vielbesungene Held des Landesteils Maulion stirbt, ist sein einziger Sohn Gerard ser Beetz gezwungen, dessen Nachfolge anzutreten. Geplagt von schweren Selbstzweifeln erfährt er, dass die marode Wirtschaft seines Landesteils seit Jahren mit Gold aus Matrienna stabilisiert wurde. Eine Entscheidung, die in Ronland als Verrat gewertet wird. Das bringt den frischen Herrscher in eine Bedrängnis, deren Brisanz noch größer wird, als der unberechenbare König von Ronland ihn beschatten lässt. Als dann auch noch die jugendliche Regentin von Matrienna ein Auge auf Maulion wirft, geraten die drei Herrscher und ihre Untergebenen in einen Konflikt, dessen Samen ihre Vorgänger säten, der jedoch mit ihnen enden wird.

Zitat:
„Von Lianne aus hatte Volck ser Beetz Maulion regiert. Er hatte die Stadt nach seiner Frau benannt, Lianne ser Beetz, die gestorben war, bevor ihr Sohn Lesen oder Schreiben konnte. Durch ihre Straßen wanderte Gerard an diesem Morgen in klammer Kälte, um seinem Vater die letzte Ehre zu erweisen.“
Meine Meinung:
„Rauer Glanz – Die Schatten der Vorgänger“ wurde mir freundlicherweise von der Autorin als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt. Auf meine Meinung hat dies keine Auswirkungen.
Gerard ser Beetz hat gerade das Amt seines verstorbenen Vaters als Landesherr übernommen, als er bereits die Folgen dessen Handelns tragen muss. Aufgrund von illegal geliehenem Gold aus dem Nachbarreich Matrienna muss er eine Lösung finden, ohne dass der unberechenbare König es mitbekommt. Währenddessen wittert Matriennas Herrscherin hier ihre Chance, ihren schwindenden Einfluss wiederherzustellen.

Das Buch erzählt seine Geschichte aus der Sicht von sechs verschiedenen Protagonisten, deren Handlungsstränge sich miteinander verflechten und auch wieder verlieren. Dabei ist jeder Charakter sehr gut beschrieben und fühlt sich absolut real an. Selbst in den Dialogen unterscheiden sich die Sprachgewohnheiten voneinander. Diese Detailverliebtheit hat dafür gesorgt, dass ich trotz der Menge an Charakteren sehr schnell den Überblick hatte und sie gut voneinander unterscheiden konnte.
Mir hat es gut gefallen, in die Köpfe von den unterschiedlichen Personen sehen zu können und ihre Gedanken zu verstehen. Dies hat auch die Möglichkeit gegeben, die Geschichte aus verschiedenen Blickwinkeln kennen zu lernen. Nichts ist so schwarz und weiß, wie es den Anschein haben könnte und kein Charakter ist ein völliger Held. Das wird spätestens dann klar, wenn man ins verfeindete Königreich blickt.
Einen kleinen Kritikpunkt hatte ich leider doch, denn durch die vielen Charaktere gab es auch enorm viele Nebenhandlungen, die teilweise einfach nicht weitergeführt werden konnten. So blieben viele Fäden zwischenzeitlich liegen, wie etwa Mos Bestreben, mehr über Ris‘ Liebesleben herauszufinden, oder Gerards Versuch, seinen Vater besser zu verstehen. Wobei dieser Kritikpunkt hier eher klein ist, da es sich meist nicht um für die Haupthandlung relevante Punkte handelt und weil dies nur der erste Teil in einer Trilogie ist, wodurch die meisten Dinge später wieder aufgegriffen werden können.

Die Handlung des Buches beweist, dass Fantasy auch ohne mythische Wesen, epische Schlachten und sogar ohne Magie auskommen kann. Der Fokus liegt hier mehr auf den historischen Wandlungen der erfundenen Reiche und auf der Psychologie der Charaktere. Diese beiden Punkte hat die Autorin sehr gut ausgearbeitet und dadurch für mich ein unvergleichliches Erlebnis geschaffen.
Besonders gut an der Handlung hat mir gefallen, dass hier wirkliche Menschen interagieren. Es gibt zwar die typischen Rollen, die diese einnehmen – etwa der König, die Spionin, etc. – aber die Charaktere füllen diese teilweise anders aus, als man erwarten würde. Oft werden sie in Rollen geworfen, die scheinbar so gar nicht zu ihnen passen, wie etwa Gerard, der zuvor nicht darauf vorbereitet wurde, das Erbe seines Vaters anzutreten. Die Fehler, die sie machen sind dadurch immer nachvollziehbar.
Sehr gut fand ich übrigens auch die sehr ausführliche Auflistung über alle Charaktere und Orte zu Beginn des Buches. Auch wenn der Text so gut geschrieben war, dass ich nie Probleme damit hatte zu folgen, so habe ich immer gern die Sicherheit, noch einmal nachsehen zu können, wer ein bestimmter Charakter ist. Zudem gibt es einen Hinweis darauf, wo eine Triggerliste gefunden werden kann, was mir ebenfalls sehr positiv aufgefallen ist.
Insgesamt konnte mich „Rauer Glanz – Die Schatten der Vorgänger“ definitiv überzeugen und ich werde die Reihe auf jeden Fall weiterlesen!

Fazit:
Dieser Auftakt einer Trilogie hat das Potential, das Herz von Fantasy-Fans höher schlagen zu lassen und das ganz ohne Magie. Die komplexen Charaktere und die vielschichte Handlung machen dieses Buch zu etwas besonderem und ich kann es nur weiterempfehlen!


[…] Hier geht es zur gesamten Rezension. […]