Cover Qwert von Walter Moers
Fantasy Lesetipp

Qwert

Rezension zu „Qwert“ von Walter Moers

Meine Bewertung:
4 1/2 Sterne von 5

Details:
Titel: Qwert
Reihe: Zamonien
Autor: Walter Moers
Verlag: Penguin Verlag
Seiten: 592
Kauflink: Amazon
Preis: 42,00 € (D) Gebunden; 39,99 € (D) E-Book

Klappentext:

Nach einem Sturz durch ein Dimensionsloch erwacht Qwert, der Gallertprinz aus der 2364. Dimension, in der Parallelwelt Orméa. Irritiert stellt er fest, dass er im Körper und der Rüstung eines attraktiven Ritters steckt, den er aus Trivialromanen kennt: Prinz Kaltbluth. Kein Wunder also, dass er zunächst eine gefesselte Schönheit befreien muss, die von einem dreiköpfigen Ungeheuer bewacht wird. Mit Hilfe seines unsichtbaren Degens Tarnmeister gelingt die Befreiung – doch die Gerettete entpuppt sich als gefährliche Janusmeduse, die alles Leben mit ihrem bösen Blick in Stein verwandeln will. Von nun an hat Prinz Kaltbluth eine ritterliche Verpflichtung: Er muss Orméa von der entfesselten Meduse erlösen. Ungünstig nur, dass er sich gerade unsterblich in sie verliebt hat.

Klappentext Qwert
Meine Meinung:

Der Gallertprinz Qwert aus der 2364. Dimension erwacht nach einem erneuten Sturz durch ein Dimensionsloch in der Parallelwelt Orméa. Doch statt in seinem eigentlichen Körper steckt er hier in der Rüstung des attraktiven Ritters Prinz Kaltbluth. Dessen Abenteuer kennt Qwert nur zu gut aus den in Zamonien sehr beliebten gleichnamigen Trivialromanen. Um dem Ritterdasein gerecht zu werden, erschlägt er ein dreiköpfiges Monster um eine schöne Frau zu retten – nur um zu erfahren, dass diese Frau eines der gefährlichsten Monster dieser Welt ist. In dem Versuch, das Missverständnis aufzuklären und seinen Fehler zu beheben macht Qwert eine Menge Feinde, findet mächtige Verbündete und erlebt so einige klassische Abenteuer des Ritterdaseins.

Walter Moers ist einer meiner liebsten Autoren und das seit vielen Jahren. Insbesondere „Die Stadt der träumenden Bücher“ hat es mir sehr angetan aber auch viele andere Romane aus Zamonien gehören zu meinen Favoriten. Dabei muss ich aber auch sagen, dass ich gerade die neueren Romane nicht mehr ganz so gelungen fand. Irgendwie fehlte oft der Funke, der dazu geführt hat, dass ich die alten Romane geliebt habe. „Qwert“ würde ich weder in die eine noch die andere Kategorie stecken – einerseits hatte ich das Gefühl, hier wieder einen Ideenreichtum zu sehen, den ich seit einiger Zeit vermisst habe und ich habe diese Geschichte wirklich sehr geliebt. Andererseits wirkte der gesamte Schreibstil dabei aber auch sehr viel ungeschliffener und einfacher als sonst. Dies kann man sicher darauf schieben, dass das Buch eine Hommage an die Trivialliteratur darstellen und somit auch einen entsprechenden Schreibstil emulieren soll, dennoch hat dies bei mir doch teilweise für kleinere Enttäuschungen gesorgt.

Karten von Orméa (in Qwert) und Zamonien

Doch insgesamt muss ich einfach sagen, dass mir „Qwert“ sehr gefallen hat. Statt wie sonst in Zamonien, spielt das Buch in der Parallelwelt Orméa. Dort gibt es teils völlig andere Wesen und auch die Gesetze der Welt funktionieren anders. Doch immer mal wieder trifft man auch auf bekannte Wesen aus Zamonien, wie etwa den rostigen Gnomen. Der Grund dafür wird später auch erklärt, ich fand es jedenfalls eine schöne und sehr passende Balance zwischen etwas ganz Neuem und genug altbekannten und geliebten Elementen aus Zamonien.

Qwert selbst kennt man ja bereits aus „Die 13 ½ Leben des Käpt’n Blaubär“ und generell würde ich auch empfehlen, „Qwert“ erst nach diesem, „Die Stadt der träumenden Bücher“ und „Die Insel der tausend Leuchttürme“ zu lesen. Zum einen versteht man dann einige Zusammenhänge besser und kennt wichtige Charaktere schon. Zum anderen gibt es jedoch im Buch auch gerade für letzteres einige Spoiler und um diese zu vermeiden, würde ich nicht empfehlen, eine Reise nach Zamonien genau hier zu beginnen. Der Vollständigkeit halber sei jedoch erwähnt, dass man den Roman auch ohne Vorwissen aus anderen Büchern verstehen könnte.

Was ich bis zum Ende des Buches leicht irritierend fand, war, dass Qwert selbst eigentlich wenig bis gar nichts mit sich selbst aus vorherigen Büchern zu tun hat. Er ist in einem anderen Körper, hat mit der Umstellung jedoch erstaunlich wenig Probleme. Aber auch vom Charakter her, hätte ich manchmal etwas andere, insbesondere klügere, durchdachtere Handlungen von einem ehemaligen Schüler der Nachtschule erwartet. Ich denke, das Buch hätte genauso gut funktioniert, wenn ein völlig anderer Charakter statt Qwert an seiner Stelle gewesen wäre. Was ich etwas schade fand, da ich mich schon darauf gefreut hatte, ihn besser kennenzulernen.

Dies war aber doch eher ein kleinerer Kritikpunkt innerhalb dieses ziemlich abenteuerlichen und kreativen Ritts. Orméa hatte so vieles für mich zu bieten und ich war unglaublich gerne dabei. Besonders toll fand ich hier etwa Schneesturm, das kleine Reitwürmchen. Jede der kurzen Aventurien, in die das Buch gegliedert war, hat einen neuen, interessanten Teil von Orméa präsentiert. In manchen wäre ich gerne länger verweilt, bei anderen war ich froh, sie schnell wieder zu verlassen und insgesamt hatte ich sehr viel Spaß beim Lesen dieses Romans!

Illustration in Qwert
Fazit:

„Qwert“ ist eine gelungene Anspielung auf die Trivialliteratur voller witziger und guter Ideen aber auch mit altbekannten Gesichtern aus Zamonien. Trotz kleinerer Punkte, die mich störten, ist dies doch ein Buch aus der Feder des Autors, das mich mal wieder wirklich überzeugen konnte und das ich sehr gerne weiterempfehlen möchte!

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