Rezension zu „Neon Birds“ von Marie Grasshoff
Meine Bewertung:

Details:
Titel: Neon Birds
Reihe: Neon Birds Band 1
Autorin: Marie Grasshoff
Verlag: Lübbe
Seiten: 464
Kauflink: Amazon
Preis: 15,00 € (D) Taschenbuch; 9,99 € (D) E-Book
Klappentext:
Es ist das Jahr 2101. Ein außer Kontrolle geratener technischer Virus verwandelt Menschen in hyperfunktionale Cyborgs, die dem Willen der künstlichen Intelligenz KAMI gehorchen. In Sperrzonen eingepfercht, werden sie von Supersoldaten bekämpft, die man weltweit als Stars feiert. Doch die Mauern beginnen zu bröckeln. Sekten beten KAMI als Maschinengott an. Und während der Kampf zwischen Menschheit und Technologie hin und her wogt, versuchen vier junge Erwachsene, den Untergang ihrer Zivilisation zu verhindern …

Meine Meinung:
Im Jahr 2101 ist ein großer Teil der Menschheit vom technischen Virus KAMI in zombieartige Cyborgs verwandelt worden. Diese wurden in Sperrzonen gesperrt. Soldaten, welche KAMI eindämmen, werden wie Stars gefeiert. Doch als ein Anschlag auf die Sicherheitssysteme einer Sperrzone Chaos auslöst, könnte die Zivilisation am Ende sein. Der frühere Soldat Okijen stellt sich zusammen mit dem Geheimagenten Flover, dem Studenten Luke und Andra, die weit von Technologie entfernt aufwuchs, der Katastrophe entgegen.
Ich habe mir „Neon Birds“ gekauft, als gerade scheinbar jeder darüber gesprochen und es geliebt hat. Und auch wenn mir das Buch im Großen und Ganzen gefallen hat, muss ich ehrlich sagen, dass ich den Hype darum nicht wirklich nachvollziehen kann.
Zu Beginn wird man, ohne viel zu wissen, in die Geschichte geschmissen. Grundsätzlich stört mich so etwas nicht, allerdings zog sich die Unwissenheit für mich hier doch unnötig lange hin, ohne dass es dafür einen wirklichen Payoff gab. Dennoch war die Spannung von Anfang an hoch und ich war direkt interessiert daran, was geschehen würde.
Ein interessantes Stilmittel war es, zwischen einzelne Kapitel militärische Akten einzufügen. Über diese erfuhr man mehr über die Charaktere, aber auch Hintergrundinformationen wurden so gegeben. Die Menge war dabei genau richtig, um nicht erschlagend zu werden und ich fand es gut gelöst, den Lesenden so Informationen zukommen zu lassen.
Was mich leider enorm gestört hat, war der Schreibstil. Dieser wirkte oft sehr aufgesetzt und übertrieben. Dies passte zwar zur Geschichte, gefiel mir aber einfach persönlich nicht. Als besonders störend habe ich allerdings die vielen Wiederholungen empfunden. Seit ich dieses Buch gelesen habe, kann ich Formulierungen wie „mildes Lächeln“, „grummeln“ und „Fuck“ nicht mehr lesen, ohne daran erinnert zu werden. Die exzessive Verwendung dieser und weiterer Worte hat mich irgendwann ständig aus dem Lesefluss geworfen.

Den Charakteren stand ich etwas gespalten gegenüber. Einerseits mochte ich sie grundlegend schon und fand auch, dass sie interessant geschrieben waren, allerdings fanden viele Entwicklungen zwischen ihnen nur statt, weil der Plot es so vorsah. Besonders die Beziehung zwischen Okijen und Andra und Okijen und Flover waren davon betroffen. Diese fühlten sich einfach überhaupt nicht natürlich an. Auch seltsam fand ich, wie jung die Protagonisten alle waren. Gerade bei Okijen und Flover war dies merkwürdig, da beide bereits eine recht hohe Position in verschiedenen Organisationen innehatten und dafür definitiv zu jung waren.
Auch die Motivation zu verschiedenen Handlungen kam oft weniger von den Charakteren, sondern vom Plot. Zwischenzeitlich fanden die Charaktere ein Beweisstück, welches doch eher dürftig war und beschlossen daraufhin, alle zusammenzuarbeiten, um etwas illegales zu tun. Das hat bei mir doch für einige hochgezogene Augenbrauen gesorgt.
Nimmt man diese plotgesteuerten Elemente jedoch hin, wird man mit einer actionreichen, spannenden Geschichte belohnt, die zwar viele Klischees beinhaltet, diese aber doch auf interessante Weise neu erfindet. Das Lesen hat mir Spaß gemacht und auch wenn ich derzeit nicht das Bedürfnis habe, der Reihe weiter zu folgen, so bereue ich es auch nicht, der Geschichte eine Chance gegeben zu haben.
Fazit:
„Neon Birds“ bietet eine spannende Geschichte, voller guter Ideen, die leider in der Umsetzung etwas holprig ist. Besonders der Schreibstil hätte von einer etwas gründlicheren Überarbeitung profitiert.

