Rezension zu „Morgen, morgen und wieder morgen“ von Gabrielle Zevin
Meine Bewertung:

Details:
Titel: Morgen, morgen und wieder morgen
Originaltitel: Tomorrow, and tomorrow, and tomorrow
Autorin: Gabrielle Zevin
Übersetzung: Sonia Bonné
Verlag: Eichborn Verlag
Seiten: 560
Kauflink: Amazon
Preis: 25,00 € (D) Gebunden; 24,99 € (D) E-Book
Klappentext:
Mitte der 90er-Jahre in Massachusetts: An einer U-Bahn-Station trifft Sadie, hochbegabte Informatikstudentin und angehende Designerin von Computerspielen, ihren früheren Super-Mario-Partner Sam wieder. Die beiden beginnen, gemeinsam an einem Spiel zu arbeiten, und schnell zeigt sich, dass sie nicht nur auf freundschaftlicher, sondern auch auf kreativer Ebene ein gutes Team sind. Doch als ihr erstes gemeinsames Computerspiel zum Hit wird, brechen sich Rivalitäten Bahn, die ihre Verbundenheit zu bedrohen scheinen.

Meine Meinung:
„Morgen, morgen und wieder morgen“ wurde mir freundlicherweise vom Eichborn Verlag als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt. Auf meine Meinung hat dies keine Auswirkungen.
Als sich Sam und Sadie Mitte der 90er Jahre wiedertreffen, haben sie bereits eine komplizierte Geschichte hinter sich, doch ihre Freundschaft begann mit Videospielen und diese Leidenschaft greifen die beiden sofort wieder auf. Gemeinsam entwickeln sie ein Spiel und merken, dass sie ein gutes Team sind. Doch als sie beginnen, erfolgreich zu werden, ist dies der Beginn von Rivalitäten und Tragödien.
„Morgen, morgen und wieder morgen“ ist ein Buch, das ganz vieles tut, was ich sonst eher kritisieren oder zumindest nicht besonders mögen würde – dennoch ist es mein erstes Jahreshighlight und beweist, dass es sich manchmal auch lohnt, Regeln zu brechen.
Die Geschichte wird abwechselnd aus Sams und Sadies Sicht erzählt. Beide sind sehr komplexe Charaktere und auch wenn ich sie geliebt habe, hatten sie doch auch massive Charakterschwächen – Arroganz, die Unfähigkeit zu kommunizieren und andere für die eigenen Fehler verantwortlich zu machen, um nur einige zu nennen. Doch auch wenn ich beide manchmal am liebsten angeschrien hätte, war ich doch bis zum Ende in ihre Reise investiert und habe ihnen nur das Beste gewünscht.
Die Erzählweise ist eine, die ich normalerweise so gar nicht mag. Oft werden lange Zeitabschnitte einfach zusammengefasst und an vielen Stellen wurde mir hier zu viel gesagt und nicht genug gezeigt. So etwas sorgt bei mir oft dafür, dass ich die Verbindung zu den Charakteren verliere und doch gibt es wenig Bücher, in denen ich eine so starke Bindung zu den Charakteren gespürt habe, wie in diesem. Mich hat die Erzählweise hier zu keiner Zeit gestört, im Gegenteil war ich hochgradig ins Buch investiert und wollte am liebsten gar nicht aufhören, zu lesen!

Das Buch verbindet Videospiele sehr stark mit der Realität und es gibt viele Anspielungen auf Spiele der 90er Jahre. Dabei ist es nicht zwingend nötig, diese zu kennen, aber es hilft, um einige der Anspielungen zu verstehen. Es ist auch nicht unbedingt nötig, selbst Videospiele zu mögen. Auch wenn das Buch oberflächlich von zwei Freunden handelt, die Spiele programmieren, steckt darunter doch so viel mehr.
Was mir sehr gefallen hat, war die Verbindung des Buches mit Themen wie chronische Schmerzen, Sexismus, Rassismus, kultureller Aneignung und ähnlichem. Dabei waren alle diese Themen geschickt in die Geschichte verwoben und regten dazu an, sich selbst Gedanken darüber zu machen, ohne je zu predigen. Was diese Themen anging, hat die Autorin das Prinzip “Show don’t tell” sehr gut verinnerlicht!
Mich hat dieses Buch von Anfang bis Ende mitgenommen und begeistert. Für mich war es ein absolutes Highlight und ich kann es einfach nur weiterempfehlen!
Fazit:
„Morgen, morgen und wieder morgen“ beweist, dass Regeln manchmal gebrochen werden müssen, um eine großartige Geschichte zu erzählen. Das Buch vermischt Videospiele mit wichtigen Themen und das Ergebnis ist eine Geschichte, die mich sehr mitgenommen hat und die ich gerne weiterempfehle!


[…] sich für mich zwei Bücher ein Kopf an Kopf Rennen, was diesen Status angeht. Während mich „Morgen, morgen und wieder morgen“ mit moralisch grauen, aus dem Leben gegriffenen Charakteren und Videospielen begeistern konnte, […]