Rezension zu „Mit Güte und Gigawatt“ von Susan Kaye Quinn
Dies ist der dritte Band einer Reihe. Meine Rezension enthält Spoiler zu den vorhergehenden Teilen.
Hier geht es zu meiner Rezension zu „Im Strom der Macht“ (Band 1).
Meine Bewertung:

Details:
Titel: Mit Güte und Gigawatt
Originaltitel: Of Kindness and Kilowatt
Reihe: Zukunftsschimmer; Band 3 von 4
Autorin: Susan Kaye Quinn
Übersetzung: Michael Drecker
Seiten: 134
Kauflink: Amazon
Preis: 9,99 € (D) Taschenbuch; 12,99 € (D) E-Book
Klappentext:
Die Menschheit ist in einer Schleife gefangen
Während die Welt sich immer weiter aufheizt, benötigen die verbliebenen Menschen immer mehr Energie, um am Leben zu bleiben – ein Teufelskreis, der es zunehmend schwerer macht, Netto-Null-Emissionen zu erreichen.
Akemis Position in der Südkalifornischen Versorgungskommission gleicht einem tagtäglichen Kampf – und die Infrastruktur der Zivilisation aufrechtzuhalten ist der undankbarste Job auf dem Planeten. Als Los Angeles von einem Doppelevent getroffen wird – einer Hitzewelle und einem zeitgleichen Virusausbruch – haben er und sein Team alle Mühe, die Stromversorgung zu sichern. Die geplante Erweiterung eines Solarwerks könnte dabei helfen, doch die ist – gelinde gesagt – kontrovers.
Da wird er von der Tochter einer alten Freundin kontaktiert, die ihm einen Datenschatz über angebliche Geheimexperimente zuspielt. Erst will er dies als Verschwörungstheorie abtun, doch als er in die Materie eintaucht, stößt er auf eine Energieforschung, die so gefährlich wie vielversprechend ist. Ist es das letzte Ass im Ärmel der Menschheit oder etwas, das ihren Untergang noch beschleunigen wird? Diese Frage kann ihm niemand beantworten, also muss Akemi sich selbst auf die Suche nach Antworten begeben.
Manchmal ist man einfach die Person, die zur rechten Zeit am rechten Ort ist, ob man will oder nicht.
Meine Meinung:
Akemi sieht sich einer ungeheuren Belastung entgegen: Auf der einen Seite muss er die Energieversorgung aufrechterhalten, während Los Angeles gleichzeitig unter einer Hitzewelle und einem Virusausbruch leidet. Zugleich ist sein kranker Vater vor kurzem zu seiner Familie gezogen und seitdem hängt der Haussegen ziemlich schief. In dieser Situation kontaktiert ihn die Tochter einer alten Freundin mit Daten zu angeblichen Geheimexperimenten. Angeblich wird eine neue Art der Energiegewinnung erforscht, welche gleichzeitig vielversprechend und gefährlich klingt. Akemi muss versuchen zu verstehen, womit er es hier zu tun hat, sonst könnte dies schlimme Konsequenzen für die Zukunft der Menschheit haben.
Jeder Band dieser Buchreihe geht einen Schritt in der Hierarchie nach oben und jedes Mal erfahren wir mehr über die Welt und die Energieproblematik. In diesem Teil wurde noch einmal sehr deutlich gemacht, wie eng es für die Menschheit wird, trotz einer grünen Energietechnologie das Netto-Null-Ziel zu erreichen. Während dies gerade im ersten Band für mich viel hoffnungsvoller klang, wurde hier sehr deutlich, wie schmal der Grat tatsächlich ist.
Akemi und seine Familie hatten als Charaktere ziemlich viel Potenzial. Obwohl Akemi mehrere erwachsene Kinder hat und diese auch mit ihren Partnern noch zuhause wohnen, leben doch alle ihre eigenen Leben, wodurch es schwer ist, immer jemanden zu finden, der auf seinen neu eingezogenen, kranken Vater aufpassen kann. Viel schwieriger noch: Der Vater möchte eigentlich auch nicht, dass jemand auf ihn aufpasst, obwohl er klare neurologische Ausfälle hat.
Gut gefallen hat mir in dieser Hinsicht, dass Akemi und sein Vater durch die gemeinsame Liebe zur Physik einen Weg zueinander finden und sich somit durch das Rätsel, welches sich durch alle Bücher zieht, die private Situation der beiden verändert. Ich muss allerdings dennoch sagen, dass die ganze Familie hier viel zu kurz kam. Die Mitglieder waren dafür auch einfach zu viele – mehrere wurden nur namentlich erwähnt und waren eigentlich völlig unwichtig für die Geschichte. Ich hatte das Gefühl, hier hätte eine Fokussierung auf die relevanten Familienmitglieder ein wenig Raum gelassen, um diesen mehr Platz für Entwicklung zu lassen.
Mein größter Kritikpunkt war aber leider eben das Rätsel des Buches. Seit Band 1 wird versucht, herauszufinden, was im Geheimen abläuft und wer hinter den rätselhaften Energieexperimenten steckt. Dies war immer sehr spannend. In diesem Band jedoch geht es an die physische Seite des Ganzen. Und in der Theorie finde ich das auch ziemlich gut. Fast alle Charaktere des Buches sind Physiker und sie werfen mit Theorien um sich, wie die geheimnisvolle neue Energiegewinnung funktionieren könnte. Ich habe die entsprechenden Textstellen sogar einem befreundeten Physiker gezeigt und bis auf kleinere Ungenauigkeiten ist das Fundament hier wohl ziemlich solide. Allerdings sind die besprochenen Theorien weit fortgeschritten und werden selbst im Physikstudium wohl erst sehr spät behandelt. Die meisten Lesenden des Buches müssen sich daher durch seitenweise, für sie unverständliche Physik kämpfen. So zumindest ging es mir und ich muss gestehen, dass ich dabei irgendwann ein wenig abgeschaltet habe. Ich hoffe wirklich, dass der letzte Band nicht vom Verständnis dieser Theorien abhängt!
Fazit:
Auch der dritte Band der Zukunftsschimmer-Reihe führt das Rätsel um die geheimnisvollen Experimente weiter, verliert sich dabei leider ein wenig in fortgeschrittenen Physikexkursen. Dennoch hat mir Akemis private Geschichte sehr gefallen und es war schön zu sehen, wie er und sein Vater durch geteilte Leidenschaften einen Weg zueinander finden.


Huhu liebe Laura,
der Physiker-Sprech hat mich auch genervt und ich habe diese Passagen nur noch geskimmt.
Und ich stimme deiner Rezi zu 100% zu 🙂
LieGrü
Elena
PS: Und danke für die Verlinkung meiner Rezi *knicks
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