Rezension zu „Mindset“ von Sebastian Hotz
Meine Bewertung:

Details:
Titel: Mindset
Autor: Sebastian Hotz
Verlag: Kiepenheuer & Witsch
Seiten: 288
Kauflink: Amazon
Preis: 23,00 € (D) Gebunden; 18,99 € (D) E-Book
Klappentext:
Maximilian Krach hat alles, was sich ein im Internet sozialisierter junger Mann im zweiten Jahrzehnt des 21. Jahrhunderts wünschen kann: teure Uhren, eine amtliche Anzahl Follower, eine so einfache wie geniale Geschäftsidee und einen unerschütterlichen Glauben an die eigene Einzigartigkeit.
Da ihm daran gelegen ist, seine Erkenntnisse und Einsichten zu teilen, nimmt er sich alle paar Wochen die Zeit, um einem vollbesetzten Seminarraum in mittleren und kleinen deutschen Großstädten seine Ideen zuteilwerden zu lassen. Es geht um Wölfe und Schafe, um berühmte Einzelgänger und um den Schlüssel zum Erfolg, der nicht, wie so viele glauben, irgendwo da draußen liegt, sondern viel, viel näher: im richtigen Mindset.
Doch wer deswegen glaubt, der Weg nach ganz oben sei nicht beschwerlich und fordernd, nicht gesäumt von dornigen Chancen und unbelehrbaren Bedenkenträger*innen, hat natürlich nichts verstanden. Es sind Lektionen, die auch Mirko noch bevorstehen, der sich aufmacht, mit Maximilians Hilfe aus seinem trostlosen Alltag auszubrechen. Und so werden Präsentationen gestrickt und Postings geplant, Sportwagen gemietet und NFTs gemintet, bis eine arglos abgesetzte Pizzabestellung in einer Gütersloher Winternacht Erkenntnisse bereithält, die sich nur sehr schwer in wichtige Learnings übersetzen lassen.
Meine Meinung:
„Mindset“ wurde mir freundlicherweise vom KiWi Verlag als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt. Auf meine Meinung hat dies keine Auswirkungen.
Maximilian Krach coacht andere Männer dabei, das zu erreichen, was er erreicht hat: Wohlstand und Ansehen. Während eines seiner Seminare in einem kleinen Seminarraum mitten in Ostwestfalen, stößt Mirko als neuer Teilnehmer dazu. Der gelernte ITler hadert mit seinem mittelmäßigen Leben und möchte gerne, wie Maximilian es ausdrückt, ein Wolf werden. Doch ist es wirklich so einfach reich und erfolgreich zu werden? Muss man wirklich nur sein Mindset ändern?
Auf „Mindset“ wurde ich aufmerksam, weil ich dem Autor schon länger in den sozialen Medien folge. Dort ist er für seine satirischen Posts bekannt und ich hatte durchaus erwartet, hier ähnlich beißenden Humor zu finden. Doch auch wenn ich generell unterhalten wurde, hat mir dabei doch einiges gefehlt.
Das Buch setzt sich mit Abzock-Coaches und toxischer Maskulinität auseinander. Dabei erzählt es diese Geschichte hauptsächlich aus der Sicht von Maximilian, Mirko und Yasmin. Maximilian, der anderen versucht das Mindset der Wölfe und Schafe näher zu bringen. Mirko, dessen Unzufriedenheit mit dem eigenen Leben ihn zu einem perfekten Opfer dafür macht und Yasmin, die irgendwie auch da ist. Die Wahl von Mirko als Charakter, aus dessen Sicht wir die Geschichte erleben, fand ich gut gewählt, da gut dargestellt wurde, wie jemand denkt, der sich von solchen Gruppen einfangen lässt. Die anderen beiden Charaktere dagegen waren aus meiner Sicht eher nicht gut gewählt. In Yasmins Fall lag das vor allem daran, dass ihre Anwesenheit nichts zur Geschichte beitrug, außer die Lesenden manchmal zu belehren.
Maximilian dagegen war ein interessanter Fall, denn die Geschichte aus der Sicht von demjenigen, der andere abzockt zu schreiben, war schon eine interessante Wahl. Leider sorgte dies im Endeffekt vor allem dafür, dass viel zu stark betont wurde, wie arm dran solche Menschen selbst sind. Komplett ausgeklammert wurden dabei aber, wie sehr diese Art „Coaches“ ihre Opfer schädigen können.
Insgesamt hatte ich mir erhofft, hier eine beißende Satire zu bekommen, oder eine gründliche Auseinandersetzung mit dem Thema. Gerne auch beides zusammen. Bekommen habe ich ein humorvolles Buch, welches mich gut unterhalten konnte, dabei jedoch einfach wenig Relevantes zu den behandelten Themen beitrug. Vermutlich bin ich, aufgrund meiner Erfahrungen mit dem Autor, einfach von etwas mehr ausgegangen.
Fazit:
„Mindset“ ist ein kurzes, humorvolles Buch, welches durchaus unterhalten kann. Wer jedoch eine gründliche gesellschaftliche Auseinandersetzung sucht, oder beißende Satire, der ist hier leider falsch.

