Rezension zu „Midnight Strikes“ von Zeba Shahnaz
“Midnight Strikes“ ist derzeit nicht in deutscher Übersetzung erhältlich. Sollte sich dies ändern werde ich die Rezension entsprechend anpassen.
Meine Bewertung:

Details:
Titel: Midnight Strikes
Autorin: Zeba Shahnaz
Verlag: Delacorte Press
Seiten: 442
Kauflink: Amazon
Preis: $19,99 Gebunden; $13,99 Taschenbuch; $8,99 E-Book
Die auf den Bildern gezeigte Version ist eine Exklusivausgabe aus der Owlcrate Buchbox. Sie ist in dieser Form nicht mehr im Handel erhältlich.
Klappentext:
Seventeen-year-old Anaïs just wants tonight to end. As an outsider at the kingdom’s glittering anniversary ball, she has no desire to rub shoulders with the nation’s most eligible (and pompous) bachelors—especially not the notoriously roguish Prince Leo. But at the stroke of midnight, an explosion rips through the palace, killing everyone in its path. Including her.
The last thing Anaïs sees is fire, smoke, chaos . . . and then she wakes up in her bedroom, hours before the ball. No one else remembers the deadly attack or believes her warnings of disaster.
Not even when it happens again. And again. And again.
If she’s going to escape this nightmarish time loop, Anaïs must take control of her own fate and stop the attack before it happens. But the court’s gilded surface belies a rotten core, full of restless nobles grabbing at power, discontented commoners itching for revolution, and even royals who secretly dream of taking the throne. It’s up to Anaïs to untangle these knots of deadly deceptions . . . if she can survive past midnight.

Meine Meinung:
Anaïs soll auf einem großen Ball in der Hauptstadt einen reichen Ehemann finden, um ihrer Familie die Möglichkeit größerer politischer Macht zu geben. Dabei ignorieren ihre Eltern, dass die jungen Männer eingebildet sind und insbesondere nichts von ihr halten, da sie aus einer Gegend des Landes kommt, auf die alle hinabblicken. Anaïs möchte nur, dass der Abend endet, als Punkt Mitternacht eine Explosion das Schloss zerstört und alle tötet. Anaïs jedoch wacht wieder auf – kurz vor dem Ball. Doch niemand möchte ihrer Warnung glauben. Nacht um Nacht muss sie den Schrecken erneut überleben und dabei herausfinden, wer versucht, alle umzubringen. Dabei erhält sie unerwartet Hilfe von Prinz Leo, der als Frauenheld verschrien ist. Doch Anaïs ist sich nicht sicher, ob sie ihm trauen kann.
Ich war skeptisch, was dieses Buch angeht. Diese Art von „Und täglich grüßt das Murmeltier“-Geschichten mag ich oft nur sehr bedingt. Auch wenn ich das Konzept mag, tendieren Geschichten dieser Art oft dazu repetitiv und irgendwann langweilig zu werden. Aber ich muss sagen, dass dies hier überhaupt nicht der Fall war. Im Gegenteil, mir hat dieser Aspekt hier unglaublich gut gefallen – so gut, dass bei mir vor kurzem ein weiteres, ähnliches Buch einziehen durfte!
Generell fühlte sich die Geschichte hier an, wie eine Kombination aus einem düsteren Märchen, einer Zeitreise-Story, gemischt mit einer Prise Rebellion. Das war definitiv eine Kombi, die mich begeistern konnte. Das Setting war wundervoll und ich konnte gar nicht genug von dem prunkvollen Ball bekommen – was gut war, denn es gab im Buch natürlich wenig anderes.
Anaïs als Protagonistin hat mir gut gefallen. Zu Beginn fühlte sie sich etwas an, wie jede weibliche Heldin im Fantasybereich der 2010er Jahre, aber ich konnte sie schnell besser verstehen. Insbesondere die leichten „not like other girls“-Vibes, die ich am Anfang bekam, wurden schnell in den richtigen Kontext gesetzt. Sie war eine kluge und determinierte Protagonistin, die aber auch (verständliche) Fehler machte, während sie versuchte eine Situation zu meistern, die weit außerhalb ihrer Fähigkeiten lag.
Zu Beginn gefiel mir vor allem, dass in der Gesellschaftskritik immer klar kommuniziert wurde, dass schlechte Bedingungen im Land ein Problem des Systems sind und nicht nur durch Einzelne gelöst werden können. Dies fand ich für eine YA-Geschichte sehr erwachsen. Leider blieb dieser Aspekt dann sehr schnell auf der Strecke und es ging am Ende doch wieder um einen Gegenspieler, welcher besiegt werden musste, damit alles gut wird. Dies war insbesondere nicht gelungen, weil dieser Gegenspieler selbst eigentlich ein Opfer des Systems war, weshalb es mir schwer fiel, diesen wirklich als Bösewicht zu sehen – aber um sicherzugehen, dass man die Person eben als böse sehen würde, fügte die Autorin noch eine gute Prise Rassismus hinzu, welche in diesem Fall wirklich unpassend wirkte (generell war Rassismus ein Thema im Buch und wurde auch sehr gut behandelt, aber hier ging es nur darum, eine Person durch rassistische Aussagen als böse zu markieren).
Ich muss sagen, dass mich das Buch daher ein wenig enttäuscht zurückgelassen hat. Ich mochte sehr vieles daran und hatte eine gute Zeit, es zu lesen. Aber die gesamte Auflösung war für mich einfach nur enttäuschend.

Fazit:
„Midnight Strikes“ überzeugt durch ein tolles Setting, einen spannenden Aufbau und eine gute Protagonistin. Leider schaffte es das Buch dabei aber nicht, seine politischen Aussagen bis zum Ende durchzuziehen und enttäuschte mich dadurch zum Schluss sehr.

