In diesem Jahr gab es eine ganze Menge Bücher, die mich absolut überzeugen konnten. Ich hatte mehr Jahreshighlights als je zuvor und gleichzeitig deutlich weniger Bücher, die ich nicht gut fand. Dennoch gab es immer noch einige, die ich nur als Flops bezeichnen kann. Diese Bewertung ist natürlich immer subjektiv und heißt nicht, dass diese Bücher niemand anderem gefallen können. Ich persönlich finde es wichtig, auch über negative Bewertungen zu sprechen (natürlich auf sachliche Weise!), einfach weil dies anderen Lesenden helfen kann, besser einzuschätzen, ob das Buch etwas für sie sein könnte.
Hier sind jedenfalls meine Flops des Jahres 2022:
5) Kingdom of the wicked
Emilia und ihre Zwillingsschwester Vittoria sind Nachkommen einer alten Hexenfamilie in Palermo Ende des 19. Jahrhunderts. Während Emilia eher ruhig und zurückhaltend ist, sucht Vittoria das Abenteuer. Eines Nachts findet Emilia ihre Zwillingsschwester ermordet im Kloster des Ortes vor. Bei dem Versuch, herauszufinden, was geschehen ist, beschwört sie versehentlich einen der sieben Höllenfürsten, Wrath. Auch wenn dieser behauptet, ihr helfen zu wollen, wurde Emilia seit ihrer Kindheit davor gewarnt, Dämonen zu vertrauen. Und doch scheint es Wrath ernst zu meinen …
Was mich in diesem Buch besonders gestört hat, war der sich ziehende Monolog. Emilia war keine Protagonistin, die die Geschichte tragen konnte, denn selbst die spannendsten Momente zogen sich irgendwann wie Kaugummi. Die Liebesgeschichte konnte mich auch nicht überzeugen und das Einzige, was ich an dieser Geschichte zu Beginn geliebt habe – die Beschreibungen von Palermo – war nach wenigen Kapiteln ebenfalls verschwunden.
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4) When we dream
Ella lebt mit ihren Schwestern in Chicago. Zwischen Disney-Marathons, Cupcakes und Lesen könnte alles schön sein, wenn sie sich nicht von der Großstadt erdrückt fühlen würde. Auf einem Event lernt sie zufällig den K-Pop-Star Jae-yong kennen. Sie hört selbst kein K-Pop, weshalb sie nicht weiß, dass er einer der bekanntesten Stars der Welt ist.
In diesem Buch ging es mehr darum, die westlichen Lesenden anzusprechen, als tatsächliche Repräsentation zu schaffen, wodurch nicht nur eine große Chance vertan wurde, sondern leider auch rassistische Szenen zustande kamen. Hinzu kam, dass es keinerlei Chemie zwischen den Protagonisten gab und der größte Teil des Buches aus langweiligen Alltagsszenen bestand, die die Geschichte nicht voranbrachten.
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3) Für eine Nacht sind wir unendlich
Auf einem der größten Festivals der Welt in England treffen Jonah und Liv aufeinander. Zwischen den beiden knistert es sofort, obwohl sie so unterschiedlich sind. Doch Jonah möchte sich nicht auf ein weiteres kurzes Abenteuer einlassen und Liv ist gerade frisch von ihrem Freund getrennt. Ihnen bleibt nur eine Nacht, bis das Festival zu Ende ist, um herauszufinden, was sie voneinander wollen.
Dieses Buch war leider durch und durch problematisch. Beide Protagonisten kämpften mit psychischen Problemen und auch wenn diese Thematik recht prominent behandelt wurde, war dies nur dazu da, das Verhalten der Charaktere zu rechtfertigen. Jonah etwa verhielt sich extrem misogynistisch, was durch seine Vergangenheit entschuldigt werden sollte. Liv gegenüber verhielt er sich ständig grenzwertig. Nebenbei gab es eine Menge Hass gegenüber schlanken Frauen, statt einfach nur Vielfalt zu feiern, indem man eine nicht Normschöne Protagonistin hatte.
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2) Odinskind
Hirka dachte immer, dass sie keinen Schwanz hat, weil die Wölfe ihn gefressen haben. Doch mit fünfzehn erfährt sie, dass sie nie einen hatte. Sie ist kein Bewohner Ymsland, sondern kam aus einer anderen Welt. Wesen wie sie werden als Odinskind bezeichnet und getötet. Doch damit nicht genug, denn auch die Blinden, gefährliche Wesen aus anderen Welten, sind nach Ymsland gekommen.
In dieser Geschichte hatte ich das Gefühl, dass nichts wirklich relevant war. Es gab so viel hin und her, so viele unnötige Charaktere und dazu einen ganzen Haufen YA-Klischees. Dazu kam eine extrem problematische Szene, die ebenfalls komplett unnötig für die Handlung war.
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1) Alte Sorten
Die 17-jährige Sally ist aus der Klinik ausgebrochen und versucht nun, sich vor der Polizei zu verstecken. Als sie in einem kleinen Dorf auf Liss trifft, merkt sie sofort, dass diese alte Frau anders ist als andere Erwachsene. Liss scheint sie nicht zu verurteilen und stellt keine misstrauischen Fragen. Durch die Arbeit auf dem Hof findet Sally zu sich selbst und die beiden verbindet eine seltsame Freundschaft, die jedoch auf die Probe gestellt wird, als die Dämonen aus Liss‘ Vergangenheit ans Licht kommen.
In diesem Buch wurden psychische Erkrankungen verharmlost, und konservative Werte wurden als Heilmittel für diese verherrlicht. Es gab Sexismus und Rassismus. Die weiblichen Charaktere waren klischeehaft geschrieben und nicht einmal die Aspekte, die in Verbindung mit der Arbeit auf dem Hof standen, waren gut recherchiert. Dieses Buch konnte leider in keinem Aspekt punkten und war mit Abstand das schlechteste, was ich in diesem Jahr gelesen habe.
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Bonus: My wish – Breite deine Flügel aus
Alle Bücher dieser Liste habe ich 2022 gelesen und auf diesem Blog rezensiert. Es gab jedoch ein Buch, das ich gelesen und nicht rezensiert habe. Wenn es hier gelandet wäre, hätte es auf dieser Liste wohl den zweiten Platz erreicht und aus diesem Grund möchte ich es zumindest kurz erwähnen.
In dem Buch geht es um Suda, die in jedem Jahr zu ihrem Geburtstag einen Brief ihrer toten Mutter öffnet, die ihr sagt, was sie zu tun hat. Natürlich hört sie immer darauf und reist daher jahrelang durch die Welt nur um plötzlich wieder sesshaft zu werden und ein Darlehen von ihrer Schwester zu verlangen. Das Buch hat eine problematische Darstellung von Minderheiten und bedient so ziemlich jedes Klischee, das es nur gibt. Die Handlung ist absolut unrealistisch und viele Charaktere sind einfach völlig eindimensional dargestellt.
Eine Rezension zu diesem Buch wird nicht mehr folgen, hauptsächlich, weil ich mich nicht weiter damit beschäftigen möchte.






