In diesem Jahr habe ich so viele Bücher wie noch nie zuvor gelesen. Darunter waren dann auch mehr Highlights als sonst – leider aber auch mehr Flops. Darunter die 5 zu finden, die ich wirklich am schlechtesten fand, war gar nicht so leicht, insbesondere, da ich eigentlich ungern besonders lange über diese Bücher nachdenke. Dies ist auch der Grund, weshalb ich in diesem Jahr zu keinem Buch auf dieser Liste eine Rezension auf meinem Blog geschrieben habe. Schreibt mir aber gerne in die Kommentare, falls ihr zu einem oder sogar mehreren dieser Bücher doch ausführlicher wissen wollt, was mich gestört hat.
Ein kleiner Disclaimer: Wie immer repräsentiert diese Liste nur meine eigene, subjektive Meinung. Geschmäcker sind verschieden und was mir überhaupt nicht gefällt, kann jemand anderes lieben. Ich persönlich finde es immer wichtig, auch negative Meinungen zu Büchern finden zu können. Mir helfen diese oft besser einzuschätzen, ob das Buch etwas für mich sein könnte, als positive Rezensionen. In diesem Sinne ist hier nun alles Negative, was ich zu meinen 5 Flops des Jahres 2023 zu sagen habe!
5) A Kingdom Darkens

Eine deutsche YA High Fantasy Reihe mit sechs Bänden, Dämonen, Elben und anderen Rassen – das klang 2021 nach etwas, was ich unbedingt lesen wollte. Die Rezensionen innerhalb meiner Bubble waren ziemlich positiv und dann habe ich das Buch auch noch gewonnen! Eigentlich sprach alles dafür, dass ich mich sofort mit der Bardin Lana und dem Dämon Gray in ein Abenteuer stürzen würde, um ihre Welt zu retten. Dass ich es irgendwie nie getan habe, hätte ich vielleicht als Zeichen nehmen sollen, stattdessen habe ich das Buch auf meine 23 für 2023 Liste gesetzt und es dann auf den letzten Drücker im Jahr noch gelesen. Gut lief es leider nicht wirklich.
Geschrieben war das Buch definitiv eher für den jüngeren Teil der YA-Leserschaft und es gab so einige Klischees, auf die ich schon lange keine Lust mehr habe. Insbesondere die Protagonistin war eine absolute Mary Sue, der alles ziemlich direkt gelang. Die Gegenspieler*innen des Buches konnte ich nur als Witz ansehen. Insbesondere Fueno war so lachhaft böse und hatte sich so wenig im Griff, dass ich die ganze Gefahr des Buches nicht ernst nehmen konnte. Spannung kam so keine auf! Schreckliche Erlebnisse beeinflussten die Charaktere nur, wenn es gerade nützlich für die Story war, abgesehen davon wurden geliebte Menschen, die umgebracht wurden und ähnliches einfach völlig vergessen. Auf den ersten Blick interessant erschienen mir eigentlich nur die verschiedenen Rassen dieser Welt, bei denen die Autorin ein paar interessante Ideen eingebracht hatte. Leider wurde dieser Aspekt dann nie vertieft, wodurch die Geschichte davon nicht profitieren konnte.
4) Durch die kälteste Nacht

Auch dieses Buch war eine Subleiche, die ich auf meine 23 für 2023 Liste gesetzt habe, um sie endlich zu lesen. Für mich war dies die letzte Chance, die ich Brittainy C. Cherry geben wollte. In der Vergangenheit hatte ich ein wirklich sehr gutes Buch von ihr gelesen und seitdem drei ziemliche Flops (eines davon hat es schonmal auf eine meiner Flop-Liste geschafft…). Ich hatte trotzdem die Hoffnung, dass mir dieses Buch gefallen würde, da die anschließende Buchreihe einige Tropes behandelt, welche mir in Büchern gut gefallen. Nach dieser Erfahrung ist mir das aber egal und ich werde ganz sicher kein weiteres Buch von ihr lesen.
In diesem Buch wurde jegliches Gefühl (und damit meine ich nicht nur romantischer Art) nur erzählt. Erleben oder mit den Charakteren mitfühlen durfte man nicht. Der Schreibstil war ziemlich prätentiös mit vielen zitierfähigen Sätzen, die eigentlich wenig aussagen – oder schon hundertmal gesagt wurden. Die Geschichte war langweilig, Trauma wurde nur benutzt, um zu zeigen, wie arm dran die Charaktere waren. Und insgesamt muss ich sagen, dass ich mich nach nicht einmal einem Monat an kaum etwas aus dem Buch erinnern kann, außer daran, dass ich beim Lesen durchgehend genervt war. So uninteressant war das Ganze.
3) We All Fall Down

Dies war eines der Illumicrate-Bücher auf die ich mich damals, 2022, am meisten gefreut habe. Eine alte Stadt, in der einst Magie herrschte und jetzt Wissenschaft, Queere Protagonist*innen und Verschwörungen, das klang nach einem Buch für mich. Leider habe ich dann bevor ich es lesen konnte, erfahren, dass es wohl rassistische Szenen in der Geschichte gab und so gerne ich mir bei sowas auch mein eigenes Bild mache, hatte ich dadurch lange keine wirkliche Motivation, das Buch zu lesen. Für einen Lesemarathon habe ich aber für eine Aufgabe kein anderes Buch gefunden, also habe ich mich vorsichtig darauf eingelassen und es, wie man sieht, bereut.
Dieses Buch hat absolut keine Atmosphäre. Diese Stadt könnte so interessant sein – gespalten zwischen einem alten, magischen Teil und einem neuen, der von rücksichtslosen Wissenschaftler*innen beherrscht wird. Dann gibt es eine magische Prophezeiung, die sich immer wieder wiederholt. Aber all diese Dinge blieben blass und langweilig. Der Schreibstil wirkte dennoch aufgeblasen, was ich in der Kombination nicht angenehm zu lesen fand. Einer der Charaktere las sich sehr klar wie ein author insert und ja, das Ende las sich definitiv ziemlich rassistisch. Ich frage mich wirklich, wie gerade so ein Buch in der Illumicrate landen konnte!
2) Die Göttinnen von Otera – Purpur wie Rache

Achtung: Dies ist der zweite Band einer Reihe. Die folgenden Abschnitte enthalten Spoiler zu beiden Bänden.)
Anfang des Jahres habe ich den ersten Band dieser Trilogie gelesen und fand ihn super. Das war YA-Fantasy, wie ich sie mag, mit tollem, afrikanisch inspirierten Worldbuilding und feministischer Thematik. Für mich war klar, dass ich Band 2 auch lesen würde und so habe ich das auch recht bald gemacht. Und leider las es sich, als ob es von jemand völlig anderem geschrieben worden wäre.
Während es in Band 1 wie gesagt viel um feministische Themen und auch um Rassismus ging, wurde hier plötzlich alles umgedreht. Plötzlich war gegen Deka nicht diskriminiert worden, weil sie Schwarz war, sondern weil sie in einem Hinterwäldler Dorf gelebt hatte. In Wirklichkeit wurde in dieser Welt plötzlich nämlich gegen Weiße diskriminiert. Und Männer diskriminierten Frauen nur, weil diese sie viel früher unterdrückt hatten. Sehr viele zuvor heteronormativ gecodete Charaktere waren plötzlich queer, was ziemlich erzwungen wirkte – wobei ich hier sagen muss, dass ich es theoretisch sehr gut fand, mehr Repräsentation zu haben. Mich störte hierbei nur die Umsetzung, denn auf mich machte es fast den Eindruck, als ob hier einfach eine Checkliste abgearbeitet worden wäre. Zuletzt schienen in diesem Teil so ziemlich alle Charaktere ihre Eigenschaften zu verlieren. Im vorherigen Teil war es gerade so schön und wichtig zu sehen, wie Deka mit ihren Freundinnen zusammenfindet. Hier waren diese plötzlich lebensgroße Pappaufsteller und ebenso wichtig für die Geschichte.
1) Der Drachenjäger – Die erste Reise ins Wolkenmeer

Vor mehreren Jahren habe ich bei einem Buchaustausch mitgemacht. Ich habe damals angegeben, dass ich insbesondere Drachenfantasy im Stil von Naomi Novik mag. Was ich damit meinte, war Drachenfantasy, in der die Drachen intelligente Verbündete sind. Habe ich definitiv schlecht kommuniziert – nachher ist man immer klüger. Bekommen habe ich jedenfalls ein Fantasy-retelling von Moby Dick, in welchem Drachen gejagt werden. Ich hatte jahrelang keine Lust es zu lesen, aber wollte es auch nicht weggeben, weil sich ja durchaus jemand Gedanken darum gemacht hat, was mir gefallen könnte. Also habe ich es in diesem Jahr gewagt. Ich hätte es wirklich lassen sollen.
Das Buch las sich wie klassische Fantasy aus den 80er/90er Jahren, insbesondere was die Darstellung von Frauen angeht. Das Buch begann natürlich mit Fridging und auch andere weibliche Charaktere im Buch waren flacher als Papier und entsprachen einem der Klischees des Genres. Der Protagonist las sich sehr wie ein author insert und hatte ziemlich starke Anzeichen einer männlichen Mary Sue. In der Geschichte passierte so viel unglaubwürdiges Zeug, dass ich es irgendwann nicht einmal mehr ernst nehmen konnte. Ich muss sagen, dass ich dies besonders schade finde, da das Worldbuilding mit den fliegenden Schiffen und Kristallen eigentlich recht vielversprechend war, aber dieses Buch war einfach so gar nicht zeitgemäß.


[…] Aber auch abgesehen davon hat mir das Buch einfach gar nicht gefallen. Im Beitrag zu meinen Flops 2023 habe ich bereits mehr dazu erzählt. Erhalten hat das Buch 1,5 Sterne von […]