Nicht jedes Buch kann einem gefallen. Auch wenn ich immer vor dem Lesen hoffe, dass mir ein Buch gefällt, gibt es einfach einige, die mich nicht überzeugen können. In diesem Jahr waren dies glücklicherweise wenige, wie ihr in den nächsten Tagen noch in meiner Blog-Statistik sehen werden könnt.
Auch wenn ich lieber über die Bücher rede, die ich gut fand, wollte ich euch zumindest von meinen 5 Flops des Jahres erzählen. Am Mittwoch gibt es dafür dann die doppelte Menge an positiven Büchern, mit meiner Top 10!
Aber hier jetzt erstmal meine 5 Flops des Jahres 2020:
5) Lovers & Haters – College-Liebesroman

Ein Buch, das feministisch klingen möchte, mit Sprüchen, wie „Frauen können alles!“. Leider wird diese Haltung ziemlich schnell über Bord geworfen:
Jules kommt an ein neues College und will dort American Football spielen. Die anderen Menschen sind jedoch vor 100 Jahren stehen geblieben und behaupten, dass Frauen das gar nicht können. Jules gründet daraufhin eine eigene Frauenmannschaft, mit der sie jedoch kaum trainiert. Sie haben rosa Jacken und schreien laut, dass sie an einem Turnier teilnehmen wollen. Jules verliebt sich schließlich in den Quarterback der Männermannschaft und verbringt lieber Zeit mit ihm, statt ihr Team zu trainieren. Sie ist überrascht, als die anderen Frauen wütend sind als sie dies rausfinden.
Dieses Buch stand auf der Bild-Bestsellerliste und eigentlich war es eine spontane Idee, mir mal anzusehen, wie gut ein Buch auf dieser wohl ist. Tatsächlich war ich von den ersten 100 Seiten wirklich positiv überrascht, danach ging das gesamte Buch jedoch den Bach hinunter.
Mehr zum Buch findet ihr in der zugehörigen Rezension.
4) Stolen

Abby muss in ein Internat für schwer erziehbare Jugendliche, weil sie manchmal Robin Hood spielt. Die beiden Söhne der Rektorin lieben, dass sie so viel Dunkelheit in sich trägt, denn sie können diese aufnehmen und werden damit mächtiger. Natürlich verlieben sich alle irgendwie ineinander, denn Abby ist „not like other girls“!
Dieses Buch hat meine Geduld ziemlich strapaziert. Misogynie, strohdumme Charaktere, eine langweilige Liebesgeschichte… ich muss gestehen, dass ich bei diesem Buch nicht verstehe, wo die ganzen guten Bewertungen herkommen. Vielleicht bin ich einfach zu alt?
Mehr dazu gibt es in der Rezension.
3) Ferryman

Dylan stirbt bei einem Zugunglück und trifft im Niemandsland auf Tristan, den Ferryman, der sie auf die andere Seite bringen soll. Auf dem immer gleich bleibenden Weg, verlieben sie sich ineinander.
Die Misogynie trieft nur so aus diesem Buch. Besonders extrem sah man dies in der Szene, in welcher Tristan Dylan erklärt, dass ihre Seele etwas ganz Besonderes sei, da sie ja noch eine Jungfrau ist. Nicht-jungfräuliche Seelen seien verbittert und alt. Bei derartigen Ansichten hat nicht nur das Buch bei mir verloren, sondern auch die Autorin, von deren Büchern ich mich in Zukunft definitiv fernhalten werde. Aber ich habe in diesem Jahr auch Bücher mit misogynen oder sexistischen Inhalten gelesen, ohne dass sie es auf diese Liste geschafft haben. „Ferryman“ hat leider eine ganze Reihe von Problemen, wie etwa eine unglaublich langweilige Handlung, wodurch alles, was ich an diesem Buch mochte, die Landschaftsbeschreibungen waren.
Für mehr Informationen lest gerne die zugehörige Rezension.
2) Töchter der Freiheit

Elodea ist Teil einer Widerstandsgruppe – die Töchter der Freiheit. Ihre Anführerin, die Magistra Loreba, wurde zum Tode verurteilt und die restlichen Frauen an Adelshöfe geschickt, damit sie dort wieder vernünftig werden. Doch der Widerstand gegen die tyrannische Königin wächst und bald stehen verschiedene Menschen vor der Entscheidung, was sie riskieren wollen, um das Land zu retten.
Ich muss gestehen, dass dieses Buch hauptsächlich so weit oben auf dieser Liste ist, weil es mich enorm enttäuscht hat. Meistens versuche ich, meine Erwartungen niedrig zu halten, aber bei diesem Buch ist mir dies nicht gelungen. Zu interessant klang der Klappentext! Leider ist die Geschichte ein einziges Kuddelmuddel aus Handlungssträngen, die alle nicht genug Zeit bekommen, um sich zu entwickeln. Auch die Charaktere sind zu viele, jeder mit eigener Hintergrundgeschichte, die nichts zum Gesamtbild beiträgt. Ich war mehrfach kurz davor, das Buch abzubrechen, weil es mich so geärgert hat und ich nichts daran finden konnte, was mich wirklich angesprochen hat.
Mehr zum Buch gibt es in der entsprechenden Rezension.
1) Moonlight Radio – Auf einer Frequenz mit dir

Charlene versucht ihr Leben nach einem Schicksalsschlag wieder auf die Reihe zu bekommen, da erhält sie das Angebot, eine Radiosendung zu moderieren. Schnell hat sie einige riesige Hörerschaft, denn sie sendet eine Botschaft, die natürlich alle toll finden: Wenn man glücklich ist, dann hat man auch Glück und wenn man Pech hat, dann war man wohl nicht glücklich genug!
Als ich meine Rezension dazu geschrieben habe, habe ich meine grundsätzliche Abneigung darauf geschoben, dass die Autorin eben an Esoterik glaubt und ich nicht. Ich habe versucht, hier nicht zu ablehnend zu erscheinen, aber je mehr ich über dieses Buch nachgedacht habe, umso mehr ist mir klargeworden, dass es mehr um die Art und Weise geht, wie die Autorin ihren Glauben hier dargestellt hat. Sie hat dafür nämlich wissenschaftliche Paper zitiert, welche ihr scheinbar recht geben. Dabei hat sie jedoch die Aussage dieser Paper völlig verfälscht. Ob man nun Esoterik gut oder schlecht findet – wenn man so etwas tut, damit andere einem glauben überschreitet man einfach eine Grenze!
Das Buch hat auch sonst keine Punkte, die es irgendwie besser machen würden. Abgesehen vom ständigen victim blaming ist es auch noch extrem langweilig, hat schlecht geschriebene Charaktere und unglaubwürdige Entwicklungen. „Moonlight Radio – Auf einer Frequenz mit dir“ ist das einzige Buch dieses Jahr, das eine 1-Stern-Bewertung erhalten hat und das zurecht! Somit erhält dieses Buch sozusagen die goldene Himbeere dieses Blogs! Herzlichen Glückwunsch – oder auch nicht!
Für mehr Informationen gibt es hier noch die passende Rezension.

