Rezension zu „Märchentrümmer“ von Mia M. Hope
Meine Bewertung:

Details:
Titel: Märchentrümmer
Reihe: Märchentrümmer Band 1
Autorin: Mia M. Hope
Seiten: 396
Kauflink: Amazon
Preis: 13,99 € (D) Taschenbuch; 4,99 € (D) E-Book
Klappentext:
New Orleans im Jahr 2035: Die 17-jährige Jo-Ann ist verzweifelt. Sie hat keine Lust mehr, sich in der Kneipe ihrer kaltherzigen und berechnenden Pflegemutter ausnutzen zu lassen. Sie will ein neues Leben fernab von New Orleans beginnen. Als in der Stadt eine Sturmflut wütet, nutzt Jo-Ann das Chaos und die Panik, um wegzulaufen. Sie schließt sich einer Gang junger Männer an und ahnt nicht, dass dadurch alles nur noch schlimmer wird. Sie verliebt sich in Rick, den gutaussehenden Anführer der Gang, und stürzt sich in eine leidenschaftliche Beziehung mit ihm. Doch hinter seiner coolen Bad-Boy-Attitude verbirgt sich ein düsteres Geheimnis. Als Jo-Ann davon erfährt, wird ihr klar, in welcher Gefahr sie schwebt und dass sie sich von Rick trennen muss. Und zwar sofort, denn Rick ist eine tickende Zeitbombe.
Meine Meinung:
„Märchentrümmer“ wurde mir freundlicherweise von der Autorin als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt. Auf meine Meinung hat dies keine Auswirkungen.
Die 17-jährige Jo-Ann möchte von ihrer Pflegemutter und dem Leben, das sie bei ihr führen muss fliehen. Als ein Wirbelsturm die Stadt trifft schneidet sie sich illegal ihren Erkennungs-Chip aus dem Finger und läuft weg. Sie trifft auf Rick und schließt sich ihm und seiner Gang an. Dabei verliebt sie sich in den gutaussehenden Bad Boy. Doch mehr und mehr zeigt sich, dass Rick gefährlich ist und Jo-Ann in höchster Gefahr schwebt.
In diesem Buch geht es um die Tabu-Themen toxische Beziehung, häusliche Gewalt und Missbrauch. Die Autorin nimmt dabei kein Blatt vor den Mund und zeigt ohne jegliche Romantisierung, wie eine solche Dynamik oftmals von statten geht. Während Rick zu Beginn der heiße Bad Boy ist, dem die Frauen zu Füßen liegen und den Jo-Ann sehr schnell anhimmelt, zeigt er, sobald er sie in der Hand hat, sein wahres Gesicht. Ich fand es sehr mutig, dass die Autorin ein solches Buch geschrieben hat, und bin der Meinung, dass die Thematik enorm wichtig ist.
Neben dem reinen Auseinandernehmen der Dynamik wird im Buch ebenfalls gezeigt, dass eine solche Beziehung niemals die Schuld der Opfer ist und dass diese nicht allein sind. Es ermutigt dazu, Hilfe zu holen und sich aus der Situation zu befreien. Ich denke, diese Botschaft ist sehr wichtig für junge Menschen, weshalb ich auch dieses Buch als sehr wichtig erachte.
Einige stilistische Entscheidungen wirkten experimentell, allerdings waren sie im Gesamtbild sehr stimmig und halfen bei der Erzeugung der Atmosphäre. Dazu gehörte etwa die Verwendung von englischen Ausdrücken im Text. Hier hätte ich mir zwar gewünscht, dass es nicht zwischendurch Anmerkungen der Autorin zu deren Bedeutung mitten im Text gegeben hätte (ein Glossar wäre eine bessere Option gewesen), aber dies ist für mich kein wirklicher Kritikpunkt, da es den Lesefluss nicht wirklich unterbrochen hat.
Zwei Dinge haben mich leider stärker gestört. Zum einen wirkten die Konversationen je weiter die Geschichte voranschritt immer hölzerner. Zu Beginn hatte ich das Gefühl nur selten, aber gerade im letzten Abschnitt des Buches betraf dies fast die gesamte wörtliche Rede.
Ein zweiter Kritikpunkt war die gegen Ende vertretene Haltung zum Thema Abtreibung. Dabei möchte ich nicht generell kritisieren, wie die Problematik im Buch gelöst wurde, denn was hier geschehen ist passte zusammen mit der Biographie des betroffenen Charakters. Mein Problem bezieht sich eher auf die Argumente, welche hier gebracht wurden und wie die Thematik allgemein behandelt wurde. Dies fand ich gerade in dem Zusammenhang schwierig, da ich mir vorstellen kann, dass dieses Buch generell gut geeignet ist, um vulnerablen Personen eine Perspektive zu zeigen. In diesem Zusammenhang ist meiner Meinung nach eine nuancierte Betrachtung der Thematik ganz besonders wichtig.
Ich hoffe generell, dass die im Buch behandelten Themen mehr Beachtung finden. Gerade in der Buchwelt, in der Bad Boys sehr beliebt sind, würde ich mir mehr Bücher wünschen, die den gleichen Blick wie „Märchentrümmer“ einnehmen und jungen Menschen zeigen, dass dies in der Realität nicht immer ein erstrebendes Beziehungsmodell ist.
Fazit:
Wenig Bücher haben es geschafft, mich so mitzunehmen, wie „Märchentrümmer“ und ich bin sicher, dass ich noch lange darüber nachdenken werde. Auch wenn ich der Meinung bin, dass einige Thematiken etwas besser hätten behandelt werden können, so ist die Kernaussage doch sehr gut ausgearbeitet und enorm wichtig. Aus diesem Grund hoffe ich, dass dieses Buch besonders in die Hände von Menschen findet, die diese Nachricht hören müssen.

