Cover "Mädchen, Frau etc."
Feministisch Politisch Zeitgenössisch

Mädchen, Frau etc.

Rezension zu „Mädchen, Frau etc.“ von Bernardine Evaristo

Meine Bewertung:
4 Sterne von 5

Details:
Titel: Mädchen, Frau etc.
Originaltitel: Girl, Woman, Other
Autorin: Bernardine Evaristo
Übersetzung: Tanja Handels
Verlag: btb; Tropen
Seiten: 
Kauflink: Amazon
Preis: 25,00 € (D) Gebunden; 13,00 € (D) Taschenbuch; 11,99 € (D) E-Book

Klappentext:

In »Mädchen, Frau etc.« verwebt Bernardine Evaristo die Geschichten schwarzer Frauen über ein Jahrhundert zu einem einzigartigen und vielstimmigen Panorama unserer Zeit. Ein beeindruckender Roman über Herkunft und Identität, der daran erinnert, was uns zusammenhält.
Die Dramatikerin Amma steht kurz vor dem Durchbruch. In ihrer ersten Inszenierung am Londoner National Theatre setzt sie sich mit ihrer Identität als schwarze, lesbische Frau auseinander. Ihre gute Freundin Shirley hingegen ist nach jahrzehntelanger Arbeit an unterfinanzierten Londoner Schulen ausgebrannt. Carole hat Shirley, ihrer ehemaligen Lehrerin, viel zu verdanken, sie arbeitet inzwischen als erfolgreiche Investmentbankerin. Caroles Mutter Bummi will ebenfalls auf eigenen Füßen stehen und gründet eine Reinigungsfirma. Sie ist in Nigeria in armen Verhältnissen aufgewachsen und hat ihrer Tochter Carole aus guten Gründen einen englischen Vornamen gegeben. Auch wenn die Frauen, ihre Rollen und Lebensgeschichten in Bernardine Evaristos Mädchen, Frau etc. sehr unterschiedlich sind, ihre Entscheidungen, ihre Kämpfe, ihre Fragen stehen niemals nur für sich, sie alle erzählen von dem Wunsch, einen Platz in dieser Welt zu finden.

Klappentext "Mädchen, Frau etc."
Meine Meinung:

In diesem Buch geht es um eine Reihe Schwarzer Frauen, welche alle irgendwie miteinander verbunden sind. Darunter etwa die Dramatikerin Amma, die gerade ihren großen Durchbruch hat. Ihre Tochter Yazz lebt ihr Leben als Jugendliche und weiß genau, was sie will. Die Lehrerin Shirley versucht, junge Mädchen an ihrer unterfinanzierten Schule zu fördern, darunter war damals auch Carole, die nun Investmentbankerin ist. Alle ihre Leben sind irgendwie miteinander verwoben.

In dem Buch erzählt jedes Kapitel einen Ausschnitt aus dem Leben einer dieser Frauen. Dabei sind einige der Abschnitte in der Gegenwart des Buches angesiedelt, andere erzählen von der Herkunft der Frauen. Die Geschichte ist dadurch nicht chronologisch und setzt sich wie ein Teppich nach und nach aus vielen verschiedenen Fäden zusammen. So faszinierend das auch war – mich persönlich hat diese Art der Erzählung leider nicht angesprochen. Immer wenn ich mich gerade auf einen Charakter eingelassen habe, ging es schon in ein völlig anderes Leben, in einen völlig anderen Kopf.

Ein Großteil der Charaktere sind leider auch keine wirklichen Sympathieträger. Auch wenn mich das sonst selten stört, fand ich es hier einfach schwierig immer wieder neu in den Kopf einer Frau zu schlüpfen, deren Charakter ich dann eher unangenehm fand. Dadurch, dass man auch immer wieder Bezüge zu anderen Charakteren hat, kann es passieren, dass eine Frau, die zuvor noch sympathisch war, plötzlich in ein ganz anderes Licht gerückt wird. Mir fehlte so einfach ein Bezugspunkt und ich fand es schwer, mich in die Charaktere einzufühlen.

Beim Lesen habe ich kognitiv durchaus wahrgenommen, dass dies ein sehr gutes, literarisch hochwertiges Buch ist. Und ich glaube auch, dass dieses für viele Lesende eine Bereicherung darstellen wird. Leider war es am Ende einfach nicht meine Geschichte. Ich konnte einfach keinen Bezug zu den Charakteren oder der Geschichte selbst aufbauen.

Unabhängig davon hat mich allerdings tatsächlich gestört, wie viele stark traumatische Erfahrungen in dem Buch vorkamen, ohne dass irgendwann thematisiert worden wäre, wie schwer es ist, über solch eine Erfahrung wieder hinwegzukommen. Beim Lesen entstand bei mir teils der Eindruck, dass man nur beschließen müsste, nun nicht mehr davon beeinflusst zu werden. Hier hätte das Buch definitiv Potenzial für mehr gehabt.

Fazit:

„Mädchen, Frau etc.“ ist ein literarisch hochwertiges Buch, welches leider einfach nicht für mich war. Ich konnte keinen Bezug zu den Charakteren aufbauen und hätte mir eine bessere Behandlung der vielen Traumaerfahrungen gewünscht.

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