Cover Lyneham von Nils Westerboer
Sci-Fi

Lyneham

Rezension zu „Lyneham“ von Nils Westerboer

Meine Bewertung:
3 Sterne von 5

Details:
Titel: Lyneham
Autor: Nils Westerboer
Verlag: Hobbit Presse
Seiten: 496
Kauflink: Amazon
Preis: 18,00 € (D) Taschenbuch; 13,99 € (D) E-Book

Klappentext:

Henry Meadows wird zwölf, als die Erde stirbt. Mit seinem Vater und seinen Geschwistern reist er nach Perm, einem urzeitlichen Mond in einem fernen Sonnensystem. Henrys Mutter ist mit einem anderen Raumschiff geflogen. Sie wird von der Familie sehnsüchtig erwartet. Doch plötzlich mehren sich die Zeichen: Sie ist schon hier gewesen, vor langer Zeit. Und sie hat eine Warnung hinterlassen.
Mit Hightech trotzt die erste und einzige Kolonie der Menschheit der Natur des Mondes Perm, die faszinierend und bedrohlich zugleich ist. Hier gibt es Berge, die in den Weltraum ragen, zwei Arten von Nächten und eine gefährliche, unsichtbare Tierwelt. Als Henry ankommt, ist die neue Heimat noch nicht “fertig”: Die Atmosphäre ist giftig und enthält zu wenig Sauerstoff, ohne Schutz ist ein Aufenthalt im Freien tödlich. Irgendetwas hat das Terraforming Perms verhindert. Henrys Mutter Mildred kennt den Grund. Die Wissenschaftlerin hat sich entschieden, nicht mit ihren Kindern zu fliegen, sondern einen neuen Antrieb abzuwarten, mit dem sie ihre Familie um Jahrtausende überholt. Sie will für die bestmögliche aller Welten sorgen. Dazu legt sie sich mit dem mächtigen Leiter des Unternehmens an, der ein anderes Ziel verfolgt. Ein Kampf entbrennt, der über das Leben von Henry und seiner Familie entscheiden wird – viele tausend Jahre später.

Klappentext Lyneham
Meine Meinung:

Als Henry und seine Familie auf Perm ankommen, erwarten sie einen umgewandelten Planeten, auf dem sie leben können. Stattdessen ist die Atmosphäre giftig und die Familie stirbt beinahe bei der Ankunft. Auch Henrys Mutter ist nicht da. Als Wissenschaftlerin hat sie ein anderes Schiff genommen als ihre Familie und sollte früher ankommen, um den Planeten vorzubereiten. Überall sehen Henry und seine Geschwister Zeichen von ihr und es scheint, dass sie der Schlüssel ist, um zu verstehen, was auf Perm geschah.

Das erste Drittel dieses Buches hat mich gepackt und restlos begeistert! Die Geschichte wird hauptsächlich aus der Perspektive von Henry erzählt, der auf Perm ankommt und als Kind eine Welt erlebt, in der irgendetwas nicht so lief, wie es sollte und in der ihm niemand mehr dazu sagen möchte. Auch wenn sich Henry meiner Meinung nach deutlich jünger als 12 las (ich persönlich hatte ihn aufgrund seiner Erzählweise auf 6-8 geschätzt und war überrascht, als ich nochmal im Klappentext sein Alter gesehen habe), war seine Erzählperspektive sehr interessant. Als Kind nahm er ganz andere Dinge wahr als Erwachsene. Gleichzeitig blieben ihm viele Informationen verschlossen und so war es auch als Lesende teils unklar, was genau nun geschah.

Eine weitere Perspektive des Buches war Mildred, Henrys Mutter, die viele Tausend Jahre vor ihrer Familie auf Perm ankam. Zunächst fand ich Mildred extrem interessant – sie durfte als weibliche Wissenschaftlerin sein, ohne dass ihre Motivation nur ihre Kinder waren. Sie stellte ihre Karriere an erste Stelle und war generell ein sehr komplexer Charakter. Zudem war sie teils sehr irritierend, völlig von der eigenen Unfehlbarkeit überzeugt und tat regelmäßig Dinge, die absolut nicht in Ordnung waren, einfach weil sie der Meinung war zu wissen, das nichts geschehen würde. Als Lesende sah man dann aber auch, wie oft sie sich irrte. Ich fand es extrem interessant, aus ihrer Sicht zu lesen und hatte ein paar Ideen, in welche Richtung ihre Entwicklung gehen würde. Ohne hier zu spoilern kann ich jedoch nur sagen, dass ich hier leider am Ende nur enttäuscht wurde. Mildreds Charakter wurde nicht so für die Geschichte ausgenutzt, wie es möglich gewesen wäre.

Generell blieb mir nach dem ersten Drittel zu vieles zu oberflächlich. Dies lag zum Teil auch an den Limitationen einer kindlichen Erzählperspektive – niemand gab den Kindern die benötigten Informationen und vieles konnten sie gar nicht richtig greifen. Zum Teil wäre es aber auch tiefergehender gegangen. Insbesondere die Beziehungen zwischen den Charakteren blieben sehr oberflächlich, wodurch es mir schwer fiel, gewisse Dinge zu verstehen.
Zum Ende hin gab es auch eine rassistische Situation, welche gerade durch die kindliche Perspektive nie so aufgelöst werden konnte, wie es nötig gewesen wäre. Ich denke, es wäre besser gewesen, dies gar nicht erst so einzubringen.

Generell wurden sehr viele Informationen auch eher zwischen den Zeilen gegeben. Nun bin ich die Erste, die kritisiert, wenn Bücher zu wenig subtil sind – ich mag es, wenn man für Dinge arbeiten, eben zwischen den Zeilen lesen muss. Hier hatte ich aber das Gefühl, dass so vieles einfach nie ausgesprochen wurde, dass ich mir am Ende nicht mehr sicher war, ob ich bestimmte Punkte überhaupt richtig verstanden hatte, oder ob ich falsche Schlüsse gezogen hatte – denn manche Auflösungen ergaben für mich nur wenig oder gar keinen Sinn.

Karte Innenklappe Lyneham
Fazit:

Insgesamt war dies ein Buch, das ich nach dem ersten Drittel wirklich lieben wollte. Insbesondere in der Welt Perm steckten so viele spannende Ideen und ich hatte einen riesigen Spaß alles mit den Charakteren zu entdecken und zu lernen. Leider blieb dann für meinen Geschmack alles viel zu oberflächlich. Ich glaube aber, dass dieses Buch dennoch viele Fans finden wird und würde auf jeden Fall empfehlen, ihm eine Chance zu geben!

Für dich vielleicht ebenfalls interessant …

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert