Rezension zu „Lovers & Haters – College-Liebesroman“ von Josie Charles
Meine Bewertung:

Details:
Titel: Lovers & Haters – College-Liebesroman
Reihe: Die Princeton-College Reihe in 2 Bänden Band 1
Autor: Josie Charles
Seiten: 363
Kauflink: Amazon
Preis: 11,99 € (D) Taschenbuch; 2,99 € (D) E-Book
Erhältlich im Kindle Unlimited Abo
Worum geht es?
„Football ist Männersache – so sieht es zumindest Sam Kingston, genannt Kings. Als Quarterback der PRINCETON LOVERS führt der Frauenschwarm ein sorgloses Leben. Doch dann taucht Jules Shaw auf. Sie ist neu in Princeton und eine begabte Footballspielerin. Weil sie es nicht fassen kann, dass es an der Elite-Uni keine Mädchenmannschaft gibt, gründet sie kurzerhand ihr eigenes Team: die PRINCETON HATERS, die bereit sind, den Lovers den Rang abzulaufen. Von ihrer ersten Begegnung an sind Kings und Jules Rivalen, aber leider spielen ihre Herzen da nicht mit. Zwischen dem Sportstar und seiner Konkurrentin fliegen nicht nur die Fetzen sondern auch die Funken…
Haters gonna hate – but Lovers gonna love.“
Meine Meinung:
Ich muss mich outen: Ich liebe Geschichten, die in amerikanischen Schulen spielen. Vielleicht hat mich in meiner Jugend Highschool Musical geprägt, vielleicht ist es die Tatsache, dass ich durch Filme immer ein tolles Bild davon präsentiert bekommen habe, während ich die deutsche Schule real erleben musste, auf jeden Fall konnte ich hier nicht widerstehen. Irgendwie muss ich mich ja rechtfertigen, warum ich mir einen Bild Bestseller antue (ok das war jetzt gemein).
Die Geschichte:
Eigentlich fängt die Geschichte sogar ganz passabel an und etwa die ersten hundert Seiten sind bis auf einige Schwachstellen ganz unterhaltsam. Jules, kurz für Julianne, zieht von Kalifornien nach New Jersey – also von der West- an die Ostküste – um die dortige Ivy-League-Universität Princeton zu besuchen. Dort wird sie darauf hingewiesen, dass sie doch bitte an einem der vielen Freizeitangebote teilnehmen sollte und entscheidet sich für American Football. Da es keine Frauenmannschaft gibt, geht sie einfach zum Probetraining der Männer, wo sie dann zu hören bekommt, dass Frauen kein Football spielen können. Ich meine, es ist 2020, aber die Männer an dieser Schule scheinen vor 100 Jahren stehen geblieben zu sein. Die Sprüche in Richtung „Frauen können alles“ sind dementsprechend dann auch sehr viele im Buch, was leider scheinbar auch heute noch gesagt werden muss. Das Buch gibt sich Anfangs sehr feministisch, aber leider eben nur etwa die ersten 100 Seiten.
Beim Probetraining lernt Jules Sam, den Quarterback des Männerteams, kennen. Dieser ist ein Frauenheld und sehr von sich selbst eingenommen. Um genau zu sein wird er teilweise als ziemliches Arschloch dargestellt.
Jules gründet eine Frauenmannschaft, was sie zu Sams Konkurrentin macht. Leider wird so gut wie nichts über die Mannschaft selbst erzählt. Sie wollen an einem Turnier teilnehmen, trainieren aber lange Zeit gar nicht und die meisten haben vorher nicht mal Football gespielt. Aber Hauptsache sie haben rosa Jacken! Es wird auch beinahe nichts über die Sportart erklärt, was besonders ironisch ist, wenn man bedenkt, dass die Autorin in ihrem Vorwort erzählt, dass sie sich selbst Hilfe holen musste, um American Football zu verstehen. Man könnte meinen sie weiß, wie verwirrend es ist, einfach nur Begriffe um die Ohren geworfen zu bekommen.
Sam und Jules sind zunächst tatsächlich Konkurrenten und auch wenn eine gewisse Anziehung zwischen beiden besteht bleiben sie ihren jeweiligen Teams treu. Ja und dann passiert etwas, wodurch sich alles verändert und 90% des restlichen Buches bestehen nur noch daraus, wie sich die beiden anschwärmen und rummachen. Ich persönlich fand dies besonders unglaubwürdig, weil Sam zuvor als Arschloch dargestellt wurde. Nur weil er zu Jules nett war – weil er was von ihr wollte – hat ihn das nicht zu einem netten Charakter gemacht. Aber dazu später mehr.
Die Geschichte stagniert an dieser Stelle, es geschieht kaum noch etwas Neues – außer dem eben genannten. Jules ignoriert ihre Frauenmannschaft, um mit dem Quarterback rumzumachen (soviel zum Feminismus) und kann am Ende gar nicht verstehen, warum die meisten Frauen sauer sind, als all das herauskommt.
Am Ende gibt es natürlich trotzdem ein Happy End, alle sind glücklich, hurra hurra. Dieses war meiner Meinung nach äußerst unglaubwürdig und sehr aufgesetzt.
Die Charaktere:
Ich habe es schon gesagt und sage es erneut: Sam wird als absolutes Arschloch dargestellt. Ich denke, seine spätere Freundlichkeit gegenüber Jules sollte zeigen, dass er sich geändert hat, doch was dabei rüberkommt ist nur, dass er eben nett sein kann, wenn er denn etwas will. Und von Jules will er etwas, also ist er nett zu ihr. Es gibt im Buch keine Situation, in der er sich verändert hätte, ohne dass es einen direkten Bezug zu Jules gibt. Ja, er ist auch nett zu den anderen Frauen in ihrem Team, aber das beeinflusst auch direkt seine Beziehung zu Jules. Eine charakterliche Entwicklung, wie sie von der Autorin vorgesehen war, sehe ich hier nicht.
Genau das macht die Beziehung der beiden meiner Meinung auch so problematisch. Das Buch positioniert sich zwar an vielen Stellen für den Feminismus, zeigt dann aber doch wieder, dass Frauen sich dem bösen Badboy anbiedern und Freundschaften zu anderen Frauen vernachlässigen sollten.
Viele der Nebencharaktere existieren nur, um menschliche Masse zu erzeugen und einem das Gefühl zu geben, dass es um mehr geht als um zwei Personen, die unbedingt miteinander ins Bett wollen. Von vielen Nebencharakteren erfahren wir nicht einmal die Namen.
Der Schreibstil:
Die Geschichte wird abwechselnd aus der Sicht von Jules und Sam erzählt. Das tut dem ganzen leider keinen Gefallen. Gerade in Sams Erzählungen kommt dieser sehr weinerlich und noch unangenehmer rüber als zuvor schon. Ich denke, so sollte gezeigt werden, dass er eben doch kein Arschloch ist, aber tatsächlich wirkte er so nur einfach wie ein weinerliches Arschloch…
Fazit:
„Lovers & Haters“ hat einen ganz interessanten und beinahe guten Start und fällt dann steil ab. Die Charaktere sind unangenehm, zeigen kein wirkliches Wachstum, oder haben teilweise nicht einmal Namen. Die Autorin gibt sich Mühe, feministisch zu klingen, schafft dies aber absolut nicht. Leider hat mich dieses Buch in keinster Weise überzeugen können.


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