Rezension zu „Liminal Creatures” von Iva Moor
Meine Bewertung:

Details:
Titel: Liminal Creatures
Autorin: Iva Moor
Verlag: Verlag ohneohren
Seiten: 532
Kauflink: Amazon
Preis: 17,49 € (D) Taschenbuch; 4,99 € (D) E-Book
Klappentext:
Der Limbus ist ein Ort voller Wunder. Dort klammern sich die Psychai – todgeweihte Dämonen – an das Leben, an Begehren, Liebe, Wut, Genuss und Kreativität. Doch der Untergang schwebt stets wie ein Schatten über ihnen – bis eine Melodie der Hoffnung durch den Limbus schwingt.
Musiker Evan steckt in einer Schaffenskrise. Doch als er geheimnisvolle Noten spielt, bieten ihm plötzlich übernatürliche Wesen eine Lösung all seiner Probleme – Cubi, Amore, Grazien, Furien und Musen buhlen um seine Gunst.
Aber die Psychai verfolgen ganz eigene Ziele: Wer den Wettstreit um Evan gewinnt, besiegt das Schicksal – oder verliert alles.
Meine Meinung:
„Liminal Creatures“ wurde mir freundlicherweise vom Verlag ohneohren als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt. Auf meine Meinung hat dies keine Auswirkungen.
Der Musiker Evan hält sich mit Aufträgen über Wasser, hat jedoch schon lange keine kreativen Ideen mehr und steckt in einer großen Krise, seit er seine Freunde und seinen Geliebten durch seine Handlungen verloren hat. Als er geheimnisvolle Noten findet und diese aus Neugier spielt, treten plötzlich Psychai in sein Leben – niedere Dämonen, die sich von Liebe, Lust, Kreativität, Wut und Genuss ernähren. Während die fünf Orden um seine Gunst buhlen, gerät Evan in einen Strudel, der sein Leben immer weiter aus dem Ruder reißt.
Ich wusste ehrlich gesagt gar nicht, was ich von „Liminal Creatures“ erwarten sollte, außer, dass es eine Geschichte abseits des Mainstreams sein könnte. Und egal, was ich davon hätte erwarten können, ich bin mir sicher, diese Geschichte hätte meine Erwartungen in jedem Fall gesprengt. In diesem Buch fließt die Kreativität frei und ich könnte mir vorstellen, dass da vielleicht ein paar Musen am Werk waren.
Die Geschichte folgt Evan, der in einer Schaffens- und Lebenskrise steckt. Zeitgleich geht es jedoch auch um seine frühere Bandkollegin und Freundin Flor, die versucht, sich immer möglichst angepasst zu verhalten und die mit der asexuellen Inkubus Zari eine geheime Beziehung führt. Zari selbst hat erst vor kurzem die Rolle als Führerin der Cubi von ihrer Mutter übernommen und fühlt sich überfordert mit den Anforderungen, die an sie gestellt werden – als plötzlich Evan es schafft, alle Arten von Psychai zu beschwören und ein Wettbewerb um seine Gunst startet.
Das mag zunächst etwas verwirrend klingen, doch an dieser Geschichte hat mir unter anderem sehr gefallen, wie gut alle Teile zusammenpassten. Die Charaktere waren eng miteinander verflochten, teils in der Gegenwart, teils durch ihre Vergangenheit und nichts davon fühlte sich überflüssig an. Alles passte nahtlos zusammen und wurde zu einem harmonischen Ganzen, ebenso wie die Melodien des Limbus.
Auch der Schreibstil war ein wahres Fest für mich. Von Anfang an habe ich es geliebt, wie dieses Buch geschrieben wurde und ich habe richtig Lust bekommen, mehr von der Autorin zu lesen! Insbesondere auch die Queerness, die hier völlig selbstverständlich Teil der Geschichte war hat mich mehr als begeistert.
Bei allem Lob muss ich dennoch sagen, dass ich auch ein paar Kritikpunkte hatte – die meisten waren aber doch eher subjektiver Art. Insbesondere muss ich sagen, dass mir der starke Fokus auf die Sucubi und Inkubi und damit auf Lust und Sex etwas zu viel war. Ich fand es gut, wie hier insbesondere die Verknüpfung von Kreativität und Lust in den Fokus gerückt wurde, aber zum Teil wurde es mir auch einfach etwas zu viel und ich hätte mir gewünscht auch mehr von den anderen Psychai zu sehen, ohne dass immer Lust ein Thema sein musste. Dies wurde im letzten Drittel des Buches besser, aber auch davor hätte ich gern mehr davon gesehen.
Zudem hatte ich doch Probleme mit dem Tempo der Handlung auf etwa den letzten hundert Seiten. Hier kam es zu mehreren großen Zeitsprüngen und ich fand die Entwicklung der Charaktere nicht mehr besonders gut eingebaut. Zudem geschahen einige Dinge nur damit sie wenige Szenen später rückgängig gemacht werden konnten – auch wenn in der Handlung dazwischen Monate vergingen, waren es für mich nur wenige Seiten und so fühlten sich manche Dinge einfach unnötig an.
Trotz dieser Kritik schaffte es das Buch mich mit einem fulminanten und emotionalen Ende noch einmal einzufangen. Mir wird es auf jeden Fall insgesamt sehr positiv im Gedächtnis bleiben!
Fazit:
„Liminal Creatures“ ist eine einzigartige Geschichte, die ihresgleichen sucht. Unglaublich gut geschrieben, voll kreativer Einfälle und mit interessanten Charakteren besticht das Buch und konnte mich trotz einiger Kritikpunkte doch von sich überzeugen.

