Rezension zu „Leuchtfeuer“ von Dani Shapiro
Meine Bewertung:

Details:
Titel: Leuchtfeuer
Originaltitel: Signal Fires
Autorin: Dani Shapiro
Übersetzung: Ulrike Wasel & Klaus Timmermann
Verlag: Hanserblau
Seiten: 288
Kauflink: Amazon
Preis: 23,00 € (D) Gebunden; 16,99 € (D) E-Book
Klappentext:
Eine Sommernacht 1985: In einem Vorort von New York steigen drei betrunkene Teenager in ein Auto – und nichts ist mehr wie zuvor.
Die Geschwister Sarah und Theo zerbrechen fast an der Last des Geheimnisses, das sie seitdem teilen, und selbst 20 Jahre später bestimmt es ihr Leben. Auch ihr Vater Ben, ein pensionierter Arzt, hadert mit seiner Rolle in jener denkwürdigen Nacht. Doch als Bens Begegnung mit dem zehnjährigen Nachbarsjungen Waldo eine Kette von Ereignissen in Gang setzt, droht das Geheimnis zu platzen und ihrer aller Leben in ungeahnte Bahnen zu lenken.
Meine Meinung:
1985 fahren drei betrunkene Jugendliche mit dem Auto. Der Fahrer, Theo, baut einen Unfall und seine Schwester, Sarah, behauptet, gefahren zu sein, um ihn zu schützen – denn ihre Freundin überlebt den Unfall nicht. Jahrelang prägt dieses Ereignis die gesamte Familie und entzweit sie. Als Jahre später ihr Vater Ben den Nachbarsjungen Waldo trifft, wird ihrer aller Leben in neue, ungeahnte Bahnen gelenkt.
Von Anfang an hat mich hier der Schreibstil beeindruckt. Die Autorin berichtet ruhig und ganz unaufgeregt von ihren Figuren. Sie zeigt ihr inneres Leben auf eine Weise, die gleichzeitig zum Analysieren und zum Mitfühlen einlädt. Mich hat das sehr berührt und in die Geschichte gezogen.
Das Buch behandelt so einige Themen. Da geht es um Schuld, um Familie, Trauer und die vielfältigen Arten, über die wir miteinander verbunden sind und sein können. All diese Themen kommen unterschwellig im Text vor, werden einem nie aufgezwängt, schwingen aber doch immer und überall mit.
Besonders lebensnah fand ich, wie die meisten Charaktere zwar sehr viele Gefühle hatten, jedoch Probleme damit, diese auch miteinander zu teilen. So viele Probleme kamen dadurch zustande, dass Charaktere Erwartungen aneinander hatten und diese Erwartungen starke Belastungen mit sich brachten – doch es war unmöglich, miteinander darüber zu reden. Was vielleicht frustrierend klingt, war es überhaupt nicht. Das Buch zeigte nur die tatsächlichen Probleme im Umgang miteinander.
Etwas verloren hat mich die Geschichte dann aber leider gegen Ende. Die ganze Thematik, in welcher es um Verbundenheit und Schicksal geht, driftete mir persönlich zu weit in eine Ecke ab, die ich in einem solchen Roman nicht schätze.
Fazit:
„Leuchtfeuer“ ist ein unglaublich lebensnaher Roman, welcher sanft und unaufgeregt beschreibt, wie verschiedene Menschen sich gegenseitig berühren können. Trotz eines Endes, welches mich nicht überzeugen konnte, kann ich das Buch insgesamt doch weiterempfehlen!

