Zu sehen ist Mina Renard und das Cover ihres Buches "Der Fluch des Hades"
Interview

Interview mit Mina Renard

Mina Renards Roman “Der Fluch des Hades” ist im letzten Jahr beim GedankenReich Verlag erschienen. Es geht um griechische Götter, spezifisch um die Rachegöttin Megaira, was mich natürlich direkt angesprochen hat.

Meine Rezension folgt am Samstag, hier allerdings schonmal der Klappentext:
“Gemeinsam mit Kerberos aus der Unterwelt zu fliehen, war die beste Entscheidung, die Megaira je getroffen hat.
Allerdings bleibt ihr nicht viel Zeit, um ihre gestohlene Freiheit zu genießen, denn schon bald bricht der Frühling an. Persephone, die Herrscherin des Hades, wird sie jagen und bestrafen. Die Königin duldet keine eigenen Entscheidungen in ihrem Reich.
Ihre Flucht ins Großstadtgetümmel bezahlt sie mit einer letzten Aufgabe, gestellt vom Fährmann der Toten. Doch sie bricht die Schwüre der Unterwelt.
Ausgerechnet wegen eines Menschen.
Wie entscheidet sich eine Rachegöttin, wenn nur Dunkelheit oder Tod zur Wahl stehen?”

In unserem Interview habe ich Mina nach ihrer Schreibroutine und ihrem Pseudonym gefragt. Außerdem hat sie mir einen Song aus ihrer Playlist verraten.
Vielen Dank, liebe Mina, dass du dir für mich Zeit genommen hast.


Erstmal würde mich interessieren, woher die Idee zu „Der Fluch des Hades“ kam. Woher nimmst du generell Ideen für Bücher?

Es gab eine Ausschreibung für eine Pitchidee, die ich zwei Stunden vor Abgabe sah und dann spontan etwas ein eingereicht hatte. Ich las die Ausschreibung und die Idee war da. Ich hatte schon immer Interesse an griechischer Mytholgie und die erste Figur die stand, war Charon. Eine Stunde später schickte ich den Pitch ab und gewann. Es kam aber leider zu keinem Vertrag.

Die meisten Ideen habe ich im Alltag oder unter der Dusche. Wenn ich mich langweile, habe ich die besten Ideen.

Plottest du viel oder schreibst du eher einfach drauf los?

Ich plotte grob, sonst habe ich in der Mitte einen Hänger, der mich erst stresst und dann demotiviert. Es kommt aber auch ein bisschen darauf an, womit meine Idee startet, ob es eine Szene, ein Gegenstand oder eine Figur ist. Bei Figuren fange ich an mit Charakterblättern, bei Szenen überlege ich wie es Enden könnte oder wie man dahin kommen könnte.

Auf welche Aspekte achtest du besonders beim Schreiben?

Ich brauche unbedingt eine Pause zwischen dem Schreiben und der Überarbeitung, sonst bin ich super betriebsblind.

„Der Fluch des Hades“ hast du ja zuerst im Eigenverlag veröffentlicht. Jetzt kam es überarbeitet im GedankenReich Verlag raus. Wie kam es dazu?

Das ist keine so schöne Geschichte. Ich hatte tolle Blogger, habe mich sehr ins Marketing gekniet und stand wahnsinnig unter Druck. Die Arbeit zahlte sich aus, dass Buch lief richtig gut, rückblickend betrachtet. Nach vier Wochen bekam ich über mehrere anonyme Accounts auf Instagram fiese Nachrichten. Ich wurde beleidigt und nieder gemacht. Da aber damals alle in der Buchbubble Glitzer pupsten und um rosa Wölkchen schwebten, dachte ich, dass das meine Schuld ist und ich wirklich einfach schlecht bin… Erst postete ich nicht mehr, dann nahm ich mein Buch vom Markt und dann löschte ich mein Profil.

Das ist alles nun drei Jahre her und heute würde ich es anders machen. Heute ist Instagram aber auch etwas transparenter und es machen mehrere den Mund auf.

Du hast beim Wechsel auch dein Pseudonym geändert. Was ist die Geschichte dahinter?

Namhafte ist irisch und wird Ni-ev ausgesprochen, aber das wusste kaum jemand. Am Anfang habe ich das noch verbessert, nachher wurde mir das aber zu mühselig, weil es kaum jemand richtig machte. Irgendwann kam ich dann an den Punkt und sprach es selbst falsch aus.

Ich liebe den Namen aber noch immer und habe ihn im neusten Manuskript genutzt.

Wenn du „Der Fluch des Hades“ zwischen zwei Bücher in der Buchhandlung stellen müsstest, welche würdest du wählen?

Die Ewiglich Trilogie von Brodi Ashton. Ich habe soviel über griechische Mythologie gelesen, aber das blieb besonders im Gedächtnis. Und daneben kann gerne eines von Julia Dippel, Jennifer Benkau oder Marah Woolf stehen für den Fangirl Moment.

Gab es einen Charakter, den du besonders gern geschrieben hast?

Ich mochte Alekto sehr gerne und besonders die Dynamik zwischen den Geschwistern. Und mein Herz hängt am Fährmann.

Hattest du eine Playlist für das Buch und wenn ja würdest du einen Song daraus mit uns teilen?

Ja, ich habe immer zwei Playlisten zu Büchern. Einmal eine die hauptsächlich aus Ludovico Einaudi besteht und eine Playlist, die Szenen bezogen ist. Da spiele ich manchmal Lieder auf Repeat für Szenen, um ein Gefühl für die Stimmung zu bekommen.

After Rain – Dermot Kennedy

Welchen Ratschlag würdest du neu angehenden Autor*innen geben?

Es klingt so abgedroschen, aber man sollte nicht aufgeben.

Ich habe mich am Anfang immer gefragt, warum ich aufgeben sollte, aber wenn man zwischen den Absagen, dem eigenen Druck, dem Druck von außen und der Erwartungshaltung an sich selbst strauchelt, versteht man den Grund für diesen allseits beliebten Ratschlag.

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