Rezension zu „I’m Glad My Mom Died” von Jennette McCurdy
Meine Bewertung:

Details:
Titel: I’m Glad My Mom Died
Originaltitel: I’m Glad My Mom Died
Autorin: Jennette McCurdy
Übersetzung: Henriette Zeltner-Shane; Sylvia Bieker
Verlag: Fischer
Seiten: 384
Kauflink: Amazon
Preis: 18,00 € (D) Taschenbuch; 14,99 € (D) E-Book
Klappentext:
Seit sie denken kann, wird Jennette von ihrer Mutter beherrscht, emotional erpresst und psychisch wie körperlich missbraucht. Das einzige, was Debra sich für ihre Tochter – aber vor allem für sich selbst – wünscht, ist Jennettes Erfolg als Fernseh-Star. Für Jennette beginnt ein Kreislauf aus Castings, Angstattacken und Selbsthass.
Dann bekommt sie die Rolle als Sam Puckett in der Nickelodeon-Serie »iCarly« – eine Rolle, in der sie sich gedemütigt fühlt und Produzenten ausgesetzt ist, die ihre Macht missbrauchen.
Als Debra an Krebs stirbt ist Jennette 21 Jahre alt und hat das Zentrum ihres Lebens verloren.
Das einzige, worüber sie noch Kontrolle hat, ist ihr Essverhalten und die junge Frau stürzt ab in Essstörungen, Alkoholsucht und toxische Beziehungen.
Einzig eine wegen ihrer Bulimie angefangene Therapie erweist sich als Jennettes Weg in die Freiheit. Es kostet sie Jahre um zu erkennen, was ihre Mutter ihr ein Leben lang angetan hat. Doch jetzt kann sie zum ersten Mal entscheiden, was sie selbst möchte, und es ist an der Zeit, die Kontrolle über ihre eigene Zukunft zu übernehmen.
Meine Meinung:
Jennettes Mutter wollte Schauspielerin werden. Weil es damit nicht geklappt hat, zwingt sie ihre Tochter in diese Rolle. Zwischen Castings, Schauspielunterricht und dem generellen Missbrauch durch ihre Mutter beginnt für Jennette ein Kreislauf, in dem sie niemals äußern darf, was sie selbst will. Als sie dann eine Rolle in der Nickelodeon-Serie „iCarly“ erhält, kommen dazu noch Produzenten, die ihre Macht missbrauchen.
Als Jennettes Mutter schließlich stirbt, ist sie selbst tief in Essstörungen und Alkoholmissbrauch gefangen. Sie muss langsam erkennen, was ihre Mutter – das Zentrum ihres Lebens – ihr angetan hat.
Auch wenn ich als Kind iCarly ab und zu gesehen habe, war mir der Name Jennette McCurdy kein wirklicher Begriff. Von alleine hätte ich eher nicht zu ihrer Biografie gegriffen. Allerdings habe ich von vielen anderen Bloggenden gehört, dass diese Biografie besonders gut sei, egal ob man die Person kennt oder nicht, weil sie Missbrauch in der Schauspiel-Szene aufdeckt.
Und das tat sie auch definitiv. An vielen Stellen wurde gezeigt, wie schauspielernde Kinder auf verschiedene Weisen missbraucht wurden und welche Strukturen es gab, die dies überhaupt möglich gemacht haben. In erster Linie ging es allerdings um Jennettes eigene Geschichte mit ihrer Mutter und was diese ihr angetan hat, stellt alles andere in den Schatten. Dieses Buch sollte man nicht lesen, wenn Kindesmissbrauch diverser Art einen triggert.
Erzählt wird das Buch in kurzen Kapiteln, die jeweils eine anekdotenhafte Erzählung aus Jennettes Leben darstellten. Dabei geht es um das Familienleben, Situationen mit ihrer Mutter, Castings, die Zeit bei iCarly und vieles mehr. An manchen Stellen hätte ich mir gewünscht, dass diese Anekdoten etwas länger gewesen und besser miteinander verknüpft wären. So gibt es oft Situationen, in denen Jennette etwas passiert, aber nie gezeigt wird, wie sie oder ihr Umfeld direkt darauf reagiert haben. Dazu muss man aber auch sagen, dass sich die Autorin dadurch vermutlich noch verwundbarer gemacht hätte, als sie es sowieso bereits getan hat, weshalb ich volles Verständnis dafür habe, dass sie gewisse Dinge eben nicht erzählt hat.
Generell ist dies ein wirklich vulnerables Zeugnis davon, was Kindern in Hollywood angetan wird, und Jennette nimmt kaum ein Blatt vor den Mund, auch was die Folgen davon angeht. Sie spricht sehr deutlich über ihre Essstörung, über ihren Alkoholmissbrauch und über gescheiterte Beziehungen. Ich fand dieses Buch erschreckend und unglaublich wichtig!
Ausnahmsweise habe ich das Buch als Hörbuch gehört und dabei die englische Version genommen, welche von der Autorin selbst gesprochen wurde. Ich kann dies nur sehr empfehlen, da sie diese Geschichte wirklich perfekt eingesprochen hat.
Fazit:
„I’m Glad My Mom Died” ist eine erschreckende und unglaublich wichtige Biografie, die von Missbrauch und seinen Folgen erzählt.


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