Rezension zu „If We Were Villains” von M.L. Rio
Meine Bewertung:

Details:
Titel: If We Were Villains
Originaltitel: If We Were Villains
Autorin: M.L. Rio
Übersetzung: Karin Dufner
Verlag: Penguin Verlag
Seiten: 464
Kauflink: Amazon
Preis: 12,00 € (D) Taschenbuch; 8,99 € (D) E-Book
Klappentext:
Oliver Marks bekommt immer nur die Nebenrollen. Trotzdem ist der junge Schauspieler glücklich am renommierten Dellecher College, einer abgeschiedenen Welt mit flackernden Kaminfeuern und ledergebundenen Büchern. Die sieben Studenten seines Jahrgangs sind eine eingeschworene Gemeinschaft, besessen von der Schauspielerei und von Shakespeare. Die Rollen, die sie auf der Bühne verkörpern, legen sie auch privat nicht ab: Mitläufer, Verführerin, Held. Der charismatische Richard gibt die unberechenbaren Tyrannen. Doch eines Tages treibt einer der Freunde tot im Collegesee. Die anderen stehen vor einer schwierigen Wahl: Sollen sie der Wahrheit ins Auge sehen oder weiter ihre Rollen wahren?

Meine Meinung:
„If We Were Villains“ wurde mir freundlicherweise vom Penguin Verlag als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt. Auf meine Meinung hat dies keine Auswirkungen.
Am Dellecher College schaffen es nur die Besten, einen Abschluss in einer künstlerischen Disziplin zu erhalten. Die sieben Studierenden im Bereich Theater im vierten Jahr bilden eine eingeschworene Gemeinschaft. Sie unterhalten sich oft mit Shakespeare-Zitaten und bereiten diverse Aufführungen von Stücken des Poeten vor. Auch im Privatleben legen sie die ihnen zugewiesenen Rollen nicht ab. Dann wird jedoch einer der sieben tot im See aufgefunden und alles bricht auseinander.
Ehrlich gesagt hatte ich im Vorfeld zwar damit gerechnet, dass in diesem Buch Shakespeare vorkommt, diese Menge hatte ich jedoch nicht erwartet. Wenn ich schätzen müsste, würde ich sagen, dass mehr als ein Drittel der Dialoge Zitate sind. Teilweise werden lange Szenen im Buch sekundengenau beschrieben, mit sämtlichen Dialogen. Ich persönlich kenne mich nur sehr oberflächlich mit Shakespeares Werken aus, weshalb ich viele Anmerkungen bezogen auf seine Stücke und Figuren nicht unbedingt verstehen konnte und durch die fehlende Einordnung im Roman fand ich diesen Aspekt teils etwas ermüdend. Ich denke jedoch, dass Shakespeare-Fans hier voll auf ihre Kosten kommen!
Die Geschichte selbst war äußerst interessant und hatte einige interessante Wendungen, gerade in den ersten zwei Dritteln. Besonders spannend fand ich dabei die ständige Veränderung der Dynamik innerhalb der Freundesgruppe, auch wenn ich mich öfter gefragt habe, wieso gewisse Charaktere gerade in diesen Momenten extreme Veränderungen zeigten. Den Thrilleranteil des Buches und gerade das Ende haben mich allerdings eher kalt gelassen. Wirklich in Frage stand für mich eigentlich nie, wer der Täter war.
Etwas zwiegespalten haben mich die Charaktere selbst zurückgelassen. Diese sollten auch privat eher an Figuren Shakespeares erinnern. Da ich mich hier aber so wenig auskenne, kann ich nicht beurteilen, wie gut dies gelungen war. Interessant fand ich jedoch, dass der Text auch streckenweise zeigte, dass derartige Rollen im echten Leben nicht wirklich festgelegt sind. Ich muss allerdings ehrlich sagen, dass ich dies bei den männlichen Charakteren deutlich gelungener fand als bei den weiblichen. Bei diesen hätte ich mir doch etwas mehr Substanz gewünscht, aber auch hier kann ich nicht abschätzen, inwiefern dies vielleicht bloß an Shakespeare angelehnt war.
Fazit:
„If We Were Villains“ würde ich Shakespeare-Fans unbedingt weiterempfehlen. Für mich persönlich war die Menge an Zitaten und vor allem die fehlende Einordnung leider nicht ganz das, was ich mir erhofft hatte.

