Rezension zu „Ich bin Harrow“ von Tamsyn Muir
Dies ist Teil 2 einer Reihe. Diese Rezension enthält leichte Spoiler für Teil 1.
Hier gibt es die Rezension zu Teil 1.
Meine Bewertung:

Details:
Titel: Ich bin Harrow
Originaltitel: Harrow the Ninth
Reihe: The Ninth Band 2
Autorin: Tamsyn Muir
Übersetzung: Kirsten Borchardt
Verlag: Heyne
Seiten: 704
Kauflink: Amazon
Preis: 14,99 € (D) Taschenbuch; 11,99 € (D) E-Book
Klappentext:
„Es herrscht Krieg im Imperium – ein Krieg, von dem die meisten Planeten bislang verschont wurden. Zu verdanken haben sie dies dem aufopfernden Dienst der neun Nekromanten, die dem Imperator im Kampf gegen die Angriffe eines todbringenden Feindes helfen. Harrow Nonagesimus, die Erbin des Neunten Hauses, ist nun eine von ihnen – doch der Dienst, der von ihr verlangt wird, ist so ganz anders als erwartet. Und sie weiß nicht, ob sie ihn überleben wird …“

Zitat:
„Ianthe begriff noch immer nicht, welche Faszination in der dunklen Begabung für Knochenmagie liegen sollte. Es war, als hätte jemand beschlossen, Körpermagie weniger flexibel, weniger elegant und weniger interessant zu gestalten. Wie ging noch mal der alte Witz? Beim neunten Haus versteht man unter Farbe tausend Schattierungen Knochenweiß?“
Meine Meinung:
„Ich bin Harrow“ wurde mir freundlicherweise vom Heyne Verlag über das Bloggerportal zur Verfügung gestellt. Auf meine Meinung hat dies keine Auswirkungen.
Nachdem Harrow Lyctorin geworden ist, ist sie in den Dienst des unsterblichen Imperators getreten. Gemeinsam mit den anderen verbliebenen Lyctoren muss sie sich den Feinden des Imperiums stellen. Doch aus einem rätselhaften Grund ist Harrow nicht in der Lage, ihre vollen Fähigkeiten zu verwenden und sie merkt schnell, dass sie nicht jedem trauen kann.

War „Ich bin Gideon“ bereits verwirrend, so setzt „Ich bin Harrow“ noch einen drauf. Das Buch ist zu einem großen Teil in der Du-Form geschrieben, was ein interessantes Stilmittel ist, aber eben auch ungewöhnlich. Ich hatte mir im Vorfeld bereits Sorgen gemacht, ob ich damit klarkommen würde, letztendlich habe ich mich jedoch schnell daran gewöhnt.
Die Verwirrung kommt in diesem Band vor allem daher, dass Harrow sehr unterschiedliche Erinnerungen zu den Ereignissen des ersten Teils hat. Der unzuverlässige Erzähler wird hier vollkommen ausgeschöpft und sorgt oft genug dafür, dass ich beim Lesen nicht wirklich verstehen konnte, was tatsächlich passierte. Selbst wenn es einige Auflösungen gab, waren diese gespickt mit neuen Rätseln, wodurch ich irgendwie nie das Gefühl hatte wirklich zu verstehen. Normalerweise würde mich das enorm stören, doch in dieser Reihe ist dies so gut umgesetzt, dass ich das Buch trotzdem nicht aus der Hand legen konnte!
Durch den Wechsel des Erzählers zwischen den Bänden fallen die vielen flapsigen Sprüche von Gideon weg. Trotzdem behält die Geschichte ihren Witz bei. Es gab so viele Stellen, an denen ich laut loslachen musste, hauptsächlich aufgrund der Absurdität der Situationen.
Und trotzdem behält das Buch auch immer seinen ernsten Unterton. „Ich bin Harrow“ diskutiert zwischen den Zeilen Themen wie Verlust, Trauma, lieblose Kindheit und Trauer. Durch die Spannung und die ständige Bedrohung ist es leicht, dies zu übersehen, aber achtet man darauf, so versteht man den komplexen Charakter Harrohark plötzlich so viel besser.
Insgesamt glaube ich, dass Fans von „Ich bin Gideon“ auch dieses Buch mögen werden. Wer jedoch den ersten Teil bereits als zu verwirrend empfunden hat, sollte es nicht unbedingt ein zweites Mal versuchen.

Fazit:
Nekromantie, großartige Charaktere und tiefgreifende Themen – „Ich bin Harrow“ überzeugt auf ganzer Linie mit einem innovativen Setting und Plot. Wer bereits vom ersten Band überzeugt war, wird auch hier wieder eine überzeugende Geschichte vorfinden.


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