Vom 19.10. bis zum 23.10.2022 öffnete die Frankfurter Buchmesse ihre Tore. Sie ist mit mehr als 7000 Ausstellern aus 100 Ländern die größte Buchmesse der Welt und für mich die erste, die ich in Präsenz besuchen konnte. Als Bloggerin mit eigener Webseite hatte ich die Möglichkeit, ein kostenloses Presseticket zu erhalten.
Besucht habe ich die Messe von Mittwoch bis Freitag, wobei die ersten beiden Tage für Fachbesucher reserviert waren, während Privatbesucher ab Freitag die Stände besuchen durften. Der Verkauf von Büchern war auch erst ab Freitag möglich, mit Ausnahme von Signier- und anderen Aktionen.

Auch wenn ich bereits auf vielen anderen Messen war, war meine erste Reaktion auf den Anblick der riesigen Messehalle völlige Überforderung. Eigentlich hatte ich mir direkt mehrere Vorträge aufgeschrieben, welche ich besuchen wollte, aber ich habe die erste Stunde nur damit verbracht, mit großen Augen durch Halle 3.0, in welcher sich der größte Teil der deutschen Belletristik befand, zu gehen. Glücklicherweise habe ich danach meine Messebegleitung Alex (@federspule) getroffen und gemeinsam haben wir uns durch die Aufregung eines ersten Messebesuchs gekämpft.
Lesungen und Vorträge

Der erste Vortrag, den wir besucht haben, fand auf der Bonnier-Bühne statt und wurde vom Thienemann-Esslinger Verlag organisiert. Julia Fraczek vom Blog @booksdream sprach mit Marie Graßhoff und Sarah Sprinz über Queere Protagonist*innen in der Jugendliteratur. Es ging dabei hauptsächlich um die neuen Bücher der beiden Autorinnen, „Spring Storm“ und „In unserem Universum sind wir unendlich“, in welchen Queere Protagonist*innen vorkommen und wieso sie sich dafür entschieden haben. Marie Graßhoff erzählte dazu, dass sie sich schon länger gewünscht hatte, queer schreiben zu dürfen und daher froh war, als der Verlag selbst mit diesem Vorschlag auf sie zukam. Sarah Sprinz dagegen sagte, sie habe dieses Projekt zunächst nur für sich selbst geschrieben und es war immer klar gewesen, dass die Liebesgeschichte zwischen zwei Männern sein müsse.

Auf der gleichen Bühne und ebenfalls vom Thienemann-Esslinger Verlag organisiert sprach Chantal-Fleur Sandjon mit der Literaturkritikerin Christine Knödler über ihr Buch „Die Sonne so strahlend und Schwarz“. Es handelt sich um einen Versroman, der sowohl Themen des Erwachsenwerdens als auch solche des Schwarzen Bewusstseins behandelt. Die Autorin las einige der Gedichte im Buch vor, welche mich sehr berührt haben.
Der Penguin Randomhouse Verlag hatte am Stand eine kleine WG-Küche aufgebaut, in welche zu jeder vollen Stunde Autor*innen von Stern-Reporter*innen eingeladen wurden. Dort gab es ein Interview mit Richard David Precht und Harald Welzer, welche mit den Reporterinnen Doris Schneyink und Catrin Boldebuck über ihr Buch „Die vierte Gewalt“ sprachen. In diesem ging es um Pressekritik, welcher Art wurde jedoch nicht vollständig deutlich, da die Autoren scheinbar nur gekommen waren, um ihre Interviewpartnerinnen mit Stammtischparolen anzugreifen. Nach diesem sehr unangenehmen Auftritt würde ich dieses Buch nicht einmal mit einer Kneifzange anfassen, auch wenn die Thematik eigentlich sehr spannend ist.

Zuletzt haben wir uns noch ein Gespräch auf der Bühne der F.A.Z. angesehen. Der Reporter Fridtjof Küchemann sprach mit der Autorin Florence Brokowski-Shekete über ihr Buch „Raus aus den Schubladen! Meine Gespräche mit Schwarzen Deutschen“, in welchem sie mit mehreren Schwarzen Deutschen Personen Gespräche über ihr Leben und ihre Rassismuserfahrungen geführt hat, vor allem aber über ihre Berufe. Die Autorin wollte zeigen, dass Schwarze Menschen jeden Beruf ergreifen können und wir dies durch unsere stereotypischen Vorurteile oft nicht wahrhaben wollen. Sie selbst werde oft als Jazzsängerin eingeschätzt, weil dieser „exotische Beruf“ zu ihrem „exotischen Äußeren“ passen würde. Tatsächlich ist sie Schulleiterin und findet es als Pädagogin wichtig, immer wieder gegen diese Vorurteile vorzugehen. Nach ihrem Vortrag habe ich definitiv vor, ihr Buch bald zu lesen.
Besuche bei Selfpublishern, Kleinverlagen und anderen Aussteller*innen

Natürlich musste ich auch einige Aussteller*innen besuchen, mit denen ich entweder im Vorfeld schon Kontakt gehabt hatte, oder die ich einfach unbedingt kennen lernen wollte. Direkt zu Beginn haben wir Vinachia Burke besucht, die mit Krone und viel Glitzer bewaffnet ihre Bücher im Schlepptau hatte. Ich durfte bereits für zwei ihrer Bücher bloggen und kann beide nur wärmstens empfehlen!

In der gleichen Standreihe befanden sich auch mehrere andere Aussteller*innen, welche wir gerne besucht haben. Bei der Bücherbüchse haben wir etwa sofort die Chance genutzt und ein wenig Merch mitgenommen. Und auch beim Bookapi-Verlag mussten ein paar Bücher gekauft werden. Hier gab es exklusiv für die Messe angefertigte Buchschnitte, was mich dazu gebracht hat, drei Bücher von meiner Wunschliste endlich mitzunehmen.
Beim Drachenmond Verlag musste ich natürlich die Chance nutzen, dass sowohl Christian Handel als auch Kathrin Solberg da waren und mir Autogramme abholen. Dafür habe ich im Vorfeld extra meine Anthologie mitgebracht und wurde dann letztendlich noch dazu überredet, eine weitere Anthologie zu kaufen. Beide Autor*innen haben mich bereits mit mehreren Werken überzeugen können, weshalb ich sie unbedingt auch einmal live treffen wollte.

Auch dem GedankenReich Verlag musste ich natürlich einen Besuch abstatten. Nachdem ich dort vor längerer Zeit ein Praktikum absolviert hatte, habe ich mich sehr gefreut, mal wieder persönlich die Verlegerin Nadine treffen zu können. Neben zwei sehr netten Messefrühstücken habe ich auch zwei Bücher mitgenommen: „Emotiondancer“ von E.F. von Heinwald, was ein Spin-off zu „Cyberempathy“ ist und „Die Waage der Welt“ von Marie Weißdorn, von der mich bereits „Dark Blood“ begeistern konnte. Außerdem habe ich mich sehr gefreut Sabrina Maria Krewinkel zu treffen, die als Sonnenblumenprinzessin verkleidet ihr Buch „Saleia – Die Sonnenblumenprinzessin“ vorstellte.

Natürlich musste ich als Markenbotschafterin auch bei Tolino vorbeischauen. Ich habe mich so gefreut, das Team auch mal persönlich kennenzulernen und kann definitiv sagen, dass hier unglaublich sympathische Menschen hinter den Produkten stecken! Am 4. Und 5.11. finden übrigens erneut die Tolino StoryDays statt, bei denen es virtuelle Lesungen und Workshops gibt. Am Stand gab es hierzu viele Informationen und ich freue mich schon auf das Programm!

Einige interessante Besuche hatten wir auch bei den englischsprachigen Verlagen auf der Messe. Leider konnten wir hier nicht wirklich durch die Bücher schauen, da die Stände eher für Geschäftsmeetings vorgesehen waren, allerdings haben wir freundlicherweise einige Rezensionsexemplare erhalten. Von Pan Macmillan gab es „Promise Boys“, das uns als YA-Thriller im Stil von „One of us is lying“ beschrieben wurde und von Bloomsbury „She is a haunting“, ein Horrorbuch mit einer Vietnamesisch-Amerikanischen Protagonistin und „Lady Macbethad“, ein historischer Roman, welcher an Shakespeares „Macbeth“ angelehnt ist. Ich habe mich sehr über diese Bücher gefreut und kann es kaum erwarten, alle drei zu lesen!
Natürlich mussten wir auch gleich die gigantische Messewand mit Motiven des Buches „Der Orden des geheimen Baumes“ für Fotos nutzen!

Bloggertreffen Hobbit Presse
Das Event, welches für mich das Highlight der Messe war, war das Bloggertreffen der Hobbit Presse. Ich durfte spontan dazu mitkommen und es war einfach großartig, hier sowohl Verlagsmitarbeiterinnen als auch andere Bloggerinnen kennenlernen zu dürfen. Mir wurden im Gespräch direkt zwei Bücher des Verlags empfohlen: „Das Strahlen des Herrn Helios“, worin die Protagonisten anthropomorphe Tiere sind und „Athos 2643“, ein Sci-fi Krimi, in welchem ethische Themen behandelt werden. Beide Bücher habe ich als Freiexemplare erhalten und ich bin so glücklich darüber. Auch wenn ich den Verlag vorher noch nicht gut kannte, weiß ich nun, dass das Programm perfekt zu meinem persönlichen Geschmack passt und werde definitiv in Zukunft mehr daraus lesen und hier vorstellen.
Ich habe so viele tolle Eindrücke von der Messe mitgenommen und bin einfach nur froh, dort gewesen zu sein! Ich hoffe, ich kann es auch im nächsten Jahr einrichten, nach Frankfurt zu fahren.
Danke an alle Verlage, Autor*innen, Blogger*innen und alle weiteren, die diese drei Tage für mich unvergesslich gemacht haben!


[…] ich zuletzt 2022 in Präsenz auf der Frankfurter Buchmesse war, wollte ich in diesem Jahr unbedingt der Leipziger Buchmesse einen Besuch abstatten. 1640 […]