Rezension zu „Ever – Wann immer du mich berührst“ von Nikola Hotel
Meine Bewertung:

Details:
Titel: Ever – Wann immer du mich berührst
Reihe: Paper-Love-Reihe Band 1
Autorin: Nikola Hotel
Verlag: Kyss Verlag
Seiten: 432
Kauflink: Amazon
Preis: 12,99 € (D) Taschenbuch; 9,99 € (D) E-Book
Klappentext:
„Verletzt. Verängstigt. Verloren. So fühlt Abbi sich momentan. Sie will einfach nur nach Hause, weg aus der Reha-Klinik, wo sie nach einem schlimmen Autounfall wieder laufen lernen soll. Nur macht sie keine Fortschritte. Überhaupt keine. Abbi hat seit dem Unfall panische Angst vor Schmerzen, und die Therapie läuft dementsprechend schlecht – bis sie einen neuen Physiotherapeuten bekommt. David Rivers ist noch Student, aber mit seiner geduldigen, sanften Art dringt er zu ihr durch. Wann immer er sie berührt, verfliegt ihre Angst. Sie fühlt sich sicher. Doch das ist sie nicht. Denn David kennt ein Geheimnis, das ihre ganze Welt zerreißen könnte …“

Zitat:
„Trotzdem habe ich das Gefühl, auf der Stelle zu treten, hier niemals rauszukommen. Ich werde ewig hier in dieser Klinik festhängen. Wie dieser Kranich, der zwar so aussieht, als könne er fliegen, es aber nicht kann.“
Meine Meinung:
Nach einem schweren Autounfall befindet sich Abbi in einer Rehaklinik, macht dort jedoch keinerlei Fortschritte. Ihre Angst vor Schmerzen ist so groß, dass sie sich selbst blockiert. Doch dann beginnt der junge Physiotherapeut David mit ihr zu arbeiten. Er schafft es ihr die Angst zu nehmen. Doch David hat ein Geheimnis, das Abbis Leben komplett verändern könnte.

Mir fiel es von Anfang an schwer, zu verstehen, was ich von diesem Romance-Roman erwarten könnte. Zunächst dachte ich, dass es vermutlich eine dramatische Geschichte werden könnte, jedoch ließ das Drama auf sich warten. Für eine reine Feel-Good-Geschichte dagegen war für meinen Geschmack zu viel Schwere im Buch. Ich persönlich fand dies doch etwas enttäuschend, da ich das Gefühl hatte von allem etwas, aber von nichts genug zu bekommen.
Die Geschichte ist größtenteils vorhersehbar. Es gibt zwar einige schöne Elemente, die eingebaut wurden, um Frische hereinzubringen, allerdings ist die grundlegende Geschichte doch beinahe etwas klischeehaft. Das würde mich nicht stören, wenn sie dafür besonders gut erzählt worden wäre.
Es gibt definitiv schöne Momente im Buch. Momente, in denen man die Emotionen der Charaktere spürt. Momente, in denen man sieht, was für gute Menschen David und Abbi sind. Und ja, es gibt auch ein paar humorvolle Momente zwischen all der Schwere. Aber leider blieben sie dies für mich – Momente. Der größte Teil des Buches konnte mich einfach nicht überzeugen, fühlte sich oft etwas zusammengewürfelt an.

Mich persönlich haben auch einige der kleineren Fehler gestört, die leider immer wieder auftauchten. Wie etwa, dass die Physiotherapeutin Abbi nach drei Wochen praktisch als hoffnungslosen Fall betrachtet, während man tatsächlich nach derartigen Verletzungen eher mit vielen Monaten rechnen kann, bevor sich entsprechende Verbesserungen zeigen. Für sich alleine genommen keine große Sache, aber zusammen mit allem anderen sorgt es nicht dafür, dass ich die Geschichte besser fand. Hinzu kamen viele kleinere Thematiken, die zwischendurch aufgegriffen, aber nie weitergeführt wurden. Abbi liebt etwa Papier und es gibt zu Beginn einen langen Paragraphen, in dem sie davon schwärmt, im späteren Verlauf sieht man allerdings nichts davon. Im Gegenteil, es ist David, der die Origamifiguren faltet. Wenn man Abbis Liebe für Papier allerdings so aufbaut, nur um dann einen anderen Charakter etwas damit machen zu lassen, ist dies einfach nicht besonders gut durchdacht.
Enttäuschend war leider auch das Ende des Buches. Hier wurde vieles auf unglaubwürdige Weise schnell abgehandelt, nur um ein bestimmtes Ende zu erhalten. Dies ist etwas, was mich bereits in der letzten Dilogie der Autorin gestört hat.
Wie gesagt, diese Geschichte hat trotz allem durchaus positive Momente und auch die Protagonisten haben mir wirklich sehr gut gefallen. Beide waren lebensnah geschrieben und einfach extrem sympathisch. Die Nebencharaktere wirkten größtenteils ein wenig flach, da sie einfach wenig Zeit bekamen, aber das war im Kontext des Buches nicht störend. Abbi und David haben das Buch zum größten Teil alleine getragen.

Fazit:
Trotz schöner Momente und sympathischer Charaktere konnte mich „Ever – Wann immer du mich berührst“ nicht vollständig überzeugen. Vor allem die Erzählweise und die Tatsache, dass das Buch vieles sein wollte, nichts davon aber wirklich war, haben mich letztlich zu sehr gestört.

