Rezension zu „Echo der Welten“ von Everina Maxwell
Meine Bewertung:

Details:
Titel: Echo der Welten
Originaltitel: Ocean’s Echo
Reihe: Winter’s Orbit; Band 2
Autorin: Everina Maxwell
Übersetzung: Sabine Elbers
Verlag: CrossCult
Seiten: 608
Kauflink: Amazon
Preis: 26,00 € Gebunden; 18,00 € (D) Taschenbuch; 12,99 € (D) E-Book
Klappentext:
Ein mächtiger Gefangener und eine unfreiwillige Kriegswaffe werden in eine Welt voll brutaler Ambitionen und tödlicher Verschwörungen gestürzt. Ihr Überleben hängt von ihrer Verbindung ab. Und diese Verbindung wird das Schicksal von Welten verändern! Tennalhin Halkana – ein reicher Salonlöwe, ein unverbesserlicher Casanova und eine wandelnde Katastrophe – wird dabei erwischt, wie er seine telepathischen Kräfte für illegale Aktivitäten einsetzt. Das Militär beschließt, seinen Geist an jemanden zu binden, dessen Kräfte stark genug sind, um ihn zu kontrollieren. Die Wahl fällt auf Lieutenant Surit, der Sohn eines in Ungnade gefallenen Generals. Aus dem verzweifelten Bedürfnis heraus, den Lebensunterhalt seiner verbliebenen Familie zu sichern, willigt Surit ein, sich an Tennal zu binden und ihn in der Armee zu halten – eine Aufgabe, die selbst für jemanden mit Surits Fähigkeit, Gedanken zu kontrollieren, unmöglich erscheint. Tennal will einfach nur fliehen, doch Surit ist nicht das, was er zu sein scheint. Und ihre Verbindung könnte der Schlüssel zu ihrer Freiheit sein.

Meine Meinung:
„Echo der Welten“ wurde mir freundlicherweise vom CrossCult Verlag als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt. Auf meine Meinung hat dies keine Auswirkungen.
Tennalhin ist der Sohn einer hochrangigen Politikerin und nur deshalb konnte er den Restriktionen entkommen, die seine Fähigkeiten sonst mit sich bringen würden. Doch als er es übertreibt und in kriminelle Machenschaften verwickelt wird, muss er dem Militär beitreten. Dort soll Lieutenant Surit ihn mit seinen eigenen Kräften kontrollieren und in Schach halten. Surit willigt ein, um den Lebensunterhalt seiner Familie zu sichern, doch schnell merkt er, dass mehr hinter seiner Aufgabe steckt, als er ahnen konnte.
Das erste Buch von Everina Maxwell gehörte im letzten Jahr zu meinen Favoriten. Da war nur klar, dass ich auch den zweiten Band lesen würde. Und ich kann nur sagen, wer, wie ich, Band 1 mochte, wird auch mit Band 2 wieder sehr glücklich werden – es ist aber auch problemlos möglich, mit diesem zu beginnen!
Wieder ist dieses Buch eine wunderbare Mischung aus Liebesgeschichte und Sci-Fi Space Opera, wobei der Fokus tendenziell eher auf der Romance liegt. Wir folgen Tennal und Surit, die nicht nur aus sehr unterschiedlichen Umständen kommen, sondern auch das komplette Gegenteil voneinander sind. Tennal ist extrovertiert, laut und chaotisch. Er weiß, wie man mit Menschen reden muss, um zu bekommen, was man will und ihm ist es scheinbar egal, wie er wahrgenommen wird. Dagegen ist es Surit wichtig, Regeln zu befolgen und er lebt deutlich vorsichtiger, zurückhaltender und geordneter. Das Zusammentreffen der beiden ist zudem von einem Missverständnis und einer komplexen, unfairen Situation geprägt – entsprechend ist da zu Beginn nicht viel Sympathie zwischen den beiden.

Und dennoch entwickelt sich über das Buch hinweg ganz langsam etwas Wunderschönes zwischen ihnen. Die Liebesgeschichte ist dabei ein riesiger Slow Burn, was ich sowohl realistisch als auch sehr gut fand. Vor allem ab einem gewissen Zeitpunkt verändert sich etwas wichtiges zwischen den beiden und ab da wurde es wunderschön, aber auch herzzerreißend. Dies war wirklich eine tolle Liebesgeschichte, wie ich sie mir öfter von Büchern wünschen würde.
Die Geschichte rundherum war wirklich sehr actionreich. Es gab viel Politik, viele Gefechte, viele Intrigen und wenn es nicht gerade um die Beziehung der beiden Protagonisten ging, kam ich in diesem Buch wenig zu Atem. Es war einfach unglaublich spannend und ich habe durchgehend mitgefiebert.
Leider gab es dennoch ein paar Kleinigkeiten, die ich nicht ganz optimal gelöst fand. Zunächst einmal fand ich das Worldbuilding teilweise etwas zu wenig erklärt. Es wird zum Beispiel von Schiffstypen geredet, aber nicht wirklich erklärt, was diese ausmacht und ebenso war ich von einigen politischen Verwicklungen verwirrt, weil mit Begriffen herumgeworfen wurde, die nicht erläutert wurden. Und dann gab es Konsequenzen aus dem Worldbuilding, die leider zu Logikfehlern führten. Diese betrafen den Plot nicht direkt, sondern eher die Welt rundherum und haben somit meinen Spaß am Buch nicht wirklich geschmälert, aber sie sind mir doch negativ aufgefallen.
Was ich aber dennoch am Worldbuilding super fand war, wie hier gezeigt wurde, wie leicht eine Gruppe Menschen ausgegrenzt werden kann, ohne dass dies einen logischen Grund hat. In der Welt gibt es zwei verschiedene Kräfte – Menschen, die Gedanken lesen können und Menschen, die andere dazu zwingen können, zu tun was sie wollen. Gefürchtet werden lesende Menschen, während die andere Kraft einfach akzeptiert wird. Die Art der Desinformationen, die dafür gesorgt haben, zeigen gut, wie leicht so etwas geht.

Fazit:
„Echo der Welten“ ist wieder eine wundervolle Liebesgeschichte gemischt mit einer Space Opera. Wer Slow Burn in der Liebe liebt aber sonst gern etwas mehr Action haben möchte, wird hier definitiv eine Geschichte fürs Herz finden!

