Rezension zu „Dunbridge Academy – Anywhere” von Sarah Sprinz
Meine Bewertung:

Details:
Titel: Dunbridge Academy – Anywhere
Reihe: Dunbridge Academy Band 1
Autorin: Sarah Sprinz
Verlag: Lyx
Seiten: 464
Kauflink: Amazon
Preis: 12,90 € (D) Taschenbuch; 9,99 € (D) E-Book
Klappentext:
Sich zu verlieben, das stand nicht auf Emmas Agenda, als sie für ein Auslandsjahr an der schottischen Dunbridge Academy angenommen wird – dem Internat, an dem sich ihre Eltern kennengelernt haben. Hier will sie Hinweise auf ihren Vater finden, der die Familie vor Jahren verlassen hat. Ablenkung von ihrem Plan kann sie dabei nicht gebrauchen, aber als sie Schulsprecher Henry trifft, weiß Emma sofort, dass sie ein Problem hat. Während geheimer Mitternachtspartys und nächtlicher Spaziergänge durch die alten Gemäuer der Schule wachsen Gefühle zwischen ihnen, gegen die Emma schon bald machtlos ist. Doch Henry hat eine Freundin und Emma kein Bedürfnis, sich das Herz brechen zu lassen …

Meine Meinung:
Emma beginnt ihr Auslandsjahr an der schottischen Dunbridge Academy mit dem Ziel, mehr über ihren Vater herauszufinden. Dieser hatte sie und ihre Mutter vor vielen Jahren im Stich gelassen, aber sie weiß, dass er irgendwo in Schottland sein muss. Schnell lernt sie den Schulsprecher Henry kennen und zwischen ihnen knistert es stark. Doch Henry hat eine Freundin und Emma hat eigentlich nicht vor, sich hier zu verlieben.
Die ersten Kapitel dieses Buches waren einfach traumhaft! Emma fühlt sich schnell in der Dunbridge Academy zuhause und ich als Leserin habe das gleiche Gefühl bekommen. Die Umgebung und die anderen Schülerinnen und Schüler vermittelten sofort eine Wohlfühlatmosphäre, die mir sehr gefallen hat.
Emma und Henry sind zwei sehr angenehme Charaktere, die ich sofort sympathisch fand und deren Eigenschaften gut herausgearbeitet wurden. Zwischen beiden war das Knistern direkt spürbar und die wachsenden Gefühle waren schön beschrieben.

Leider arbeitet das Buch an vielen Stellen mit typischen Klischees von New Adult Romance-Büchern. Der Aufbau ist sehr ähnlich, wie viele andere Bücher in diesem Genre, wodurch ich sehr schnell wusste, was geschehen würde. Besonders nervig ist dies in Bezug auf das Drama, welches ins letzte Viertel des Buches gepackt wurde. Hier kam es auf so unglaubwürdige Weise zu Lösungen von Konflikten, dass ich leider mehrfach die Augen verdreht habe.
Auch wenn die Protagonisten und auch einige wichtigere Nebencharaktere sehr gut herausgearbeitet wurden, lässt sich das nicht von allen wichtigen Beziehungen sagen. Emma ist etwa von Anfang an bei mehreren Charakteren sehr beliebt, allerdings sieht man nie, warum sie sie so mögen. Auch die Beziehung zwischen Henry und Grace wird so wenig ausgebaut, dass man dieses Hindernis seiner Beziehung zu Emma eigentlich nicht wirklich ernst nehmen kann. Auch Grace als Charakter leidet darunter, dass sie kaum Raum erhält, was wirklich schade ist, denn sie wirkt wie ein Charakter von dem ich gerne mehr gesehen hätte.
Gegen Ende gab es einen emotionalen Moment, der für mich nicht wirklich funktioniert hat, einfach weil ein weiterer Charakter und die Beziehung zu Henry kaum beschrieben wurden. Dies war schade, da es eine entscheidende Szene für das Buch war und man mit ein wenig mehr Seiten hier eine größere Wirkung hätte erreichen können.
Trotz all dieser negativen Punkte hat es mir sehr gut gefallen, dass im Buch mit einigen Klischees gebrochen wurde. Henry etwa hat keine Probleme damit, als Mann auch mal verletzlich zu sein, Gefühle zu zeigen und er ist deutlich unsportlicher als Emma. Mir hat es gut gefallen, hier so eine positive Art von Maskulinität zu finden.
Insgesamt hatte ich beim Lesen die meiste Zeit über Spaß und auch wenn ich mich ein paar Mal über Klischees und verpasste Chancen geärgert habe, war ich größtenteils doch positiv überrascht.

Ein paar Worte muss ich leider noch zur Vermarktung des Buches verlieren. Die gesamte Aufmachung und viele Werbetexte suggerierten im Vorfeld, dass es sich hier um einen Dark Academia Roman handeln würde. Dies ist leider nicht der Fall. Es wird hier versucht, von einem Hype zu profitieren und dies geht auf Kosten aller Lesenden, die sich auf eine entsprechende Lektüre freuen.
Fazit:
Ein Buch mit Wohlfühlatmosphäre und tollen Charakteren. Es gibt zwar einiges, was besser hätte ausgearbeitet werden können, aber Fans von NA-Romanen werden hier voll auf ihre Kosten kommen.

