Rezension zu „Die Waage der Welt – Tiefstes Schwarz“ von Marie Weißdorn
Meine Bewertung:

Details:
Titel: Die Waage der Welt – Tiefstes Schwarz
Reihe: Waage der Welt Band 1 von 3
Autorin: Marie Weißdorn
Verlag: GedankenReich Verlag
Seiten: 294
Kauflink: Amazon
Preis: 19,90 € (D) Gebunden; 14,90 € (D) Taschenbuch; 5,99 € (D) E-Book
Klappentext:
In der Welt der Göttin des Gleichgewichts bringt jede Entscheidung eine Ióna hervor.
Yacantha selbst wiegt mit den weißen und schwarzen Energiekugeln Gut und Böse gegeneinander ab.
Das junge Straßenmädchen Rieka wünscht sich nichts sehnlicher, als der dunklen Kraft zu entkommen – doch vergeblich, die zerstörerische Energie strömt zu ihr wie die Motten zum Licht.
Als sie die Kontrolle über ihre Kraft verliert, findet sie ausgerechnet ein viel zu freundlicher Wächter des Göttlichen Ordens. Kae könnte ihre einzige Rettung sein.
Doch die Wächter haben vor langer Zeit geschworen, alle Schwärze zu vernichten.
Diese Schwärze ist in Rieka, und niemand ahnt, dass sie sich schon längst auch in den Tiefen der Stadt regt …

Meine Meinung:
Jede Entscheidung eines Menschen bringt in der Welt der Göttin des Gleichgewichts eine Ióna hervor – eine Kugel, welche aus heller oder dunkler Energie besteht. Nur Menschen mit Wächterblut können diese sehen und nur wenige davon können sie manipulieren und sogar mit ihnen kämpfen. Seit vielen Jahren haben die Wächter geschworen, alle Schwärze in der Welt zu vernichten und so werden Menschen, welche bewusst schwarze Iónas hervorbringen, festgenommen. Da findet der junge Wächter Kae das Straßenmädchen Rieka. Sie kann die schwarzen Iónas manipulieren, hat aber keine Kontrolle über die Kraft. Er will ihr helfen, doch die Dunkelheit greift auch auf andere Weisen nach der Stadt.
In der Vergangenheit habe ich bereits ein Buch der Autorin gelesen und war absolut begeistert davon. Als nun eine neue Dark Fantasy Geschichte von ihr herauskam, war ich natürlich sehr neugierig. Leider konnte dieser Auftakt zu einer neuen Trilogie nicht so ganz mit ihrem anderen Buch mithalten.
Besonders gestört hat mich leider der Schreibstil. Dieser war mir für eine Geschichte dieser Art zu flapsig und wirkte teils, als ob eine gute Überarbeitung gefehlt hat. Es gibt im Buch mehrere Ich-Perspektiven und alle klingen komplett gleich. Auch wenn die Namen der Charaktere über den Kapiteln stehen, war ich teils verwirrt, aus welcher Perspektive ich nun lese, weil alle so gleich klangen.
Die Welt hat mir generell sehr gefallen. Insbesondere der Aufbau der Stadt hat mich fasziniert, mit den verschiedenen Ebenen und Gondeln, die dazwischen fuhren. Auch die Iónas fand ich spannend und ich habe hier eine Menge Potenzial gesehen. Leider wurde sehr wenig über diese erklärt und ich hatte an mehreren Stellen das Gefühl, dass es Logikfehler gab. Dies könnte daran liegen, dass wichtige Dinge eben nicht erklärt wurden, aber an mehreren Stellen wirkte es so, als ob das Worldbuilding nicht konsequent durchdacht worden war.
Zu Beginn mochte ich Rieka und Kae als Charaktere. Beide verkörperten sehr unterschiedliche Charakterzüge und auch wenn man dies in ihrer Erzählstimme nicht wahrnahm, wurde es doch in ihren Handlungen deutlich. Über das Buch hinweg fand ich Kae als Charakter weiterhin interessant und auch einige der neu dazukommenden Charaktere gefielen mir. Von Rieka hätte ich mir allerdings später etwas mehr erwartet. Gefühlt war sie den größten Teil der Zeit nur noch am Leiden, aber auch nur dann, wenn es für die Geschichte passte. Teils fiel sie völlig erschöpft in Ohnmacht, nur um im nächsten Moment wieder weiterzurennen. Für mich passte hier einiges nicht ganz zusammen. Auch gestört hat mich, dass die Charaktere oft nicht besonders kluge Entscheidungen trafen, nur damit gewisse Dinge in der Geschichte geschehen konnten.

Fazit:
„Die Waage der Welt – Tiefstes Schwarz“ konnte mich als Trilogie-Auftakt leider nicht überzeugen. Auch wenn ich die Welt spannend fand und im Magiesystem Potenzial gesehen habe, gab es so einige Logikfehler. Hinzu kam, dass die Charaktere alle gleich klangen.

