Cover "Die Knochenschiffe": Das Cover ist beige, mit dem Titel in einer alten Schirftart und einem Drachen, der sich am rechten Bildrand entlangrankt
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Die Knochenschiffe

Rezension zu „Die Knochenschiffe“ von RJ Barker

Meine Bewertung:
4 Sterne von 5

Details:
Titel: Die Knochenschiffe
Originaltitel: The Bone Ships
Reihe: Gezeitenkind-Trilogie Band 1
Autor: RJ Barker
Übersetzung: Kerstin Fricke
Verlag: Panini books
Seiten: 608
Kauflink: Amazon
Preis: 17,00 € (D) Taschenbuch; 12,99 € (D) E-Book

Klappentext:

Seit Generationen bauen die Einwohner der Hundertinseln ihre Schiffe aus den Knochen der alten Drachen, um ihren endlosen Krieg zu führen. Die legendären Riesenechsen sind zwar längst verschwunden, doch die Kämpfe um die Vorherrschaft dauern an. Jetzt wurde seit Jahrhunderten zum ersten Mal wieder ein Drache gesichtet und die verfeindeten Nationen sehen ihre Chance gekommen, das Kräfteverhältnis zu ihren Gunsten zu verändern: Nur wer den Drachen fängt, gewinnt den Krieg und den Ruhm.

Klappentext "Die Knochenschiffe"
Meine Meinung:

„Die Knochenschiffe“ wurde mir freundlicherweise vom Panini Verlag als Rezensionsexemplar im Rahmen einer Leserunde auf Lovelybooks zur Verfügung gestellt. Auf meine Meinung hat dies keine Auswirkungen.

Da es keine anderen Materialien gibt, um stabile Schiffe zu bauen, sind die Einwohner der Hundertinseln darauf angewiesen, die Knochen von Meeresdrachen zu nutzen. Seit Jahrhunderten wurde jedoch keines dieser Wesen gesehen und der immer noch andauernde Krieg hat die Flotte dezimiert. Als plötzlich ein Drache gesichtet wird, wittern verschiedene Seiten ihre Chance. Mittendrin ist Joron, der als Offizier auf einem Schiff voller Verbrecher dient. Ihre Mission ist gefährlich und könnte ihrer aller Tod bedeuten.

Der Einstieg in dieses Buch fiel mir doch ziemlich schwer. Dies lag vor allem am Schreibstil, der zwar sehr schön aber gleichzeitig auch ungewöhnlich war. Mein Lesefluss war dadurch öfter stockend. Ich konnte mich allerdings nach etwa 50 Seiten daran gewöhnen. Ein weiterer Grund für meinen erschwerten Einstieg war, dass es sich hier um eine komplett andere Welt als die unsere handelt. Dort leben völlig andere Kreaturen, von denen zu Beginn oft nur die Namen genannt wurden, wodurch nicht klar ist, um was genau es sich handelt. Auch Objekte, die es in der realen Welt gibt, wurden manchmal unter anderem Namen geführt, wodurch manchmal auch Verwirrung über die Funktion besteht. So wurden die Segel der Schiffe etwa als „Flügel“ bezeichnet und die Schiffe „fliegen“ über das Meer. Tatsächlich segeln sie aber so wie normale Schiffe auch und die Ausdrücke wurden nur so verwendet, weil die Schiffe eben aus Drachen hergestellt sind.

Illustration der Knochenschiffe

Nach meiner anfänglichen Verwirrung habe ich die Welt aber doch schnell zu schätzen und dann sogar zu lieben gelernt. Selbst im High Fantasy Bereich habe ich bisher selten eine so gut durchdachte und realisierte Welt erlebt, wie diese. Alle Aspekte, von der Ökologie, bis zu den gesellschaftlichen Normen und religiösen Praktiken fließen hier zu einem harmonischen Ganzen zusammen. Besonders spannend fand ich, dass das Gesellschaftssystem eher ein Matriarchat ist, in welchem die Menge an überlebten Geburten die eigene Stellung und die der Kinder hebt. Dieser Aspekt findet sich in vielen kulturellen Normen und sogar Seemannsliedern wieder.

Die Geschichte hat mir sehr gefallen, auch wenn das Buch eher in die größere Geschichte rundherum einführte. Von dem im Klappentext erwähnten Krieg hört man eigentlich nur am Rande etwas und auch das politische System der Hundertinseln wurde nur kurz angeschnitten. Das Buch ist stärker auf Joron, seine Kapitänin Meas und die Crew fokussiert. Etwas gestört hat mich hierbei allerdings, dass zwischenzeitlich eher gesagt wird, dass die Bande sich zwischen diesen Gruppen gefestigt haben, als dass es gezeigt wird. Gerade weil der Fokus eher darauf lag, hätte ich mir hier mehr gewünscht.

Leider war mir das Ende des Buches etwas zu gehetzt. Auch wenn dieses Lust auf den nächsten Band gemacht hat, indem es viele neue Fragen aufgeworfen hat, ging hier doch vor allem eine Konfrontation, welche seit Beginn des Buches feststand, viel zu schnell. Besonders gespart wurde hier am emotionalen Aspekt, der gerade bei einem Charakter aber zumindest in irgendeiner Form hätte vorhanden sein müssen. Das fand ich leider ein wenig enttäuschend.

Weltkarte in "Die Knochenschiffe"
Fazit:

Auch wenn die Ausführung etwas holpert, hat mich dieser Roman doch begeistern können. Das Worldbuilding ist unvergleichlich und ich habe mich in diese Welt so sehr verliebt, dass ich unbedingt weiterlesen will.

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3 Kommentare

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